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Jungkook Pov

Das Krankenhaus, in das Taehyung gebracht wurde ist über eine Stunde weit von seiner Wohnung entfernt. Weder in der Bahn, noch in dem Bus in den ich umsteigen musste konnte ich still sitzen.

Ich habe versucht mir einzureden das es ihm gut geht. Taehyung ist jemand der aus schrecklichen Situationen noch stärker hervor geht, es kann nicht sein das ihm was Schlechtes zugestoßen ist.

Aber sollte das doch der Fall sein... Was soll ich tun wenn er schlimm verletzt ist? Alleine der Gedanke daran ist unerträglich. Wann hat er es geschafft mich so an ihn zu fesseln?

Wie hat er es geschafft mich dazu zu bringen mich in ihn zu verlieben, wenn er nichts anderes gemacht hat als mein Herz durcheinander zu bringen?

Ich klopfe an die Tür zu dem Zimmer in dem Taehyung sich befinden soll und warte auf eine Antwort. Die Zeit in der mich nichts als Stille umgibt ist unterteäglich und ich würde im moment alles für das heulen eines Kindes geben. Gerade als ich erneut den Arm hebe um abzuklopfen, schlingt jemand hinter mir seine Arme plötzlich um mich.

"Du bist schnell", raunt er mir ins Ohr und ich Wirbel herum.

"Was zur..."

Er weicht zurück und gibt mir so die Chance ihn von oben bis unten zu Mustern. Ich brauche einen Moment um richtig zu begreifen das er es tatsächlich ist und das obwohl ich mir sicher bin das sowieso niemand außer ihm eine solche Stimme besitzt mit der er mich ganz verrückt macht.

Ich lasse meinen Blick über ihn gleiten und vergewissere mich das es ihm tatsächlich gut geht, na ja, so gut wie es einem nach einem Unfall eben gehen kann.

"Was ist hier los? Warst du nicht in einen Unfall verwickelt?", frage ich und sehe ihn verwirrt an.

"Das war ich, aber ich hatte Glück und bin nur mit einer Verstauchung an der Hand und einer leichten Gehirnerschütterung davon gekommen."

Er hebt seine Hand die in ein rotes Verband gehüllt ist und dreht sie. Tatsächlich, außer einem weiteren Pflaster an der Stirn und ein paar Kratzern scheint ihm tatsächlich nichts zu fehlen.

"Ich soll mich ausruhen und die nächsten Tage zu Hause bleiben, das ist alles."

Er zieht den Ärmel tiefer um die Kratzer an seinem Arm zu verdecken. Ich schlucke bei dem Gedanken das ihm etwas noch schlimmeres hätte passieren können.

Mir wurde gesagt er hätte auf dem Handy herum getippt als ein Auto ihn erwischte. Natürlich dachte ich direkt an das schlimmste, in letzter Zeit hatte ich mit nichts Glück und wenn Taehyung jetzt noch was zugestoßen wäre, dann hätte ich meinen Verstand verloren.

"Wieso...? Wieso hat man mir das nicht gesagt?", frage ich mit gesenktem Kopf damit er nicht sieht wie besorgt und gleichzeitig erleichtert ich bin.

Gerade als mein Herz beschließt sich etwas Ruhe zu gönnen, nimmt er mich sanft in seine Arme und ich kann nicht anders als mein Gesicht an seine Schulter zu lehnen weil seine Nähe und die Wärme die er mir schenkt genau die Sachen sind, die ich gerade am dringendsten brauche.

"Ich habe ihnen gesagt sie sollen dich anrufen, damit du weißt das ich heute nicht nach Hause kommen kann. Niemals hätte ich damit gerechnet das du zu mir kommen würdest."

Ganz zu meinem bedauern löst er sich aus der Umarmung, allerdings nimmt er mein Gesicht in seine Hände und versucht mir in die Augen zu sehen, aber ich halte den Blick gesenkt weil ich fürchte ich könnte jeden Moment anfangen zu weinen.

Ich weiß nicht warum, es ist einfach so. Wenn man mich einen Angsthasen nennt, kann ich nur nickend zustimmen, aber ich würde nie von mir selber behaupten ich wäre eine Heuelsuse, weil ich nie genug Emotionen für etwas aufbringen konnte um zu weinen.

Aber hier ist es anders. Ich dachte er könnte weg sein und ich hätte schuld daran, weil ich bei ihm geschlafen und so die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt habe. Das Auto hätte von einem der Männer gefahren werden können und es könnte kein Unfall gewesen sein. All die Gedanken, die Angst, die Wut und die Sorge haben mich so sehr getroffen, das ich die Tränen nicht länger zurückhalten kann.

Er packt mich plötzlich bei meiner Hand nachdem er mich eine ganze Weile nur im Arm gehalten hat und zieht mich in das Zimmer indem er wahrscheinlich die Nacht verbringen soll.

"Hast du eine Ahnung, wie ich mich gefühlt habe?", frage ich leise nachdem er die Tür hinter sich schließt.

Er klammert sich an den Bettpfosten als könnte er nicht länger ohne Hilfe auf den Beinen bleiben und sieht mich an.

"Entschuldige, Jungkook." Obwohl er der verletzte ist und es ihm am schlechtesten geht, entschuldigt er sich bei mir.

Dummer Taehyung... Oder bin ich vielleicht der dumme weil ich ihm nicht genug gezeigt habe das er mir nicht vollkommen egal ist?

Dieses mal lasse ich meinen Verstand nicht gewinnen, weil ich es sicher bereuen werde wenn ich das hier nicht tue.

