Chapter 5
Langsam setzte ich mich auf den Stuhl, meinen Rucksack immer noch umklammert. Ich fühlte mich wie ein kleiner Schuljunge, als er sich neben mich hockte und mich ansah, während er meine Hände und Füße tatsächlich fest band. Natürlich. "Wie alt?" Mein Blick musste etwas verstört aussehen, denn erst verstand ich die Frage nicht. "Siebzehn", murmelte ich dann schnell und ich sah sein Gesicht etwas verändern. "So jung und schon so alt", murmelte er, während er wieder aufstand. "Wo kommt deine Weisheit her?" "Weiß ich nicht", schluckte ich. In dem Moment hatte ich keine Ahnung was er meinte oder was er von mir wollte oder was auch immer los war. Ich wusste nur, dass ich mit etlichen toten Menschen und einem Mörder in einer Höhle auf einem Stuhl festgebunden saß und nicht von Entführung zu sprechen war, weil ich freiwillig mitgekommen war. Naja, bis jetzt. Denn jetzt hatte er mich gefesselt. Ich war doch gar nicht so schlau. "Was soll ich jetzt nur mit dir anfangen." Die leise Stimme des Serienkillers und der durchdringende Blick machten mich fertig. "Mich umbringen?", schlug ich fast schon spöttisch vor, aber ich hoffte so sehnlichst, dass er eben das sein ließ. "Dafür bist du mir zu kostbar." Hatte ich mich verhört? Er würde mich nicht umbringen, weil ich zu... kostbar war? Das aus dem Mund eines eiskalten Mörders zu hören machte es nicht weniger schmeichelhaft, trotzdem entgegnete ich nichts. Gehen lassen würde er mich auch nicht. Dafür war ich dann ja auch zu kostbar. Als ich wieder aufblickte war er weg. "Raynard?" Es kam keine Antwort.
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