Kapitel 11

Am nächsten Tag gingen wir in die Winkelgasse, um meine Schulsachen zu kaufen. Zuerst gingen wir zu Flourish and Blotts. Ich kaufte alle Bücher der zweiten Klasse, die ich noch nicht hatte und noch ein paar aus der fünften um dazu zu lernen.

Danach ging ich zu Madam Malkins, weil meine Umhänge doch schon etwas zu klein waren. Ich wollte gerade aus dem Laden raus gehen, da kamen Draco und sein Vater in den Laden. Ich schreckte zurück.

Draco sah mich und kam auf mich zu. „Rose! Why didn't you answer my letter?", fragte er. Ich sah seinen Vater. Er gab mir einen bedeutungsvollen Blick. Ich sagte: „I'm sorry Draco, I'm in a hurry." und mit diesen Worten schob ich mich an ihm vorbei aus dem Laden.

Ich fand mich selbst schrecklich. Er musste sich ja voll die Vorwürfe machen. Und das nennt man einen liebenden Vater, der seinem Sohn sozusagen das Seelenwohl verbietet. Schlimmer kann es ja gar nicht kommen.

Ziemlich deprimiert ging ich in den tropfenden Kessel und traf dort zufällig auf Molly Weasley, die ziemlich aufgelöst schien. „... where is he? Did he get lost? He has never traveled with Floo powder before!" Ich nahm an, dass sie Harry meinte.

Tja, Harry hatte sich tatsächlich versprochen und deswegen war er in der Nokturngasse gelandet. Das konnte ich ihr natürlich nicht sagen. Dennoch lächelte ich ihr im Vorbeigehen aufmunternd zu.

Dann ging ich hoch in das Zimmer von mir und Milan. Ich erzählte ihm von der Begegnung mit Molly. Von der mit Draco allerdings nicht.

Die restliche Woche bemerkte ich kaum. Viel zu schnell saßen wir in der Bahn zum Bahnhof King's Cross. Dann lehnten wir uns durch die Wand und waren am Gleis 9 ¾. Ich verabschiedete mich schnell von Mama und Papa und Milan und stieg in den Zug ein. Ich sollte wohl gleich versuchen, Freunde zu finden.

Ich überlegte, ob ich Luna Lovegood suchen sollte. Schließlich war sie seltsam genug um eine Slytherin zu mögen und ich mochte ihre Art. Also suchte ich nach ihr. Ich war ganz in Gedanken versunken, als ich plötzlich gegen jemanden rannte.

Es war Hermione.

Peinlich berührt sagte ich: "Oh, sorry, I didn't see you."

Hermione schien nicht ganz bei der Sache zu sein. Sie schien sehr aufgeregt und erkannte mich anscheinend gar nicht. "Do you know where Harry and Ron are?", fragte sie mich.

Denn gerade war der Zug angefahren und die beiden waren wohl nicht hier. Natürlich wusste ich, wo die beiden waren, aber das konnte ich ihr natürlich nicht verraten. Ich sagte nur: "Maybe they missed the train. But I'm sure they'll find a way to get to Hogwarts. Even if they hex a car so that it can fly."

Hermione schaute mich entgeistert an. Da erkannte sie mich erst. Jetzt schien ihr die Situation ein wenig peinlich zu sein. Ich fragte sie: „Do you happen to know where Ron's sister Ginny is?" Sie nickte, und deutete auf ein Abteil.

Ich ging dorthin und sah, wie ich es erwartet hatte, Ginny und Luna darin sitzen. Ich schob die Tür auf und fragte: „Can I sit here?"

Ginny schaute etwas argwöhnisch auf meinen Slytherinumhang, aber Luna nickte. Ich setzte mich erleichtert hin. Ginny starrte mich immer noch an.

Schließlich hielt ich das nicht länger aus. Ich sagte Ginny: „Yes, I know I'm in Slytherin. But I didn't choose it that way. And just so you know, I don't care how pure your blood is. It's total nonsense to judge people about it anyway."

Ich lächelte Ginny an. Sie lächelte vage zurück. Dann meinte Luna: „Did you hear there should be niggles at Hogwarts. And thestrales.."

Ginny starrte sie nur an. Ich nickte. „Yes, I heard that Thestrales are pulling the carriages. Are you able to see them?" Luna nickte. „My mother died."

