Second

Es war gerade Pause. Das Strahlemädchen befand sich dort, wo sie immer war. Doch sie war auch, wie immer alleine. Außer den Lehrern stand nie neben ihr jemand.
Die anderen Schüler redeten selten mit ihr. Die wenigen Sätze drehten sich meistens um die vergessenen Hausaufgaben der Schüler, doch Even ließ sie alle abschreiben.

Ihr Blick fiel durch die große Pausenhalle. Auf ihren Lippen lag ein großes warmes Lächeln. Nur konnte niemand sagen, ob dieses Lächeln echt war. Niemand beschäftigte sich mit dem Thema und so interessierte es auch keinen.

Doch trotz allem wurde das blonde Mädchen von jedem gemocht. Jeder erwiderte ihr Lächeln, doch trotzdem verbrachte sie die gesamte Zeit alleine. Even schien keine richtigen Freunde zu haben.

Die blonden, langen Haare fielen ihr wie Gold über die Schulter und die blauen Augen durchdrangen mich, bis in mein tiefes Inneres. Ihre unschuldigen Blicke hinterließen Funken tief in mir drinnen.

Anschließend wendete ich mich zurück zu meinen Freunden und gab ihnen meine Aufmerksankeit, während ich grölend ihren Worten lauschte.

Schließlich senkte das Strahlemädchen ihren Blick auf das Display ihres Smartphones, während sie noch immer weiterhin lächelte.

Zum Unterricht kam ich wenig später, wie eigentlich immer, als Letzter.
Ich setzte mich also auf meinen Platz in der letzten Reihe und lehnte mich provokant und lässig zurück in den Stuhl. Meinen Kopf stützte ich dann auf meinen geschlossenen Fäusten ab, die ich auf den Tisch platziert hatte.

Danach kramte ich mir meinen Block aus den Inneren meines grauen Rucksacks heraus und legte ihn auf dem Tisch ab. Desinteressiert begann ich dem Unterrichtsgeschehen zu folgen

Das Strahlemädchen verließ nach dem Unterricht den Raum erst mit der Lehrerin und half dieser höflicherweise  ihre Sachen hinunter zu tragen. Ihre Augen waren freudig zusammengezogen und sie lächelte, wie sonst auch.

Im Laufe der Pause begab sie sich wieder zu ihrem Platz an der Wand. Es verstand niemand recht, warum sie immer alleine dort an lehnte. Doch das Strahlemädchen hatte kein großes Selbstbewusstsein. Niemand kannte den Grund dafür. Es hatte auch niemand ein Gespür dafür, es heraus zu finden.

Als ich nach der Schule auf mein neues Fahrrad stieg und mit meinem besten Freund im Anhang losfuhr, schloss Even gerade das Schloss ihres rostigen Fahrrads auf. Ihre blonden Haare wehten in der Luft und ein angenehmer Duft strömte in meine Nase, während ich die Augen schloss und durch atmete.

Dabei holte sie sich die Kopfhörer aus ihrer grünen Jacke und begann sogleich mit diesen  und geschlossenen Augen umher zu wippen. Ich beäugte sie lächelnd und fuhr kopfschüttelnd dann weiter.

Mein bester Freund wartete bereits vor mir, also folgte ich ihn in die Richtung nach Hause.

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