Attackiert
Pennys Sicht
"SAM!" Ich rannte zur Mauer und folgte dem Bündel aus Fell und gelber Uniform mit den Augen. Die Weiden waren hier so abschüssig, dass nicht nur Sam während dem Sturz die Orientierung verloren zu haben schien, sondern auch dieses...etwas.
Ich hatte nicht gesehen, was dort von den höheren Weiden auf uns zugerannt gekommen war, aber ich hatte registriert, dass es schnell gewesen war und direkt auf uns zusteuerte. Ich hatte noch versucht Sam zu warnen, der gerade hinter Venus getreten und nach dem Griff zum Öffnen der hinteren Klappe gegriffen hatte, aber es war zu spät gewesen.
Das Vieh hatte in dem Moment zum Sprung angesetzt und sich direkt auf Sam gestürzt, der ihm dort am nächsten gewesen war. Es hatte solch eine Wucht gehabt, dass es Sam von den Beinen gerissen hatte. Gemeinsam waren sie über die Mauer gestürzt und rollten jetzt den Abhang hinunter.
Gute 50 Meter weiter unten wurde das Gelände wieder flacher und sie kamen zum Stillstand. Sam landete auf dem Rücken, während das braune Monster nur wenige Meter neben ihm alle Viere von sich streckte. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie die Wucht des Aufpralls die Luft aus ihren Lungen presste.
Benommen richtete Sam sich einen Moment darauf auf und schüttelte kurz den Kopf, bevor er sich daran fasste. Ich konnte nur ahnen, dass er vor Schmerz aufstöhnte. Dieser Sturz wäre an niemandem spurlos vorbei gegangen. Ich war augenblicklich erleichtert, aber nur kurz und Sam war sich offensichtlich auch für einen Moment nicht der Gefahr bewusst, in der er immer noch schwebte.
"Ins Auto mit euch und schließt ab!", rief ich Norman und Peter zu, als ich zu Venus rannte und das Gewehr neben dem Beifahrersitz herauszog. Sam hatte noch immer die Ersatzpfeile in der Tasche. Ich hatte nur einen Schuss.
"Aber wir wollen das sehen!", rief Norman, als ich gerade zurück zur Mauer kam, wo die beiden immer noch standen und sich neugierig hinüber beugten, um besser sehen zu können. Sam richtete sich gerade schwerfällig auf, aber nicht nur er."Das sieht aus, wie ein Werwolf. Ich hab ein Buch darüber!", stellte Norman dann fest, aber so genau hatte ich mir dieses Vieh noch nicht angeschaut.
"Ein Grund mehr, warum ihr ins Auto gehen solltet", merkte ich an und zog sie zurück, bevor ich die Waffe hob und mir das Ende des Griffes in die Schulter drückte, in der Hoffnung, es würde dem Schuss mehr Stabilität geben. Auf diese Entfernung würde es nicht leicht sein, es sofort zu treffen, zumal ich keinerlei Übung oder Erfahrung mit einem Gewehr hatte.
"Aber Penny...", riss Norman wieder meine Aufmerksamkeit von dem breiten Rücken der Bestie, die sich gerade auf alle Viere aufstemmte.
"Kein Aber, Norman! Ihr geht jetzt sofort ins Auto, denn wenn das Monster euch nicht umbringt, werden es sicher deine Mutter und Krystyna tun, wenn sie erfahren, wo ihr euch rumgetrieben habt", fuhr ich die beiden ungeduldig an, weil sie einfach nicht erkennen konnten, dass das hier gerade kein Spiel war und wir nicht in der Lage waren den Tag zu retten. Vor allem Sam nicht, der jetzt selbst erst einmal gerettet werden musste.
Als ich mich wieder umwandte, sah ich voller Schrecken, dass Sam auf das Biest aufmerksam geworden war. Aber wie auch nicht? Es stand genau vor ihm und kam langsam auf ihn zu.
Sam wich zurück, aber leider in meine Richtung. Ich hatte keine Angst um mich. Es ging mir um Sam, weil er genau vor dem Monster stand und somit im Schussfeld. Was, wenn ich ihn treffen würde, statt die Bestie? Gestern hatte es zwei bis drei Minuten gedauert, bis das Mittel Sam ausgeschaltet hatte. Das Vieh dort unten würde ihn aber in Sekunden töten können - mit oder ohne Betäubung.
