1.7 Idee
Ejvind hatte eine Idee. Er wollte um alles auf der Welt mit Neron an der Regionalen Meisterschaft teilnehmen. Er hatte nur keinen blassen schimmer wie Neron reagieren würde.
Es war wie immer früh, als Ejvind an der Tanzschule ankam. Als er durch die Gänge der Schule ging viel ihm Naima auf, die vor ihrem Büro stand. Sie schien nach etwas oder nach jemanden ausschau zu halten. Er hatte seit dem Vorfall vor ein paar Tagen nicht mehr mit ihr geredet und ist ihr die meiste Zeit aus dem Weg gegangen. Er hatte ein unwohles Gefühl, als er ihrem Büro immer näher kam. Er würde gerne ein anderen Weg einschlagen, doch leider gab es kein Weg an ihr vorbei.
Es hieß nun, Augen zu und durch.
Ejvind beschleunigte sein Tempo. Nur leider war genau er, auf den Naima gewartet hatte.
,,Ejvind!"
Naima stellte sich ihm in den Weg.
,,Ich versuche schon seit fast eine Woche mit dir zu reden. Hör auf mir aus dem Weg zu gehen und geh in mein Büro."
Ejvind wusste gut, das Naima autorität nur benutzte, wenn es etwas wichtiges war. Ejvind wollte wieder sprechen, verdrehte aber nur seine Augen. Er wusste, das er die discussion nicht gewinnen konnte obwohl er im recht war.
Er ging in ihr büro und setzte sich hin, sichtlich genervt.
Naima folgte ihm und schloss die Tür hinter ihnen.
,,Bevor du mir Vorwürfe machst... ich wusste nicht, wie viel dir Neron bedeutet. Seit dem du hier bist, habe ich versucht, das du wieder an Meisterschaften Teil nimmst. Seit 5 Jahren Ejvind. Es war nicht leicht für mich wieder und wieder Mädchen für dich auf zu treiben."
Naima seufzte und setzte sich gegenüber von Ejvind.
,,Ich will dir keine Vorwurf machen... Ich bin an diesem disaster schuld. Ich dachte nur, du willst gewinnen. Ich habe dir Neron nur vorgesetzt, damit du jemand ebenbürtiges hast mit dem du tanzen kannst. Es war nicht mein plan, das ihr so lange mit einander tanzt. Ich habe nicht damit gerechnet, das ihr so gut miteinander tanzt... Ich habe euch gesehen. Ich habe gesehen wie ihr tanzt. Ich habe dich selten so glücklich gesehen. Selbst mit Rose nicht."
Schweigen.
,,Ich werde dir keine Tänzerin mehr vorsetzen, so lange du mit Neron tanzen möchtest. Es ist nur schade, das ihr euer Talent nicht zeigen könnt."
Naima lächelte Ejvind warm an. Es stimmte, was andere über sie sagten. Alle ihre Tänzer, waren wie Kinder für sie. Ejvind erwiderte das lächeln.
,,Danke für dein Verständnis Naima."
Ejvind wollte grade aufstehen, als Naima ihn wieder zurück auf den Stuhl drückte. Sie setzte sich vor Ejvind auf ihren Schreibtisch und verschränkte ihre Arme.
,,Noch zwei Sachen Ejvind."
Sie schien ernst. Ejvind runzelte die Stirn.
,,Cathy hat mir gesagt, dass sie dich draußen gefunden hat. Mit Neron."
Ejvind öffnete den Mund, wurde jedoch von Naima unterbrochen.
,,Erstens. Hast du geraucht? "
Es klang mehr nach einer Feststellung als nach einer Frage. Naima schaute ihn eindringlich an.
,,Nein..."
Lügte er.
,,Hör auf mich an zulügen Ejvind."
Ihre stimme wurde ruhiger. Sie legte eine Hand auf seine Schulter.
,,Ich sehe das du geraucht hast. Nur bitte. Bitte mach es nicht mehr. Du tust dir damit nur unnötig weh."
Ejvind nickte.
,,Und Zweitens. Wegen Neron. Ich weiß nicht was ihr draußen zu zweit gemacht habt und ich will es auch nicht wissen, aber Benutze ihn nicht."
,,Würde ich niemals."
Ejvind schaute Naima ernst in die Augen.
Naima nickte.
,,Ich glaube dir..."
