○40○
Jungkook Pov
Taehyung steht einfach nur da ohne etwas zu sagen. Ein mal macht er den Mund auf und ein "Ich..." verlässt seinen Mund, aber er bricht ab und richtet seinen Blick auf den Boden als würde er dort nach der Bedeutung in meinen Worten oder sogar nach dem Grund dahinter suchen.
Er ist verwirrt, aber das ist nicht alles. Bis eben wusste ich nicht das sich so viele Gefühle in dem Gesicht eines Menschen verbergen können, aber bei ihm brauche ich nicht raten wie er sich fühlt, es ist deutlich sichtbar.
Ich möchte das nicht tun, ich ertrage es ja nicht einmal ihn so zu sehen, aber wenigstens ist er da und er ist unversehrt, was nicht lange so bleiben wird wenn ich nicht aus seinem Leben verschwinde.
"Du brauchst nichts zu sagen." Meine Stimme ist zu meiner eigenen Überraschung fest und bestimmt und das obwohl ich gerade nichts lieber tun würde als meine Arme um seinen Hals zu schlingen.
"Jungkook... Ich verstehe das nicht. Erklär es mir", sagt er und sieht doch wieder hoch zu mir, seine Augen Strahlen Verzweiflung und hilfslosigkeit aus.
Als ich Taehyung das erste mal in der Uni begegnet bin hätte ich nie damit gerechnet ihn jemals in einem solchen Zustand zu sehen, vielleicht habe ich sogar gehofft das es niemals dazu kommen würde und jetzt stehe ich hier und bin sogar der Grund dafür.
"Es sind noch zwei Wochen bis die Zeit abgelaufen ist, danach würden sich unsere Wege sowieso trennen, es ändert nichts, selbst wenn wir es zwei Wochen früher tun."
Seit wann ist aus mit ein so guter Lügner geworden? Früher konnte ich Leuten nicht einmal in die Augen sehen wenn ich sie angeschwindelt habe und jetzt erzähle ich die größte Lüge meines Lebens und bin so beeindruckt von mir selber das es schon angsteinflößend ist.
"Das war nicht meine Frage. Warum? Was habe ich falsch gemacht?", fragt er und tritt einen Schritt näher an mich heran. Ich schüttle den Kopf um ihm zu zeigen das er das lassen soll, aber es hindert ihn nicht daran sich direkt vor mir aufzubauen.
"Ich liebe dich nicht", sage ich und sehe zu ihm hoch, sehe ihm direkt in die Augen um jeden Zweifel in ihm zu beseitigen, aber er schüttelt einfach nur den Kopf.
"Lügner", erwidert er und sieht mich durchdringend an. Wie hat er erkannt das es eine Lüge ist? Was ist es das mich verrät?
"Wieso glaubst du ich Lüge?", frage ich gespielt verächtlich und verziehe die Lippen zu einem schiefen Lächeln.
"Was ist hier los Jungkook? Was ist die Wahrheit?"
Die Art, wie er meiner Frage ausweicht und stattdessen eine andere stellt wirft mich aus der Bahn und kurz fällt die Lügen Maske die ich mir selber gebastelt habe.
Taehyung hebt die Hand und obwohl ich nicht aufgeben, obwohl ich sie weg schlagen sollte, lasse ich es zu das er sie auf meine Wange legt und meinen Kopf hoch hebt damit ich ihm weiter in die Augen sehe.
Wenn es einen Preis für die schlechteste Lüge und das schlechteste durchhaltungsvermögen gäbe, dann wäre ich sicher der Gewinner. Ich wollte es wirklich tun, ich wollte ihn abweisen damit sie das Interesse an ihm verlieren und jetzt stehe ich hier und sehe ihn unschlüssig an.
"Ich habe Angst", rutscht es mir leider aus.
Taehyung nickt und lächelt erleichtert, dann hebt er auch seine zweite Hand und legt sie mir sanft auf die Wange. Wie ich seine Berührungen liebe. Ich liebe sie, weil er in einem Moment so sanft ist, als hätte er Angst ich könnte zwischen seinen Händen zu Staub zerfallen wenn er zu grob ist und in anderen Moment voller verlangen.
Wie hätte ich dieses Schauspiel auch durchziehen können? Spätestens beim Packen des Rucksacks wäre ich in Tränen ausgebrochen.
"Du brauchst keine Angst zu haben, ich bin hier", sagt er und nimmt mich dann in den Arm.
Die ganze Zeit habe ich darauf gehofft er würde das tun, das er wieder diese wohlige Wärme mit jemandem wie mir teilt.
