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Unbekannt Pov
Ich ziehe die Kapuze tiefer ins Gesicht als ich den Laden betrete. Es gibt zwar keinen besseren Weg um aufzufallen, aber ich kann es mir nicht leisten von irgendwelchen Kameras aufgenommen zu werden, darauf warten die doch nur.
Wie immer bezahle ich auch jetzt Bar und verlasse den Laden ohne mich ein weiteres Mal umzusehen. Meine Hände sind immer in den Taschen meines Kapuzenpullovers vergraben, für den Fall das sie mich finden und ich die Waffe die ich darin versteckt habe benutzen muss.
Das Hotel befindet sich direkt neben dem Laden und ich bin froh das die Dunkelheit der Nacht mich schützend umhüllt als ich hinaus trete.
Ich betrete die Lobby und sehe das sie auf einem der schicken und teuer aussehenden Sessel bereits auf mich wartet, aber als ich ihr dir Hand hinhalten um ihr beim aufstehen zu helfen, ignoriert sie sie und läuft an mir vorbei zu einem der beiden Aufzüge.
Es ist immer wieder unangenehm sie zu treffen, nicht nur weil ich ihr ganzes Leben ruiniert und ihr unbeschreiblichen Schmerz zugefügt habe, sondern auch weil sie den Hass den sie mir gegenüber empfindet in ihren Augen trägt.
Es interessiert sie nicht was für Gründe ich hatte und ich verübel ihr das nicht mal denn für das was ich getan habe gibt es keine passende Entschuldigung, keinen Grund der es rechtfertigen könnte.
Die Stille im Fahrstuhl ist erdrückend und unangenehm, aber ich traue mich nicht auch nur ein Geräusch zu machen, selbst das Atmen habe ich ganz eingestellt.
Ich wage es von der Seite einen Blick auf sie zu werfen. Sie hat sich seit den Foto Aufnahmen von vor 8 Jahren ziemlich verändert. Damals wirkte sie fröhlich, als könnte ihr niemand in der Welt dieses Glück nehmen und jetzt ist es das genaue Gegenteil, sie sieht aus als hätte sie die Suche nach Glück aufgegeben.
Ihr Haar ist schütter, das Gesicht blass und sie wirkt ausgehungert. Das sie so aussieht ist meine Schuld und es verstärkt die Schuldgefühle unter denen ich jeden Tag zu leiden habe nur, aber vielleicht sollte jemand wie ich der anderen Leuten viel mehr Leid zugefügt hat nicht reden.
Mit der Karte öffnet sie die Tür zum Zimmer und lässt mich hindurch treten. Sofort schmeißt sie ihre Tasche auf den Boden und lässt sich auf einen der beiden Sessel fallen.
"Hör zu...", fange ich an, aber sie unterbricht mich mit einer simplen Handbewegung die mir all die Worte die gerade hinaus wollten abschneidet.
"Ich weiß was du tun willst, du tust es jedes mal wenn mir uns treffen, aber ich habe keinen Nerv für deine Entschuldigungen. Ich möchte nur Antworten."
Man merkt das es ihr in der Situation in der sie steckt wirklich nicht gut geht. Jedes andere mal hat sie nur kalt mit mir gesprochen, ihre Stimme war sicher und voller Hass, aber dieses mal ist es Erschöpfung und Resignation die aus ihr spricht.
"Du weißt wahrscheinlich schon was passiert ist, nicht wahr?", fragt sie und massiert sich die Schläfe.
Ich ziehe den Mundschutz und die Kapuze herunter und setze mich ihr gegenüber hin. Dabei brauche ich keinen Spiegel um zu wissen wie erbärmlich ich aussehe, wie ein Tier das sich vor der Gefahr fürchtet. Auch wenn diese Frau nicht unbedingt gefährlich ist, so kann sie alles was ich geplant habe ruinieren.
"Hör zu, es läuft so einiges aus dem Ruder, aber du musst nicht darunter leiden. Wie viel brauchst du?"
Ich hole meine Brieftasche aus der hinteren Hosentasche heraus und lege das ganze Bargeld das ich darin besitze auf den Tisch. Es ist nicht genug um das wieder gut zu machen was ich getan habe, kein Geld der Welt wäre genug, aber ich muss ihr irgendwie helfen, wo ich doch schuld an dieser Misere bin.
Aber sie hat nicht vor irgendeine Geste der Hilfsbereitschaft von mir anzunehmen. Sie beugt sich vor, nimmt das Geld und wirft es mir gegen die Brust.
"Ich brauche das Geld nicht, es ist nicht einmal deines. Alles was ich von dir möchte ich das du das ganze in Ordnung bringst und dann deine Strafe bekommst, das ist der einzige Grund warum ich noch nicht die Polizei benachrichtigt habe."
Sie kramt aus ihrer Tasche eine Flasche Wasser heraus und trinkt sie in einem Zug leer.
"Es tut mir leid." Diese vier lächerlich nutzlosen Wörter sind das einzige was ich zustande bringe, in den ganzen Acht Jahren seit dem Vorfall und den letzten Jahren seit ich sie kontaktiert habe, habe ich nicht mehr rausgebracht als erbärmliche Entschuldigungen.
"Spar dir das. Du hast meinen Mann getötet und ich verstehe selber nicht warum ich dich nicht mit meinen eigenen Händen umbringe, aber du bist nun mal die einzige Chance für mich diesem Kind ein gutes Vorbild zu sein. Ich hasse dich, ich hasse dich so sehr das ich mich selber dafür verabscheue weil ich die selbe Luft atme wie du, aber ich möchte das du es zu Ende bringst."
Zu ende bringen was ich bereits angefangen habe. Sie ist unglaublich stark, nicht weil sie dem Mörder ihres Mannes gegenüber sitzt ohne vor Wut an die Decke zu springen, sondern weil sie bereits so viele Situationen in ihrem Leben überlebt hat.
"Weswegen wolltest du dich treffen, Jungsook?", frage ich und beobachte ihre blassen Hände die fast vorsichtig über ihren Bauch streichen.
"Du hast mir nie gesagt, das Taehyung in die ganze Sache hineingezogen werden würde. Ich habe fragen an dich, so viele Fragen, aber zu aller erst: Wer ist Jungkook und wie ist er in die ganze Sache verwickelt?"
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