"Sam! Aus dem Weg!", rief ich zu ihm hinunter und mir lief ein kalter Schauer über den Rücken, als die Augen des Monsters die meinen trafen und für einen kurzen Moment rot leuchteten.
Ich musste Norman unwillkürlich Recht geben. Es sah aus wie ein Werwolf. Eines dieser Wesen, die man schon so oft in mythologischen Büchern oder auf den Covern irgendwelcher Gruselromane gesehen hatte. Menschenähnlicher Körperbau mit einem Wolfskopf und spitzen Ohren, überall fellbesetzt, ein wenig größer, als ein normaler Mensch, aber auch viel muskulöser. Es verursachte einem viel mehr Angst, wenn man es in der Wirklichkeit sah.
Sam machte einen Schritt zur Seite und lenkte die Aufmerksamkeit des Tieres wieder auf sich. Dessen Nase kräuselte sich noch mehr. Jetzt konnte ich das tiefe Knurren sogar bis zu mir herauf hören.
Ich kniff ein Auge zu und zielte an der Oberseite des Gewehres entlang auf seine Brust. Als ich schoss, konnte ich nur hoffen, dass der Schuss nicht zu weit daneben ging. Bei Titans Wasserwerfer und selbst Jupiters Wasserkanonen konnte ich niemals daneben schießen, aber da kam die lange Erfahrung zum Tragen, denn Wind und Druck spielten immer eine Rolle. Ein Gewehr hatte ich noch nie in der Hand gehabt und wie sich ein Betäubungspfeil im Gegensatz zu einem Wasserstrahl verhielt, konnte ich gar nicht abschätzen.
Zu meinem Glück richtete sich das Biest aber gerade in dem Moment auf und zuckte im nächsten Augenblick zusammen. Ich hatte es wirklich getroffen?! Ich hörte es wütend Knurren, als es auch schon nach dem Pfeil in seinem Hinterlauf schlug und ihn damit abstreifte. Ich schluckte, denn ich bezweifelte, dass es in diesem Bruchteil einer Sekunde genug von dem Betäubungsmittel abgekriegt hatte, um es wirklich einzuschläfern. Verdammt!
"Sam! Lauf!", rief ich ihm zu, als ich mich über die Mauer beugte, doch das tat er bereits, kletterte und hangelte sich irgendwie die steile Böschung hinauf.
Der Kopf des Monsters fuhr herum und schaute zu mir auf. Ich erstarrte unter seinem Blick, als es die Lefzen hob und die Zähne bleckte. Zähne so lang, wie wenigstens mein kleiner Finger. Seine Nase kräuselte sich wieder. Das Knurren konnte ich beinahe fühlen, als stände es direkt neben mir.
Dann schoss es mit einem wilden Laut, einem Keifen gleich, los. Nicht auf Sam zu, sondern direkt die Böschung hinauf in meine Richtung. Ich war einen Moment wie gelähmt, als ich sah, wie sich dessen Krallen in die Erde gruben und sie aufrissen.
Ich wich zurück, aber ich konnte und wollte Sam nicht allein lassen. Außerdem saßen Norman und Peter in Venus. Ich durfte es nicht auf die beiden aufmerksam machen. Das alles schoss mir in einer Sekunde durch den Kopf, als ich auch schon sah, wie Sam sich auf das Vieh stürzte, als es an ihm vorbei rannte.
"Lauf, Pen!", rief Sam noch, als er sprang. Er riss es zu Boden, was erstaunlich war, bedachte man, dass es wenigstens genauso groß war, wie er, aber mit dessen breiter Brust wesentlich stärker zu sein schien."Haut ab hier!", rief er noch einmal gepresst.
Sam schlang die Arme um dessen Unterleib und hielt es fest. Es trat nach ihm, keifte und geiferte, versuchte ihn mit seinem mächtigen Vorderpranken, die beinahe wie Hände aussahen, zu kratzen oder zu packen.
Ich musste etwas tun!
Ich ließ das Gewehr fallen und rannte zu Venus zurück. Sofort entriegelte Peter die Tür, als ich darauf zu rannte und ich zögerte nicht und riss die Tür auf.