"Ich fürchte mich nicht weil mir etwas zustoßen könnte. Ich habe angst um dich."
"Um mich?", fragt er überrascht und möchte sich aus der Umarmung befreien, aber ich schlinge die Arme fester um ihn und drücke ihn wieder an mich.
"Dir darf nichts zustoßen, ich könnte das nicht ertragen."
Wenn man mir noch vor einem halben Jahr gesagt hätte das diese Worte irgendwann meinen Mund verlassen würden, dann hätte ich nur gelacht. Niemals hätte ich gedacht das mir ein Mensch so wichtig sein könnte wie er, so wichtig das ich bereit wäre alles aufzugeben nur damit es ihm gut geht.
"Das wird nicht passieren. Mir wird es gut gehen und ich werde dafür sorgen, das dir nichts passiert, niemals wieder."
Mir ist bewusst, dass es ein großes versprechen ist das kein Mensch einzuhalten vermag. Niemand kann die Sicherheit eines anderen garantieren, weil es verschiedene Faktoren gibt die dieser Gefährlich werden können.
Es ist mir bewusst, das er nicht mit mir in die Schule kommen kann und das er mich nicht überall hin begleiten kann, trotzdem nicke ich und vertraue auf dieses Versprechen, weil ich weiß, dass es von Herzen kommt und weil ich genau das gleiche für ihn tun werde.
"Möchtest du immer noch gehen, Jungkook?", fragt er und sieht mich wieder mit seinem klaren Blick an der mir förmlich bereits die Antwort entgegen schreit. Sie nehmen mich gefangen und genau so wie seine Stimme haben sie eine spezielle Wirkung auf mich.
Ein Wort, das einem normalerweise leicht über die Lippen geht, es kann sogar nur ein Kopfschütteln sein und doch bringe ich es nicht zustande, weil ich viel zu gefangen in dem glänzenden Braun seiner Augen bin, in diesem Blick der mich nie wieder frei lassen wird.
"Es tut mir leid", sagt er und lehnt seine Stirn gegen meine. "Ich weiß ich habe dir gesagt, dass nur du diese Beziehung verlängern kannst, aber ich fürchte das, auch wenn es egoistisch ist, ich dich nicht loslassen kann. Ich möchte nicht das du gehst."
Er hat die Augen geschlossen und es sieht so aus als müsste er mit sich selber kämpfen. Wieso entschuldigt er sich dafür? Eine Entschuldigung für die Worte auf die ich unbewusst gewartet habe und jetzt wo er sie ausgesprochen hat, merke ich wie sehr ihr sie hören wollte.
Ich weiß das er auf eine Erwiderung wartet, genau so sehr wie ich weiß das er sich die ganze Zeit über genau sowie jetzt zurückgehalten hat, aber es ist ein Fakt das ich nicht gut mit Worten bin. Egal wie schön meine Gedanken sind, wenn ich versuche sie laut auszusprechen kommt nichts gutes raus.
Wenn ich ihm also nicht mit Worten sagen kann was ich empfinde, dann verpacke ich meine Gefühle eben in Taten.
Ich überwinde diesen ohnehin winzigen Abstand zwischen uns und lege meine Lippen auf seine. Langsam fange ich an sie auf seinen zu bewegen.
Es ist ungewohnt für mich den ersten Schritt zu machen und jetzt erst verstehe ich wie sich Tae gefühlt haben muss, auf mich zuzugehen und nicht zu wissen was ich auf seinen Versuch der Annäherung erwidern würde.
Taehyung legt seine Hand auf meine Wange und bewegt seine Lippen mit meinen. Wieso merke ich erst jetzt, das mir das so sehr gefehlt hat?
Er streicht mir die Haare aus dem Gesicht und vertieft den Kuss.
"Taehyung", sage ich und unterbreche den Kuss kurz. "Wir sollten ins Zimmer gehen..."
Ich habe den Kopf gehoben, kann ihm allerdings nicht in das Gesicht sehen und trotzdem weiß ich aus irgendeinem Grund das er lächelt.
"Ist das eine Einladung?", fragt er eher als Scherz gemeint, aber ich nicke und kralle mich an seinem Pullover fest. Das hier kostet mich eine Menge Mut, weil ich sonst nie etwas von mir aus starte, aber ich habe auch noch nie etwas so sehr gewollt wie das hier mit Taehyung.
"Ja."
Riecht ihr das...?
Ich glaube es ist Smut ( ͡° ͜ʖ ͡°)
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top