three

Clara´s POV

Selbst wenn Ashtons Story totaler Bullshit war, machte es mir etwas Angst. Es ist wie bei einem Horrorfilm, du weißt zwar, dass es nicht real ist, aber du bist trotzdem die ganze Nacht wach und denkst darüber nach.

Ich saß draußen auf dem Balkon im zweiten Stockwerk und betrachtete den gigantischen Wald, der sich vor meinem Sichtfeld erstreckte. Drinnen wurde immer noch ziemlich heftig gefeiert. Ich wollte lieber hier draußen an der frischen Luft sein und meinen Gedanken nachgehen. Egal wie sehr ich mich darauf konzentrierte etwas in den Wäldern zu erkennen, es war einfach zu dunkel dort. Zwar kamen keine Geräusche aus den Wäldern, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass dort nichts  war.

Ich mochte Horrorfilme nicht. Sie konnten mich echt zu Tode erschrecken. Auch Gruselbücher mochte ich nicht. Gruselgeschichten genauso wenig. Ich hasste Ashton dafür, dass er mir diese total unrealistische und zusammengesponne Geschichte erzählt hat.

Die Tür hinter mir wurde leise geöffnet und ich drehte mich ruckartig um.

"Hey Clara,", sagte Luke lächelnd und setzte sich neben mich.

"Hi Luke.", erwiderte ich leise.

"Was ist los?", fragte er mit einem besorgten Blick.

"Nichts.", seufzte ich und sah wieder zu den Wäldern.

"Ist es wegen Ashtons Geschichte?", fragte er. "Hast du jetzt Angst?"

"Du weißt ganz genau, dass ich solche gruseligen Sachen nicht mag."

"Genau, denn das ist eine Eigenschaft der Clara Williams. Sie mag keine gruseligen Dinge.", witzelte Luke und ich verdrehte genervt die Augen.

"Hey!", ich gab ihm einen leichten Klaps gegen seine Schulter. "Das ist nicht lustig. Ich mag sie einfach nicht. Ich hab eine zu große Fantasie, mit der ich mir zu viel reininterpretiere."

"Ist doch nicht schlimm. Das ist süß an dir.", grinste er.

Ich versuchte ein Lächeln zu unterdrücken, doch meine Wangen färbten sich schon dunkelrot.

"Ich weiß genau, wie ich dich wieder auf andere Gedanken bringen kann.", Luke erhob sich bei seinen Worten und reichte mir seine Hand.

Ich nahm sie dankend an und zog mich an ihm hoch. "Wie?"

"Nunja, du magst keine gruseligen Sachen, denn du denkst, dass sie wahr sind, richtig?", fragte er noch einmal nach.

"Und deswegen werde ich dir jetzt beweisen, dass Ashton absoluten Müll erzählt hat."

Er zog mich sanft an meiner Hand durch das überfüllte Haus nach draußen an die klare Nachtluft.

"Und wie willst du das anstellen?", fragte ich misstrauisch als wir in den Garten gingen.

"Mhh.. Dort sind die benannten Wälder.", er betrachtete nachdenklich die 50 Meter entfernten Bäume. "Wir werden sie uns einfach ansehen."

"Was?", rief ich entsetzt. "Nein nein nein. Luke, nein!"

"C´mon. Es wird dir schon nichts passieren.", Luke legte seine Hand beschützerisch auf meine Schulter.

"Nein, ich werde mich diesen gruseligen Wäldern nichtmal ansatzweise nähern.", entschied ich und verschränkte meine Arme.

"Clara!". bettelte er. "Sonst wirst du diese unsinnige Angst nie überwinden."

"Aber diese Wälder sind mir unheimlich.", gab ich zu und begann leicht zu frösteln.

"Clara bitte.", bettelte er und setzte den Hundeblick auf. "Dir wird nichts passieren."

