eins
"Rewi!" Ich zog mir meine Bettdecke über den Kopf. "Basti!" Meine Antwort bestand aus einem Brummen. "Sebastian!" Genervt schlug ich die Bettdecke weg. Ein hellwacher Simon grinste mich an. Wie kann man nur morgens so glücklich sein? "Guten Morgen, Dornröschen!", begrüßte er mich. Ich drehte meinen Kopf, allerdings nur so weit wie nötig, um auf meinem Handy zu gucken, wie spät es ist. Erschrocken riss ich die Augen auf. "Mann, Simon! Es ist halb sieben! Ich hab gestern lange aufgenommen und bin mega müde!", knurrte ich ihn verschlafen an. Er lachte nur. "Hast du etwa vergessen, was heute ansteht?" Fragend hob ich eine Augenbraue. "Die Hochzeit!", lachte er. Ich schlug mir vor die Stirn. "Ja natürlich! Sorry, ich dachte die wäre nächste Woche", log ich. In Wahrheit hatte ich Cengiz' und Sahras Hochzeit total verplant. Gerade als Simon ansetzte, etwas zu sagen, klingelte es Sturm. Stöhnend hielt ich mir die Ohren zu, nur um dann trotzdem aus dem Bett steigen zu müssen. Simon verließ mit einem "Palutilein ist übrigens bei mir. Bis später, Dornröschen!" das Zimmer und meine Wohnung und ich zog mir schnell ein Shirt über. Ich nahm den Hörer ab und röchelte "Hallo?". Meine Morgenstimme war echt zum Speien. Als die Antwort "IIIEEEAAAHRGH REEEWIIIHIIIEEE!" lautete, fiel mir ein, dass ich vielleicht vorsichtshalber den Hörer auf Sicherheitsabstand hätte halten sollen. "Jetzt bin taub!", grummelte ich und öffnete die Haustür. Während Felix die Treppe hochlief, schrie er "Rotpilz in the house!", was sämtliche Bewohner des Hauses dazu brachte, zurückzubrüllen "Hey Felix!". Ich rollte mit den Augen. "Ruhe ist in diesem Haus ein Fremdwort", nuschelte ich vor mich hin, als es an meiner Wohnungstür klopfte. Ich sah durch den Türspion, obwohl ich genau wusste, dass es Felix war. Einfach um zu sehen, wie er sich durch die Haare fährt und auf seiner Unterlippe rumkau- Nein, Rewi. Nein, das willst du nicht sehen. Und du wirst jetzt ganz sicherlich nicht rot! Schnell öffnete ich die Tür und begrüßte ihn. "Hey. Komm rein." Während er an mir vorbeilief, schloss ich die Tür. Felix setzte sich auf mein Bett und starrte auf Tobias. "Alter, was habt ihr ihm angetan?", fragte er gespielt geschockt. "Er hat sich irgendwas bei Lizardmann eingefangen", erklärte ich ihm mit ernstem Gesichtsausdruck. Er lächelte mich an und klopfte neben sich. Ironisch erwiderte ich:"Oh dankeschön, dass ich mich auf mein Bett setzen darf", und hockte mich neben Felix. Er sah kritisch auf meine Haare. "So willst du gehen?" Ich sah ihn genervt an. "Nein, natürlich nicht. Ich komm gerade erst aus'm Bett." Er grinste. "Ach deswegen auch dieses hübsche Outfit." Ich sah an mir herunter. Schwarze Boxershorts und mein Rewilz Hoodie. "Doch, doch, das ist schon fertig, nur halt die Frisur nicht", witzelte ich. Lachend ließ er sich auf mein Bett fallen. "Also mir gefällts, nur ob die anderen das auch so sehen, weiß ich nicht.", grinste Felix. Ich ließ mich neben ihn sinken und sah ihn gespielt verführerisch an.
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