Die drei Schritte die zwischen uns stehen überbrücke ich und klammere mich an seinen Kragen. Ohne auf seinen Zustand zu achten, ziehe ich ihn daran zu mir runter und presse meine Lippen auf seine.

Es ist wahrscheinlich der kürzeste Kuss den er jemals hatte, dogar zu kurz um überhaupt ein Kuss genannt zu werden, viel mehr ein Schmatzer, aber für mich reicht er um mein Gesicht ganz rot zu färben. Ich löse mich von ihm und sehe ihn trotzig an.

"Jetzt wo ich weiß das es dir gut geht, kann ich wieder nach Hause."

Langsam löse ich mich und drehe ihm den Rücken zu. Was habe ich gerade getan? Verdammt, Jungkook, bist du verrückt? Ich habe einen Mann geküsst und von allen Männern auf der Welt auch noch Taehyung.

"Warte!"

Er unterbricht meinen inneren Monolog, packt mich am Arm und schmeißt mich in einer fließenden Bewegung hinter sich aufs Bett. Als ich die Augen öffne, hat er sich in mein Sichtfeld geschoben und seine Arme stützt er links und rechts neben meinem Kopf ab.

"Du hast geduscht, nicht wahr? Bist du mit nassen Haaren und ganz ohne Jacke hierher gefahren?"

Erst jetzt wo er das sagt, wird mir klar das er recht hat. Es ist Winter und trotzdem war mir auf dem weg hierher ganz ohne Jacke und mit nassen Haaren nicht kalt, vielleicht wurde mir das durch die ganze Aufregung und die Sorge die er mir bereitet hat nur nicht klar.

"Du fühlst dich an wie ein Eisklotz, also lass mich dich wärmen."

Ich schließe die Augen als er meinem Gesicht mit seinem näher kommt und bin mir sicher, dass mir tatsächlich wärmer wird als seine Lippen endlich auf meine treffen.

Er bewegt sie zuerst langsam auf meinen, als würde er mir Zeit lassen wollen um mich an diese Situation zu gewöhnen, aber der Kuss wird immer fordernder und leidenschaftlicher, bis ich das Gefühl habe mein Körper schmilzt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es schrecklich für ihn sein muss meine rauen Lippen zu küssen, aber ich genieße den Geschmack seiner süßen Küsse viel zu sehr als das ich mir darüber sorgen machen könnte.

So geübt wie er ist lässt er alles um uns herum verschwinden. Es ist als würden seine Küsse einen Nebel in meinem Kopf verursachen und nichts ist mehr wichtig, nichts außer ihm und mir.

Als er sich allerdings löst um mich an zu sehen, verschwindet der Nebel ein Stück und erlaubt es mir auf einen kleinen Teil meines Verstandes zurück zu greifen.

"Taehyung, wir müssen aufhören", sage ich als er anfängt an meinem Hals zu saugen.

"Warum?", fragt er und sieht mich an, seine Hände allerdings streichen weiter über meine Brust.

"Tut dir deine Hand nicht weh?", frage ich und nehme sie sanft zwischen meine, aber Taehyung packt sie und zieht stattdessen meine Hand an seine Lippen. Er haucht einen leichten Kuss rauf und lässt sie dann weiter nach unten wandern, wo er sie auf seinen Schritt legt.

"Hier schmerzt es mehr", sagt er leise und verführerisch. Ich ziehe schnell meine Hand weg und bedecke damit mein Gesicht. "Und ich habe darunter nichts an, Jungkook."

Ein leises stöhnen entweicht meiner Kehle als er seine Errektion gegen meine presst und ich mir auf die Zunge beißen muss damit nicht noch mehr raus kommt.

"Wir sind immer noch in einem Krankenhaus, Taehyung."

"Na und?" Er beißt mir sanft in das Ohr und küsst sich dann meinen Kiefer hinauf zu meiner Stirn.

"Es könnte jeden Moment jemand reinkommen", versuche ich es weiter.

"Das interessiert mich nicht", sagt er und schiebt seine Hand durch das aufgeknöpfte Hemd direkt auf meine Brust wo mein Herz schlägt. "Dann können sie sehen wie sehr ich dich liebe."

Er tut nichts, seine Berührungen haben aufgehört und trotzdem ist da dieser intensive Blick mit dem er mich bedenkt, der mir zeigt wie ernst er seine Worte meint.

Mein Herz schlägt schneller, mir wird noch heißer und obwohl ich immer noch unglaublich aufgeregt bin, ist es das schönste Gefühl das ich je empfunden habe und er ist der Grund dafür. Daran kann nicht einmal ich mehr zweifeln.

"Das ist nicht wichtig", sage ich und lege meine Hand auf seine Wange. "Es reicht wenn ich es weiß."

Ich ziehe ihn zu mir herunter und vertiefe ihn wieder in einen Kuss. Er umfasst mein Gesicht mit seinen Händen als hätte er Angst ich könnte ihm davon laufen.

Ich werde es ihm nicht sagen, nicht in hundert Jahren wird er erfahren, dass es keinen Ort gibt an dem ich lieber wäre, dass es nichts gibt an dem mein Herz so sehr hängt wie an ihm






Ich musste beim schreiben einbisschen schmunzeln wegen dem ganzen Kitsch, habe sogar eine Weile überlegt das zu ändern, weil... Weil Kitsch eben, aber...

3k Reads und 1k Votes, ihr seid unglaublich! Deswegen auch hier einen aufgetauten Jungkook und bald einbisschen Smut als dankeschön 😁❤

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