Ich seufzte. Zwar sträubte sich alles in mir  gegen diesen Gedanken, aber wahrscheinlich sollte ich es tun. Selbst meine innere Stimme sagte mir, dass Ashtons Story nur zusammengesuchter Müll war. Ich sollte mir keine Sorgen darum machen. So konnte ich wenigstens etwas Zeit allein mit Luke verbringen. Mein Bauch begann bei diesem Gedanken zu kribbeln und die Aufregung machte sich in mir breit.

"Also, was sagst du?", hakte Luke wieder nach.

"Okay.", antwortete ich leise.

Er grinste mich an und nahm meine Hand. "Na dann los."

Wir bewegten uns langsam und schwiegen. Meine und Lukes Finger waren ineinander verknotet und er drückte meine Hand fest, damit ich keine Angst bekam. Sein Daumen malte kleine Kreise auf meinen Handrücken, was wieder Schmetterlinge in meinem Bauch in Bewegung brachte.

"Clara?", brach Luke die Stille.

"Mhh?"

"Die siehst ziemlich gut aus, ich denke das habe ich noch nicht erwähnt.", machte er mir ein Kompliment und spielte dabei mit seinem Lippenring.

Ich bemerkte wie ich rot wurde. "Danke, Luke."

"Sonst trägst du keine Röcke. Warum dann heute Nacht?", fragte er weiter und klang wirklich interessiert.

"Oh um, ich dachte ich sollte mal etwas ändern." Und das war auch wahr. Ich trug nur zu besonderen Anlässen einen Rock an, aber das kam nur selten vor.

"Willst du etwa die Aufmerksamkeit von, sagen wir, Jemandem erregen?"

"Um ehrlich zu sein, ja.", gab ich zu.

"Nunja, wer auch immer es ist, du hast es bestimmt geschafft. Du siehst absolut umwerfend aus."

Ich lächelte ihn schüchtern an und begann leicht zu lachen. "Danke."

"Wir sind da.", informierte mich Luke, als wir den Rand der Wälder erreichten.

Von nah waren sie sogar noch gruseliger. Diese Umgebung hatte so eine gruselige Wirkung, sodass ich gleich ein unangenehmes Gefühl in meiner Magengrube bekam. Man konnte beinahe nichts erkennen und es herrschte absolute Stille.

"Siehst du, ist doch gar nicht so schlimm.", versuchte er die Stimmung etwas aufzulockern und drückte meine Hand fester.

"Stimmt. Es ist nur gruselig.", meinte ich zu ihm und sah mich etwas um, konnte jedoch nichts erkennen.

"Finde ich auch. Es ist dunkel und hier sind viele Bäume. Es ist verdammt dazu gruselig zu sein.", er sah mich an und wir begannen zu lachen.

"Wie dem auch sei.", sagte ich augenrollend.

"Also hast du immer noch Angst vor Ashtons Geschichte?"

"Ich finde sie noch gruselig, aber es ist nicht mehr so stark."

"Gut, dann hat mein Plan funktioniert."

"Wollen wir wieder zurück?", fragte ich ihn, weil mir etwas unwohl bei dem Gedanken in einem dunklem Wald zu stehen wurde.

"Noch nicht.", sagte Luke und begann schief zu lächeln.

"Und warum nicht?", fragte ich etwas verwundert nach.

"Mir gefällt es hier." Er hielt immernoch meine Hände, aber seine andere Hand legte er auf meine Hüfte. Ich zuckte bei seiner plötzlichen Berührung zusammen, fasste mich aber schnell wieder, weil ich es genießen wollte.

"Es ist dunkel und es ist gruselig, warum gefällt es dir hier?", ich konnte nicht verstehen, was ihm an diesem Ort lag.

"Nunja, ich bin hier ganz allein mit dir. Hier sind keine Leute, die uns stören, nur wir.", antwortete er mir und meine Augen wurden größer.

"Oh.", ich begann schüchtern zu lächeln. "Also mir gefält es auch mit dir ungestört Zeit zu verbringen."

Er machte einen Schritt auf mich zu. "Wen wolltest du beeindrucken?"