Ginny schien das alles zwar nicht zu verstehen, aber sie sah Luna mitleidig an. Ich erklärte Ginny: „You have to know, Thestrales are skeleton horses that only people who have seen death can see. Many people are therefore afraid of them. But they're actually peaceful"

Luna nickte. Ginny schien uns beide zwar ziemlich verrückt zu finden, aber sie lächelte. Dann meinte sie: „Look, I have to go find my brother now, I don't know where he is." Ich sagte schnell: „Isn't your brother Ron Weasley? The one who is friends with Harry Potter and Hermione Granger? Hermione has also been looking for Harry and Ron."

Ginny wurde bei Harrys Namen rot. Dann murmelte sie: „Well anyway, I should go find them." Und damit war sie aus dem Abteil. Ich sah Luna an. Sie lächelte. „By the way, my daddy is researching the shrink-horned snore cracker!" Ich tat ganz interessiert. „Really! Cool!"

Und so redeten wir die ganze Fahr weiter. Ginny kam nicht mehr zurück. Erst, als der Zug im Bahnhof Hogsmeade ankam, kam sie in das Abteil hereingelaufen und holte ihren Koffer ab.

Die beiden gingen zu Hagrid, während ich zu den Kutschen ging. Ich setzte mich in eine und nach und nach kamen ein paar Ravenclaws rein. Als sie mich erblickten, machten sie Anstalten eine andere Kutsche zu nehmen, aber die Kutsche war schon losgefahren, also setzten sie sich mit möglichst viel Abstand zu mir hin.

Eine von ihnen war Cho Chang. Ich war ein wenig verwirrt, da ich Cho immer als nett eingestuft hatte. Aber anscheinend ist der natürliche Hass zwischen Slytherins und den anderen Häusern so groß, dass sie nicht einmal versuchen herauszufinden, ob der oder die Slytherin wirklich so schlimm war.

Die Fahrt war sehr ungemütlich, weil mich Cho und ihre Freundinnen die ganze Zeit anstarrten. Als wir ankamen stieg ich als erste aus. Ich konnte es dort drin nicht mehr aushalten. Ich ging ins Schloss, durch die Eingangshalle und in die große Halle. Ich setzte mich an den Slytherintisch, und wie es das Schicksal wollte neben Draco.

Ich versuchte ihn zu ignorieren. Doch ich wollte so gerne mit ihm reden. Es war zum verzweifeln. Draco sprach mich an, doch ich verwies darauf, dass gerade die Erstklässler rein kamen. Er verstummte und schien ziemlich enttäuscht, wenn nicht sogar verzweifelt zu sein.

Ich beobachtete jedoch stur die Auswahl und sah, wie Ginny Gryffindor und Luna Ravenclaw zugeordnet wurde. Dann aßen wir. Ich redete während des ganzen Essens nicht, auch wenn Draco immer wieder versuchte, mich dazu zu bringen.

Aber so war es besser für uns. Sein Vater würde ausrasten, wenn er erfahren würde, wir wären wieder Freunde. Also musste ich ihn, so hart es auch war, weiter ignorieren. Nach dem Essen ging ich direkt in den Gemeinschaftsraum in den Kerkern und dann hoch in den Schlafsaal.

Ich zog meine Vorhänge um das Bett, sodass mich niemand ansprechen oder sehen konnte.

Schon dieser erste Tag war schrecklich gewesen, Wie sollte ich das ein Jahr lang aushalten? Wenigstens vertraute Luna mir. Das war doch schon einmal etwas.

Mir fiel ein, dass Dumbledore Anfang letzten Schuljahrs gesagt hatte, dass er immer ein offenes Ohr hatte. Aber damit wollte ich ihn doch nicht belasten. Ich beschloss, niemand davon zu erzählen, denn es könnte sein, dass das dann auf irgendeinem Weg zu Mr Malfoy geriet, und dann hatte ich das Schlamassel.

Nein, das würde ich allein durchstehen müssen.

***

Am nächsten Morgen versuchte Draco wieder, ein Gespräch mit mir anzufangen. Doch ich ignorierte ihn die ganze Zeit.

Nach einer Woche hörte er damit auch auf. Dafür war er noch gemeiner zu den anderen. Ich schien ihn so verzweifelt zu haben, dass er sich damit befriedigen musste.

Was mir natürlich noch viel mehr Schuldgefühle gab. Doch ich musste die Sache durchziehen. Das war die Sache, die ich mir immer wieder einredete.

Auch an diesem einen Tag, in der fünften Woche zurück in der Schule, dachte ich daran, dass ich mich an die Forderung von Mr Malfoy halten musste. Da rannte ich in jemanden rein.

„I am sorry.", murmelte ich. Erst da erkannte ich, in WEN ich da rein gerannt war. Es war Draco. Ich sah ihn an. Ein Hauch von Verzweiflung lag in seinem und meinem Blick.

