between us

Liebe Cara,

du warst viel für mich und dennoch muss ich dich gehen lassen.

Manche Autoren planen ihre Charaktere. Sie werden illustriert, beschrieben, sie erhalten sogar Karten, doch all diesen Schnickschnack brauchtest du nicht. Du warst mein Gedankentumor, nur nicht so toxisch.

Du hast mir geholfen, Geschehenes zu verarbeiten, Gewünschtes zu erleben und Gehasstes zu akzeptieren. Du bist durch das Leben entstanden. Manchmal habe ich öfter an dich gedacht, als an etwas anderes. Dich gehen zu lassen, fühlt sich an, als würde ich einer Freundin Lebewohl sagen, doch wir beide wissen, wie es läuft. Glücklicherweise bist du kein Mensch und dennoch warst du mein Therapeut. Auf eine sehr verkorkste Art und Weise hast du mir geholfen, einzusehen, dass nichts wichtiger ist als die Familie. Du hast mir die Angst genommen, etwas zu werden, was ich nie werden wollte. Du hast mir Möglichkeiten gezeigt und doch warst du nur ein Hirngespinst.

Indem ich dich gehen lasse, lasse ich meine eigene Angst ziehen und hoffe, du findest deinen Frieden. Die Art und Weise dich gehen zu lassen, mag merkwürdig erscheinen, doch auch hier wollte ich dir meine eigene Alternative schenken. Kortison wäre nicht dein Fall gewesen. Das Morphine vielleicht, aber darum geht es nicht.

Du bist weg und mit dir lasse ich jemanden gehen, der ich selbst nie sein wollte und mich doch nicht getraut habe, mich zu verabschieden. Mit dir gehe ich. Zumindest der Zwang, jemand zu sein, der ich nicht bin.

Wir zwei wissen, wer gemeint ist und das ist gut so, also Ruhe in Frieden, mein kleiner Gedankentumor Cara Miller. Deiner Familie geht's gut. Das verspreche ich dir mit einem Augenzwinkern. Du hattest deine Zeit und jetzt kommt eine neue. Ich arbeite daran und weiß, dass wenn die Sonne scheint, du auf mich herabsiehst, obwohl es dich nie gab.

In Liebe, C

P.S.: If you've been his twelve, then you were my thirteen.

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