Naima lehnte sich zurück und stand auf.
Ejvind tat es ihr gleich.
Als er grade die Tür klinke hinunter drücken wollte, Hielt er inne. Er schaute richtung Naima und fixierte sie.
,,Es tut mir leid, dass ich dir Unannehmlichkeiten bereitet habe die letzten Jahre... Aber vergiss dich selbst nicht. Du arbeitest erst seit knapp 4 Monaten wieder. Niemand-Ich erwarte nicht, dass du wieder auf dich alleine gestellt bist. Wir sind alle ein Team."
Ejvind wartete nicht auf eine Antwort, sondern verließ einfach das Büro.
Er konnte nicht mehr verstehen, wie Naima sagte...:
,,Ich weiß Ejvind. Du hast mir nie Unannehmlichkeiten bereitet."
Ejvind ging Richtung Umkleide. Als er die Tür öffnete, sah er Neron, der sich sein Oberteil anzog. Ejvind lächelte als er den Spanier sah. Neron lächelte zurück.
Er ging zu seinem Spind und begann sich umzuziehen.
Als er grade sein Oberteil anziehen wollte viel ihn etwas ein. Er tippte Neron an, der sich auf die Bank im Umkleideraum gesetzt hatte und sein Handy studierte.
Neron schaute auf. Ejvind viel auf, das der Blick von Neron kurzzeitig an seinen entblößten Oberkörper haftete. Aus einem ihn unerklärlichen Grund brachte ihn dies zum Lächeln. Er zog sich sein blaues Tanktop über und setzt sich neben Neron, von den er immer noch die ungeteilte Aufmerksamkeit hatte.
,,Ich hätte eine Idee, wie wir an Meisterschaften Teilnehmen können."
Neron hob seine Augenbrauen.
,, Es ist ein verrückter Plan, und wir werden ihn auch nur dann ausführen, wenn du hundertprozentig dabei bist. Ich verspreche dir, wir machen nichts, womit du dich nicht wohl fühlst."
Neron nickte stumm. Ejvind holte einmal tief Luft.
,,Wenn du dich als Frau ausgeben würdest während den Meisterschaften, könnten wir daran teilnehmen."
Neron öffnete den Mund, doch Ejvind unterbrach ihn.
,,Ich weiß, dass ist ein Großes ding für dich, und ich kann total verstehen, wenn du es nicht tun möchtest, doch möchte ich wirklich der Welt zeigen wie gut wir Tanzen können."
Schweigen. Neron schloss kurz die Augen, was Ejvind zum ersten Mal seit Jahren Nervös machte.
,,Ich könnte dir jetzt eine Moralpredigt halten, warum das worum du mich bittest sowas von unverschämt ist. Ich habe dafür gekämpft ein Mann zu sein. Ich habe alles aufgegeben... Aber..."
,,Aber?"
Ejvind schaute den Spanier Fragend an, der ihn wiederum leicht an lächelte.
,,Aber ich habe den gleichen Ehrgeiz wie du, an den Meisterschaften Teil zu nehmen. Ich will wieder etwas gewinnen, und das mit dir... Ich bin dabei."
Ejvind lächelte und umarmte den Südländer.
,,Eine sache noch. Das ist mir unglaublich wichtig. Bitte behandel mich nicht wie eine Frau. Selbst wenn ich so aussehe wie eine."
,,Ich verspreche es."
Ejvind sah den Spanier in die Augen, die von Ehrgeiz und Freude nur so funkelten, doch konnte er auch angst erkennen. In den Augen von Neron, konnte Ejvind Geschichten lesen, Vergangenheit ausgraben, wie er es vorher noch bei keinen konnte. Es schien als würden sie sich nur für ihn öffnen, als ob er der einzige wäre, der sie deuten könnte. Es brachte ihn zum lächeln. Er hatte das Gefühl, als ob sie nur für ihn leuchten würden.
Ejvind war noch nie gut darin seine Gefühle zu deuten, doch genau in diesem Moment, als er nur wenige Zentimeter von dem Spanier entfernt war, und schwor, das er nie schönere Augen gesehen hatte, wurde es ihm bewusst. Er wusste endlich was für ein Gefühl es war, was er selbst bei Rose nicht so stark empfunden hatte. Er war dem Spanier hoffnungslos Ergeben.
Er liebte ihn.
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