Chapter 14
Raynard kam erst nach Hause als es dunkel war und ich auf der Couch eingeschlafen war. Naja, bis er kam dann natürlich. Ich hatte irgendwas mit Nudeln aus so einer Packung gekocht und auf ihn gewartet, mir das Haus angesehen in der Zwischenzeit, bis ich dann einfach alleine etwas gegessen hatte. Ich wachte davon auf, dass er sich mit einen Teller voller Nudeln auf einen Stuhl neben dem Sofa setzte und mich ansah. Er hatte das Licht nicht angemacht und es war Nacht. Mittlerweile hatte ich auch die Uhr entdeckt, aber von hier aus konnte man sie nicht sehen. Weil ich nicht wusste was ich sagen sollte und ich ihn nicht beim Essen stören wollte hielt ich einfach den Mund, bis er vielleicht etwas sagen würde. Aber vielleicht wusste er gar nicht, dass ich wach war. Was hatte er eigentlich getrieben? "Wo warst du?", murmelte ich und musste mich dabei ziemlich verschlafen anhören. Er reagierte erst nicht, schien aber nicht überrascht, dass ich sprach, also musste er gemerkt haben, dass ich aufgewacht war. "Ich habe Harry Bosch ein Geschenk gemacht." Ein ungutes Gefühl beschlich mich. "Dem Polizisten? Der hinter dir her ist?" Raynard nickte nur und ich wollte mir nicht vorstellen was dieses Geschenk beinhaltete. "Und du hast tatsächlich eingekauft", sagte er. Vielleicht um das Thema zu wechseln, vielleicht weil ihm das andere einfach nicht so wichtig war oder er es nicht der Rede Wert fand. "Ja", flüsterte ich leise und ich erinnerte mich wieder an die Kassiererin. "Eingekauft", setzte ich leise hinzu, um sie zu verdrängen. Er würde es nicht toll finden, wenn er erfuhr was ich gesagt hatte. Deswegen musste er es auch nicht erfahren. "Wie bist du eigentlich dazu gekommen mir zu vertrauen?" "Oh, ich bin nicht dazu gekommen, ich habe es immer schon." Ich setzte mich überrascht aufrecht hin. "Du hast mir immer schon vertraut? Obwohl du mich nicht kennst?" "Wer sagt denn das?" Im Zwielicht konnte ich sein Gesicht nicht erkennen, aber seine dunklen Augen funkelten auf eine geheimnisvolle und anziehende Weise. "Du kennst mich? Woher? Seit wann?" Raynard stand auf, lief in die Küche und ignorierte meine Frage. Oder eigentlich ignorierte er mich für die restliche Nacht und als ich am Tag darauf aufwachte war er wieder verschwunden.
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