"Was ist denn los? Hast du es nicht erwischt?", fragte Peter mich, während ich noch hinter den Sitz griff und die Axt von der Rückwand holte, als mein Blick auf die Signalraketen und Signalfackeln fiel, die wir immer dabei hatten.
"Es scheint nicht genug abgekriegt zu haben. Verschließt sofort wieder die Tür, wenn ich raus bin. Norman, ruf über Funk Hauptfeuerwehrmann Steele. Er soll Verstärkung schicken und Helen. Peter, du holst die Winde mit dieser Taste ein, wenn ich es über Funk sage. Nicht eher und tut auch sonst nichts, verstanden?", gab ich den beiden Aufgaben, während ich am Monitor die Winde einstellte und sie schonmal aktivierte, damit sie sich abwickelte.
"Verstanden, Penny!", antworteten beide mir sofort und ich hörte die Verriegelung einschnappen, kaum dass ich die Tür hinter mir zugeworfen hatte. Wenigstens ein Mal taten sie, was man ihnen sagte.
Ich lief nach vorne und schnappte mir den Haken von Venus Winde, die sich schon abwickelte und zog sie mit mir zur Mauer.
Sam hielt das Monster noch immer fest, aber gerade richtete es sich zu seiner vollen Größe auf die Hinterbeine auf und mir stockte der Atem, weil es noch größer war, als ich erst gedacht hatte. Es überragte Sam um beinahe einen ganzen Kopf und dessen Brust und Arme waren mindestens doppelt so breit, wie seine.
Es ließ sich nach hinten fallen und jetzt hatte Sam keine Chance mehr und musste es loslassen, damit es nicht auf ihn stürzte.
Sofort sprang ich über die Mauer und schlidderte nach unten. Den Haken hatte ich achtlos neben mir fallen lassen. Er hatte genug Eigengewicht und der Hang war steil, so dass der Haken das Seil mit sich hinunter ziehen würde.
Während ich verzweifelt versuchte, nicht auf dem steilen Hang zu stolpern, sah ich doch immer wieder, wie Sam dem Biest auswich, dass nach ihm schlug und zu beißen versuchte. Er wich bis zu einem Baum zurück und stolperte über einen Ast, der beim letzten Sturm runtergefallen sein musste. Es ging knurrend auf ihn zu, schien sich zum finalen Sprung bereit zu machen, nun wo es glaubte, Sam an dem Baum in die enge getrieben zu haben, während Sam sich wieder aufrichtete, dabei den Ast aber in der Hand.
Ich kam endlich unten auf dem flacheren Stück an und verlangsamte mein Tempo nur minimal, dass ich durch das Hügelabwärtslaufen aufgenommen hatte. Ich rannte auf die beiden zu, als das Vieh sich auf Sam stürzen wollte und er ihm den Ast seitlich am Kopf zertrümmerte.
Es hielt nur kurz inne und schüttelte den schweren Schädel, bevor es Sam noch wütender als zuvor anknurrrte. Von dem Ast in Sams Händen hingegen war kaum noch etwas übrig, da er morsch gewesen zu sein schien und in etliche Einzelteile zersprungen war.
Das Vieh richtete sich auf seine Hinterbeine auf und holte mit einer seiner Pranken aus, als ich schon die Signalrakete aus meinem Gürtel nestelte, in die ich sie gesteckt hatte. Ich zielte nicht, weil man das damit eh nicht konnte, sondern richtete es nur auf den Rücken der Bestie und haute mit der Handfläche auf das untere Ende. Sofort zischte der Stab in meiner Hand und in der nächsten Sekunde flog die brennende Spitze ab - direkt auf das Tier zu, dass gerade noch Sam einen Hieb verpasst und ihn stöhnend zu Boden geworfen hatte.
Das Vieh sprang jaulend auf, als das rote Signalfeuer zischend seinen Rücken traf. Ich roch versengtes Fell, als ich an ihm vorbei rannte und die Signalfackeln dabei aus meinem Gürtel zog.
Ich stellte mich vor Sam, entsicherte zwei auf einmal und aktivierte sie. Sofort schoss grellrotes Feuer daraus hervor und diese Bestie, die es gerade geschafft hatte, das brennende Signallicht abzuschütteln, keifte uns wild an, wich aber zwei Schritte zurück.
