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[Taehyung]
Die Müdigkeit sah man Jungkook jetzt schon gar nicht mehr an, ganz im Gegenteil hatte er nun nämlich die Augen weit aufgerissen, während wir uns auf dem Weg zu unserem neuen Haus befanden, in dem wir vom heutigen Tag an leben würden, da es bereits möbliert und dekoriert war. Da ich in den letzten Monaten nur mein Appartement genutzt hatte, verkaufte ich jede andere Immobilie, außer mein altes Familienhais, und kaufte dann das neue Haus, gerade aus Seoul raus, in einer wirklich schönen Nachbarschaft, in der es auch keine Kriminalität gab, da wir eine Gated Community waren, somit also nicht einfach so jeder in die Nähe der Häuser kommen konnten, überwacht und umzäunt.
„Aber wieso hast du mir nichts davon erzählt? Ich werde sterben, wenn ich das Haus jetzt einfach so sehe!", meinte Jungkook und schaute dabei zu mir, das sah ich im Blickwinkel. Leise lachte ich einmal, während ich mich weiterhin auf die Straße konzentrierte.
„Naja, wäre es denn noch eine Überraschung, wenn ich dir davon erzählen würde? Ich dachte mir, dass wir langsam aus dem Appartement hinausgewachsen sind, mehr Platz bräuchten. Ein Freund von mir hat die Häuser in dieser Gegend entworfen, sie sind alle wirklich sehr schön, groß und mit einem riesigen Garten. Außerdem sind die Nachbarn dort gute Freunde von uns", erzählte ich dem Jüngeren, der nun nur noch aufgeregter schien. Er wusste ja gar nicht, dass Namjoon und Jin, die sich im Laufe der letzten Monate kennen- und lieben gelernt haben, Jimin und Hoseok, der das Haus entwarf, gerade dort auf uns warteten, mit einer letzten Feier für heute.
Ich grinste leicht, sobald ich in die Einfahrt fuhr, das große Haus sah. Noch parkte ich nicht in der Garage, in der es Platz für vier Autos gab, denn wir mussten durch den Haupteingang hinein, da man dort auf uns wartete.
„Lass mich deine Augen zuhalten", meinte ich also, als wir vor der Tür standen. Ich sah, dass Jungkook bereits zitterte, so nervös wie er doch war, was in mir ein warmes Gefühl auslöste, denn ich wusste, ich hatte die richtige Entscheidung getroffen. Er freute sich offensichtlich und nickte daher auch hastig, sodass ich meine eine Hand vor seine Augen legte, die andere griff er dann schnell, da er nun auf mich angewiesen war. Die Tür brauchte ich nicht öffnen, das tat Jimin von drinnen, der uns bereits mit einem Partyhut auf dem Kopf und Glitzer im Gesicht erwartete. „Ganz vorsichtig jetzt nach vorne gehen."
Ziemlich unbeholfen wurde der Griff um meine Hand fester, als wir anfingen auch nur wenige Schritt voraus zu machen, denn Jungkook mochte es nicht, wenn er nichts sehen konnte, die Dunkelheit machte ihm mittlerweile regelrecht schon Angst, was einfach so ganz plötzlich kam, weshalb ich dachte, dass etwas geschehen sein musste, bisher aber konnte ich nicht dahinter kommen und reden wollte er auf keinen Fall darüber. Anfangs hielt es sich noch in Grenzen, jetzt aber konnte er es schon kaum eine Minute ohne mich aushalten, selbst denn seine Augen nur geschlossen waren, alleine ging er nachts nicht mehr raus, nicht einmal ans Fenster oder auf den Balkon, die Lichter im Flur blieben daher dauerhaft an, dunkle Orte mochte er nicht.
Mit seinen Händen zeigte Namjoon, der ebenfalls einen Partyhut trug und seinen Arm um den jüngeren Jin gelegt hatte, die Zahlen drei bis eins, sodass ich in genau diesem Moment meine Hand von Jungkooks Augen nahm, sofort spielte die Musik los, Jimin hatte in eine Tröte geblasen, die anderen, unter denen zu meiner Verwunderung auch Yoongi war, waren Konfetti in die Luft, Luftschlangen eben so und schrieen ganz laut den Namen meines Freundes, sangen dann, zusammen mit mir ein Ständchen.
„Aber wann-", sagte er, aber wurde gar nicht ausreden gelassen, denn sofort umarmten die anderen den Jüngsten, zerquetschten ihn beinahe schon und drückten dann allerlei Geschenke in seine Hände. Eine so wunderschöne Überraschung, über die Jungkook sich wirklich so sehr freute, dass ihm mehrmals die Tränen kam, einfach nur, während wir hier, nachdem ich ihm das haus zeigte, im Wohnzimmer saßen, aßen und tranken, bis es irgendwann dann kurz vor drei am Morgen war.
Nachdem Yoongi und Jimin uns ganz stolz von ihrer Beziehung erzählten, als hätten wir uns das im Laufe des Abends nicht selbst schon denken können, verabschiedeten sich alle, sodass am Ende nur noch Jungkook und ich hier waren. Weil es seine Feier war, ging er noch ein Stückchen mit ihm nach draußen, rannte dann aber blitzschnell zurück zu mir ins Haus, direkt in meine Arme.
„Dankeschön!", nuschelte er gegen meine Brust, war schon wieder zu Tränen gerührt, was auch mir ein wenig die Tränen brachte, denn es machte mich einfach so unglaublich glücklich ihn so fröhlich zu sehen. „Du bist wirklich der beste Freund, den man sich überhaupt nur vorstellen konnte."
Sanft legte ich meine Hand auf seinen Hinterkopf und streichelte diesen leicht, ehe wir uns dann ein stücken voneinander lösten, seine Arme jedoch noch immer um meine Taille liegend, um uns in die Augen schauen zu können.
„Wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich nicht länger dein Freund sein, Jungkook", sagte ich nur und sah natürlich sofort, wie binnen weniger Sekunden das Herz des Jüngeren anfing zu brechen, aber es gehört zum Plan.
Ein so großer Plan und ein Schritt, von dem ich selbst nicht glauben konnte, dass ich ihn wieder wagte.
———
Ich bleib ruhig, ich sage nichts 🤭🤫
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