"Jemanden.", antwortete ich ihm geheimnisvoll und er sah mich mit hochgezogenen Brauen an.

"C´mon Clar."

Ich atmete tief ein und murmelte dann schnell: "Dich du Idiot."

"Ich hatte gehofft, dass du das sagst.", flüsterte Luke und drückte dann seine Lippen auf meine.

Er wickelte beide Arme um meine Hüfte und meine Hände lagen auf seiner Brust. Unsere Lippen arbeiteten perfekt gegeneinander, langsam und anmutig. Ich legte meinen Kopf etwas schief und vertiefte unseren Kuss. Es stürmten Millionen von Emotionen durch meinen Kopf und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen.

Ich lächelte in den Kuss hinein und er zog mich näher an sich, seine Hände fanden den Weg unter mein Shirt und ruhten schließlich auf meinem nackten Rücken.

Wir zucken auseinander, als plötzlich ein Rascheln aus dem Wald kam.

"Was war das?", flüsterte Luke ängstlich.

"Was? Der Kuss oder das Geräusch?", flüsterte ich ängstlich zurück.

"Gerade kann ich nur an das komische Geräusch denken und es wird mit jeder Sekunde lauter.", stellte Luke fest, nahm meine Hand und zog mich schnell ein Stück von dem Wald weg.

"Hab dich nicht so Luke. Das war wahrscheinlich nur ei-"

Das Geräusch von dem Kratzen am Holz löste Gänsehaut auf meinem gesamten Körper aus.

"Luke, wenn das nur eine Falle ist um mich zu erschrecken..", ich warf ihm einen bösen Blick zu.

Das Kratzen wurde wieder lauter und diesmal hörte man auch ein Messer, was über die Rinde der Bäume schabte.

"Lass uns gehen.", drängte mich Luke und wir rannten zusammen zurück zum Haus.

"Du wolltest mir doch nur Angst machen, die ganze Zeit über!", schrie ich ihn an als wir vor dem Haus standen.

"Nein! Ich schwöre, damit habe ich nichts zu tun.", er hob seine Hände verteidigend in die Höhe.

"Du wolltest mich dazu bringen, dass ich mit dir in den Wald gehe und dann sollte einer deiner Freunde gruselige Geräusche machen!", fuhr ich ihn an und drückte ihn an seinen Schultern von mir,

"Clara, das war ich nicht! Ich wusste nichts davon!"

"Du weißt wie einfach ich Angst bekomme!", keifte ich ihn an und merkte wie stark meine Finger zitterten.

"Clara, ich-"

"Ich bin fertig mit dir, Luke Hemmings!", schrie ich ihn an.

"Ich hab keine Ahnung was zur Hölle das im Wald war, Clara!", sagte er und langsam riss sein Geduldsfaden.

"Aber natürlich.", äffte ich ihn nach. Das war nicht das erste Mal, dass Leute meine Angst ausgenutzt hatten.

"Clara, bitte."

Ich ging zur Tür, aber dann griff er nach meiner Hand. "Was?!"

"Ich hatte wirklich nichts damit zu tun. Ich glaube ich fühle etwas für dich, was ich nicht verlieren will.", er lächelte leicht und sah mich hoffnungsvoll an.

Ich rollte mit den Augen. "Der Punkt ist, dass du mich extra in den Wald gebracht hast, damit du mir Angst machen konntest."

"Das war nicht der Grund dafür.", er nahm mein Gesicht in seine Hände.

"Aber warum sollte ich dann mit dir in den Wald kommen?", fragte ich vorsichtig.

"Ich hatte keinen bösen Hintergedanken.", er begann zu lachen und schüttelte seinen Kopf. "Aber lass uns das für einen Moment vergessen."

Luke lächelte. "Der Grund dafür warst du. Ich mag dich."

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Neues Kapitel :D

Es hat zwar fast keine Leser, aber damit habe ich kein Problem, dann schreibe ich es halt für mich *und nur für mich* *Paah ;D*

Nein Spaß, ich freue mich über Leute, die das lesen :D

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