"Komm schon, Sam. Wir haben maximal 10 Minuten", merkte ich an, während ich ihm eine davon reichte und meinen freien Arm dazu nutzte, um Sam unter den Arm zu greifen und ihm beim Aufstehen zu helfen, wobei er sichtlich Mühe hatte. Das Vieh ließ ich nicht eine Sekunde aus den Augen, das unruhig und wütend vor uns nach links und rechts stampfte, um irgendeinen Weg an der brennenden Gefahr in unseren Händen vorbei zu finden.
"Du hättest verschwinden sollen, als du noch die Chance dazu hattest", keuchte Sam, als er endlich auf seinen Beinen stand und sich neben mich stellte, um dem Monster ebenfalls mit der ausgestreckten Hand die Signalfackel entgegenzustrecken. Mit einem wilden Knurren und etwas, dass einem abgehacktem Bellen ähnelte, nahm es das zur Kenntnis, traute sich aber nicht, uns zu nahe zu kommen.
"Und dich im Stich lassen? Vergiss es, Sam! Das werde ich niemals tun!", antwortete ich ihm nur und ging auf das Vieh zu, um es hoffentlich zu verjagen, wenn wir ihm nur nah genug mit dem Feuer auf den Pelz rückten.
Es erschütterte mich bis ins Mark vor Angst, als es sich aufrichtete und doch nahm ich nochmal all meinen Mut zusammen. Ich zog auch die Axt aus meinem Gürtel, ging noch einen Schritt auf es zu und rief, dass es verschwinden sollte. Dieses Mal klappte es. Es ließ sich wieder auf alle Viere sinken, seine Nase noch immer gekräuselt, seine Zähne gebleckt und die Augen wild vor animalischer Wut. Ich konnte nicht sagen, ob sie einen Moment rot aufleuchteten oder das Feuer der Signalfackeln sich darin spiegelte, doch es schüttelte schnaufend den Kopf und floh dann den Hang hinunter.
"Penny, die Bezwingerin der Bestie. Hätte niemals gedacht, dass ich das mal erleben würde", hörte ich Sam hinter mir sagen und auch wenn seine Stimme schwach klang, seine Atmung genauso schwer ging wie meine, wusste ich doch, dass er die Situation, für sich selbst aber vor allem für mich, damit aufzulockern versuchte.
"Das war knapp. Ist alles in Ordnung, Sam? Bist du verletzt?", wandte ich mich ihm sofort panisch zu, ignorierte seinen kläglichen Versuch aus purer Sorge heraus, nachdem ich meine Fackel in den Boden neben uns gesteckt hatte, damit sie nichts entzünden konnte.
Das Vieh war gerade rechtzeitig geflohen. Die Signalrakete war schon längst aus und unsere Fackeln würden auch nicht mehr lange brennen, denn deren Licht wurde schon schwächer.
"Ich fürchte ja", schnaufte er, als ich es auch schon sah. An seinem linken Oberschenkel war seine Hose zerfetzt, wie auch seine Jacke am Bauch. Er presste die Hand darauf, aber damit konnte er nicht verbergen, dass Blut daran klebte. An seiner Wange und seiner Stirn prangte eine Schürfwunde, die er sich vom Sturz zugezogen haben musste.
"Hat es dich gebissen? Lass mich nachsehen", war dennoch das einzige, was mir gerade wichtig erschien wegen den Informationen, die Lizzie uns gegeben hatte. Doch Sam hielt mich davon ab, ihm die Jacke auszuziehen, kaum dass ich die Finger am Reißverschluss hatte.
"Ich glaube nicht, aber wir sollten erst Mal von hier verschwinden. Du hast es ziemlich sauer gemacht mit der Leuchtrakete. Wer weiß, wann es wieder kommt, um sich dafür zu rächen", sagte er leise, schaute sich dabei aber um und ich sah zum ersten Mal wirklich Angst in seinen Augen.
