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Taehyung Pov

Trotz der Sonnenstrahlen, die zart über meine Haut streichen, zittere ich als ich mich vor den prächtigen Apfelbaum auf dem Hof von Jungkooks ehemaliger Schule hocke.

Meine Finger, die die Handschaufel in meiner rechten Hand umklammern, fühlen sich taub an. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich hier einfach nur so da hocke und das Gras direkt vor mir anstarre, das Gras an dem ich anfangen sollte zu buddeln.

Heute würde man Jungkook endlich aus dem Krankenhaus entlassen und ich werde wieder die Möglichkeit bekommen ihn in den Arm zu nehmen.

Je schneller ich also diese ganze Sache hinter mir habe, desto früher werde ich ihn in den Arm nehmen können, auch wenn er mich wahrscheinlich erst einmal anschreien und mir Vorwürfe machen wird, weil ich mein Versprechen ihm gegenüber gebrochen habe nachdem er mir den Standort des Koffers verraten hat.

Er hatte eine Bedingung an mich. Ich musste ihm Versprechen, dass ich nichts alleine unternehmen würde, aber ich konnte nicht einfach still da sitzen, mit dem Wissen wo der Koffer ist

Seowon hatte es Jungkook verraten nachdem dieser die Kugel abbekam, er verriet es ihm weil er hoffte wir würden dem ganzen ein Ende bereiten und ich hasste ihn dafür.

Er war es, der dieses Chaos verursacht hatte und trotzdem zog er uns in das ganze hinein, damit wir hinter ihm aufräumen.

Ich hasse diesen Kerl.

Ich hasse ihn so sehr, dass ich Angst vor mir selber habe, weil ich befürchte, das ich nicht zögern würde wenn ich ihn sehe, das ich ihn ohne mit der Wimper zu zucken umbringen würde.

Er hat Hajun vor meinen Augen erschossen und er wäre auch fast für Jungkooks Tod verantwortlich gewesen. Ich kann nicht beschreiben, wie sehr ich ihn hasse und wie sehr dieser Hass mich zu zerreissen droht.

Mein Blick wandert nach oben zu dem Herz mit den Buchstaben die Seowon in den Baum geritzt hat.

B + S

Bora und Seowon

Jungkook sagte, dass sich direkt darunter der Koffer vergraben befindet, das ist die Information die er von diesem Kerl bekommen hat.

Obwohl mir immer noch schlecht ist und ich befürchte jeden Moment wieder zu kotzen, bohre ich die Spitze der Schaufel in die Erde und fange an zu graben.

Zuerst langsam, dann haue ich die Schaufel immer schneller, immer tiefer in die Erde und benutze irgendwann meine eigenen Hände, als ich mir machtlos vorkomme.

Die Erde, die sich unter meinen Nägeln ansammelt, der Himmel der sich grau färbt und dann den Regen schickt, selbst meine schmerzenden Beine interessieren mich nicht, denn mit jedem Zentimeter den ich tiefer vordringe, komme ich dem Ende dieses ganzen Alptraums näher.

Mit meinen dreckigen Händen streiche ich meine vom Regen durchnässten Haare nach hinten und ignoriere die Schmerzen aufgrund der plötzlichen Kälte.

Ich merke kaum, wie sich das Tageslicht ändert und die Sonne dem Mond Platz macht. Trotz der Dunkelheit grabe ich weiter, ich bin erschöpft und deutlich langsamer als noch ein paar Stunden zuvor, aber ich höre nicht auf, benutze all die Kraft die mir noch übrig geblieben ist und buddel weiter, bis ich mit dem Fingernagel des rechten Zeigefingers gegen etwas hartes stoße.

Fluchend ziehe ich die Hand zurück und sehe, dass ein ganzes stück eingerissen ist und anfängt zu bluten, ziemlich stark, aber das ich gegen etwas hartes gestoßen bin ist wichtiger.

Sofort beuge ich mich wieder vor und grabe weiter um den Gegenstand herum, bis ich ihn mit beiden Händen und ganzem Körper Einsatz herausziehen kann.

Meine Hände zittern und mein Blick ist Dank des Regens vollkommen verschwommen, aber ich erkenne den metallenen Koffer definitiv wieder. Es ist vielleicht 8 Jahre her, aber ich vergesse ihn nicht, er ist es.

Sofort klemme ich ihn unter meine Achsel und laufe damit zum großen Geräteschuppen der Schule für den ich mir bereits vor drei Tagen den Schlüssel habe besorgen lassen. Mit Geld lässt sich wirklich so einiges regeln.

Ich lasse die Tür hinter mir ins Schloss fallen, werfe alle Geräte die auf dem Holztisch in der Mitte stehen runter und stelle den Koffer darauf, aber bevor ich ihn wieder anfasse, denke ich an Jungkooks Worte.

Er sagte, dass Seowon ihn immer wieder davor warnte die Dinge darin anzufassen, weil er sonst seine Fingerabdrücke darauf verteilen würde. Ich will zwar wissen, was sich darin befindet, aber ich möchte auf keinen Fall zusammen mit diesen beiden Bastarden hinter Gitter wandern und mir am Ende noch eine Zelle mit ihnen teilen.

Ich krame die weißen Stoff Handschuhe aus den Taschen meiner Jacke und ziehe sie über meine dreckigen und teilweise blutenden Hände bevor ich den Schlüssel aus meiner Hosentasche hole.

Auch wenn es mir lieber wäre, ich wäre vollkommen cool, brauche ich dank dem zittern eine Weile bis ich den Schlüssel in das dafür vorgesehene Loch bekomme.

Dann hole ich einmal tief Luft und bevor ich mich selber davon abhalten kann, drehe ich ihn um und öffne den Koffer.










Meine Berechnungen waren wie erwartet falsch, allerdings nur um ein Kapitel, ich denke es werden 80 Kapitel 😊

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