Chapter 29

Ich sammelte all meinen Mut beisammen. Endlich hatte ich die Chance meine Geschichte zu erzählen. Endlich konnte ich den Menschen sagen was mir auf dem Herzen lag. Endlich würden sie es erfahren. Und jetzt saß hier sogar ein hochrangiger Polizist vor mir und ich konnte ihm alles erzählen. Er forderte mich sogar dazu auf. Eigentlich hatte ich diese Chance nur Raynard zu verdanken. Und ich war dankbar. Mehr als das. "Ich bin obdachlos." Es fiel mir auf, wie einfach die Worte aus meinem Mund kamen. Früher hatte ich mich dafür geschämt. Aber heute... heute war das anders. "Vor ein paar Jahren bin ich aus dem Heim geflohen in dem ich bis dahin gesteckt hatte. Ich wurde dort ständig verprügelt und bekam Strafen. Niemand suchte nach mir. Bis auf eine. Sie war meine beste Freundin. Aber... irgendwann wurde sie erwürgt. In den Büschen in einem Park wurde sie später von der Polizei gefunden. Seitdem war ich alleine. Also, wirklich alleine. Raynard Waits hat mich von der Straße geholt. Er hat mir Essen und Trinken gegeben und ein Dach über dem Kopf, was sogar mehr war als das. Es war ein Zuhause. Er war für mich da. Es war mir egal wer er war und was er getan hat. Für mich war er ein Freund." Etwas panisch bemerkte ich, dass Bosch immer noch skeptisch aussah. "Außerdem hat er meine Eltern gekannt. Er war früher mit ihnen in einem Heim, genau wie ich es bis vor ein paar Jahren auch war. Er wollte mir sagen wie sie hießen, aber er hat es nie..." Ich konnte meinen Satz nicht mehr beenden, zu tief saß noch der Schmerz von seinem Verlust. "Du hast also nicht bei den Morden geholfen?" Sofort schüttelte ich den Kopf. "Er hat mir nie etwas davon erzählt. Manchmal war er den ganzen Tag weg, aber nie hat er mir gesagt was er gemacht hat." "Du hast schreckliches Glück gehabt." Mit diesen Worten stand Bosch auf und verließ den Raum.

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