Er hauchte: "Rose ... why did you ignore me all the time? Why didn't you answer my letter? " Ich war den Tränen nahe. Ich schaute mich schnell um, ob uns jemand beobachtete und zog ihn dann in ein leeres Klassenzimmer.

Er schien ziemlich überrascht zu sein. Ich presste heraus: „You ... Please ... Draco, just stay away from me. Please, that's my only wish. It's not your fault. It's all my fault. But I can not. Just stay away from me. please ... "

Ich hatte sehr flehentlich geklungen. Draco schaute mich verzweifelt an. Ich meinte: "Please, don't be so desperate, otherwise I will only feel more guilty. It is the way it is and there is nothing we can do about it."

Das schien Draco zwar nicht zu gefallen, aber er willigte ein. Dann stolperte ich, mit Tränen in den Augen aus dem Zimmer. Und schon wieder stolperte ich in jemanden rein.

Es war Luna. Sie sah mein Gesicht und sah mich bestürzt an. Sie zog mich hoch und ging mit mir zum Hof. Dort setzten wir uns in eine Ecke.

Und ich heulte mir bei Luna die Augen aus. Sie wollte nicht wissen, warum ich Draco versetzte, ich sagte ihr, dass es einen guten Grund dafür gab und sie war zufrieden damit. Sie tröstete mich und ich war so froh sie zu haben.

Sie lachte mich noch nicht einmal aus, dafür, dass es um Draco ging. Wie gesagt, sie nahm mich so an, wie ich war. Und dafür war ich so dankbar. Sie meinte, wann immer ich reden müsste, könnte ich zu ihr kommen.

Ich dankte ihr und ging in unseren Gemeinschaftsraum. Dort sah ich Draco. Für einen kurzen Moment trafen uns unsere Blicke. Er sah, wie verweint ich war. Wieder schlich sich ein Hauch von Schuldgefühlen in seinen Blick.

Ich ging an ihm vorbei und flüsterte: „It's not your fault. Rather mine." Er nickte kaum merklich und mir ging es besser. Ich schleppte mich hoch in unseren Schlafsaal, zog die Vorhänge vor, um mich vor Blicken zu schützen und vertiefte mich in Harry Potter 2.

Es war toll in eine andere Welt abtauchen zu können. Obwohl, eigentlich war es keine andere Welt, sondern nur das hier und jetzt aus einer anderen Perspektive. Aber wenigstens ging es nicht um mich.

Wieder kam die Frage hoch, wieso die Muggel das lesen konnten. Wurde damit nicht die Freigabe unserer Welt riskiert?

Doch ich rätselte nicht weiter rum, sondern ging runter zum Abendessen. Ich saß abseits der anderen und war in Gedanken. An alles mögliche.

Ich war unglaublich froh, dass Draco jetzt wenigstens wusste, dass er sich von mir fern halten sollte und dass es nicht seine Schuld war. Ich vermisste ihn zwar sehr, aber es war ein wenig besser geworden.

Dann kam Halloween. Das Festmahl war unglaublich. Ich aß mich durch das leckere Essen. Nach dem Essen gingen wir zurück in die Kerker. Dann kamen wir an dem Korridor an, wo Mrs Norris war.

Ich erstarrte. Ich hatte ganz vergessen, dass heute ja die Kammer des Schreckens geöffnet werden sollte. Alles staute sich. Schließlich sah Draco die Schrift an der Wand:

"The chamber of secrets has been opened again. Enemies of the heir: beware". Er rief es laut.

Dann kamen die Lehrer. Ich ging stumm in unseren Gemeinschaftsraum zurück und dachte nach. Ich setzte ich mich auf einen Sessel. Mit Schrecken wurde mir bewusst, dass auch ich in Gefahr war. Ich war schließlich deutsch.

Doch würde der Erbe Slytherins eine Slytherin umbringen wollen? Nichtsdestotrotz nahm ich mir aber vor, vorsichtig zu sein. Ab dem nächsten Morgen schaute ich immer mit einem Spiegel um die Ecke.

Luna fragte mich warum. Ich erklärte ihr, dass ich hinter dem Monster in der Kammer einen Basilisken vermutete und deswegen keinen direkten Augenkontakt haben wollte. Sie verstand.

Eines Tages dann, als ich mal sehen wollte, wo eigentlich die Küche war, schaute ich wie gewohnt mit einem Spiegel um die Ecke und da sah ich sie: leuchtend gelbe Augen. Und dann sah ich nichts mehr.

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