"Du hast Recht", stimmte ich ihm also zu."Ich habe Venus Winde abgelassen. Wir können an dem Seil den Hang hochklettern", teilte ich ihm dann mit und führte ihn mit einer Hand in seinem Rücken an die Stelle, wo der Haken zum liegen gekommen war."Geh du vor. Ich bleib hinter dir, falls du ins Stolpern gerätst." Sam zögerte nur eine Sekunde, warf noch einen Blick an mir vorbei, als wolle er sich davon überzeugen, dass die Luft rein war und gab schließlich nach.
Er packte sich das Seil und zog sich daran Schritt für Schritt den Hang hinauf. Ich gab Peter das Zeichen, die Winde einzuholen, um es Sam leichter zu machen und folgte ihm, registrierte aber, wie er immer wieder ein Keuchen zu unterdrücken versuchte und auch mal kurz ins Stocken geriet. Daran merkte ich wie schlimm seine Verletzungen wirklich sein mussten.
Ich hörte auf den letzten Metern Jupiters und Merkurs Sirenen, die sich uns näherten und gerade als Sam die Hand an die Mauer legte, um darüber zu steigen, erschienen auf der anderen Seite unsere Kollegen. Sie hielten einen Moment erschrocken inne, bevor Elvis sich als erster fasste und nach Sams Arm griff. Arnold folgte seinem Beispiel sofort und sie zogen ihn über die Mauer, bevor Ellie mir auch eine Hand reichte.
"Sam sagt, er wäre nicht gebissen worden, aber er braucht trotzdem dringend Helens Hilfe. Wo ist sie?", stellte ich fest, als ich über die Mauer sprang. Meine Beine waren noch immer wackelig wegen dem gerade erlebten. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, woher Sam die Kraft nahm, noch aufrecht gehen zu können.
"Sie kommt direkt auf die Wache. Sie war wohl gerade noch bei einem Kind mit Masern", erklärte Ellie mir, während ich Elvis und Arnold zuschaute, die besorgt hinter Sam standen, der sichtlich Mühe hatte, in Jupiter einzusteigen, aber es machte ihm offenbar noch mehr Mühe es nicht zu zeigen.
"Dann bringt Sam hin. Ich bringe Norman und Peter nach Hause und komme dann auch zurück auf die Wache", sagte ich ihnen dann, als ich mit Ellie zu ihnen aufschloss und besorgt zusah, wie Sam schon tief durchatmete, als er sich nach dem Anschnallgurt streckte.
Die Köpfe meiner Kollegen fuhren zu mir herum und dann zu Venus hinter mir, in der Peter und Norman nun verlegen grinsend winkten.
"Was machen die beiden hier?", wollte Ellie sofort wissen, aber dafür hatten wir keine Zeit. Sam musste so schnell wie möglich untersucht und versorgt werden.
"Lange Geschichte, Ellie. Erzähle ich euch später. Wir können nur froh sein, wenn Sam nichts schlimmeres wegen den beiden zurückbehält", konnte ich mich dennoch nicht beherrschen mit einem Seitenblick in deren Richtung anzumerken, als ich mich schon abwandte, um mit Venus voraus zu fahren, die noch immer die schmale Straße blockierte.
"Pen", hielt mich aber eine vertraute Stimme zurück und ich wandte mich Sam noch einmal zu, der an Elvis vorbei zu mir hinunter schaute."Sei vorsichtig", bat er mich dann und in seinem Blick lag so viel Sorge, dass es in meinem Bauch wieder so komisch zu flattern begann und ich spürte, dass meine Wangen sich rot zu färben drohten.
Nicht unprofessionell werden, Morris!
"Das bin ich. Ruh dich aus und machs Helen nicht so schwer, Sam", gab ich ihm neckend zurück, um der Situation ein wenig den Ernst und ihm hoffentlich auch die Sorge zu nehmen.
"Solange sie mir nicht mit einer Nadel kommt. Davon hatte ich dank Elvis fürs erste genug", antwortete er mir, als er sich in Jupiters Mittelsitz zurücklehnte und lächelte erschöpft. Elvis indessen grinste kurz verlegen und zog die Tür zu.
Dass Sam noch Scherzen konnte, brachte mich immerhin auch zum Lächeln und beruhigte mich mehr, als er auch nur ahnen konnte.
Ich hoffte nur, dass es nicht die Ruhe vor dem Sturm war.
Fortsetzung folgt...
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