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„Seit wann kannst du werfen?" fragte Mary mich. „Keine Ahnung, eigentlich kann ich es gar nicht" lachte ich leicht auf.

Taddl wollte gerade was sagen, da klingelte sein Handy, er seufzte genervt auf und kramte es aus seiner Hose.

Pipi hatte es sich schon vor einer Weile auf meinem Schoß bequem gemacht und sah jetzt zu T rüber und beobachtet jede Bewegung.

„Ja?" damit ging er ans Telefon, seinem Gesichtsausdruck nach zurteilen war es nicht wirklich ein erfreuliches Gespräch.

„Was hast du mir schon zu sagen?" meinte er dann irgendwann ziemlich bissig zu demjenigen am Telefon.

„Ich komm heim, okay?" damit legten er auf und rollte mit den Augen.

„Ardy, ich soll heim kommen, wir fahren ja morgen noch weg irgendwo hin" erklärte T und sah ziemlich genervt aus.

Ich klappte den Mund auf und direkt wieder zu wie ein Fisch auf dem Trockenen und streichelte einfach Pi.

„Aber bis Freitag seid ihr wieder da oder?" nahm Mary mir meine Frage ab und T seufzte leise aus.

„Weiß ich nicht" er senkte den Kopf und zupfte an den Löchern in seiner Hose herum.

Ich nickte nur leicht. „Gut, dann geh ich jetzt zurück zum Heim" meinte ich nur, setzte Pi neben mich und stand auf.

Ich hatte jedoch keines Wegs vor uns Heim zu gehen, ich würde noch auf die Hohenzollern Brücke sitzen, so wie ich es immer tat, wenn ich alleine nachdenken wollte, denn dort war nachts nichts mehr los.

„Bis Freitag" meinte ich noch, dann lief ich los, ohne mich wirklich zu verabschieden.

Es hatte mich getroffen, dass Taddl und Ardy Freitag vielleicht nicht da sein würden, nur wegen diesem Ausflug, den vermutlich Luna geplant hatte, ich hatte den Blick gesenkt, meine Kapuze zog ich mir auf den Kopf und lief von Lichtkegel zu Lichtkegel, bis ich die Brücke betrat, dort umhüllte mich größtenteils die Dunkelheit. Ich setzte mich auf der Mitte auf den Boden und lehnte mich gegen das Gitter, an dem so viele Schlösser hingen.

Ich wischte mir eine einzelne Träne aus dem Gesicht, dann begann ich mir eine neue Zigarette zu drehen, ich klemmte mir den Filter zwischen die Lippen und packte sie Packung davon wieder weg und holte ein Pape aus dem Päckchen und begann den Tabak rein zu rollen und stopfe ans Ende den Filter ehe ich das Pape zu klebte, die Zigarette zwischen meine Lippen und zündete sie an.

Dann lehnte ich mich zurück und bliß den weißen Rauch in die Nachtluft.

Langsam schloss ich die Augen und ließ den Tränen einfach freien lauf, ein paar erstickte Schluchzer verließen meine Kehle und das Papier der Zigarette wurde teilweise etwas nass als ich an der Zigarette zog. Ich wollte nie wieder zurück ins Heim, ich wollte soweit weg von hier wie nur möglich.

Warum war ich nur so viel jünger als die anderen, weshalb hatten mich meine Eltern nie gewollt? Wieso nur? Ich ließ meinen Kopf sinken, zog die Beine an und vergrub mein Gesicht an meinen Knien.

Mein Körper würde jetzt mit regelmäßigen Schluchzern geschüttelt und mein Kopf fühlte sich wie leer geblasen an. Es war nichts mehr da, plötzlich hörte ich Schritte, zitternd richtete ich mich auf, versuchte normal zu wirken, zog an der Zigarette, mein Hände zitterten, ich schaute weg versuchte die Schluchzer zu unterdrücken und zog wieder und wieder an der Zigarette.

Die Person kam schnell näher, es war eine fremde Person, sie telefonierte und ich versuchte mich unsichtbar zu machen, zog wieder an der Kippe und merkte, dass sie leer war. Ich drückte sie neben mir aus und begann zitternd eine neue zu drehen, meine Tränen tropften auf meine Hände, die Person lief an mir vorbei ohne mich zu beachten, was mir recht so war, ich fing neu an, da meine Hände so zitterten, dass der Tabak wieder in die Tüte fiel.

Irgendwann gab ich es auf und heulte einfach weiter.

Wieso hatte Ardy vor drei Jahren Luna anschleifen müssen? Sie waren zwar vorher befreundet aber dann kamen sie zusammen und es wurde alles schlimmer. Die Jungs hatten mich bevor sie kam oft direkt von der Schule aufgegabelt und mit genommen ins Studio. Ich hatte damals noch nicht so viel mit Rauchen und einem Bad Image zutun, aber seit, ich die Jungs wenn überhaupt einmal im Monat sah, hatte es diesen Prozess beschleunigt. Es war drastisch Berg ab gegangen, ich hatte Ardy zu letzt an Taddls Geburtstag gesehen, da Mary und ich immer zusammen feierten, aber sowie es aussah, würden wir dieses Jahr wohl auch nur zu zweit feiern.

Erschöpft lehnte ich mich nach hinten und schloss die Augen und atmete ein paar mal zitternd ein und aus. So gut meine Maske oft auch saß, bei den Jungs legte ich sie ab und wurde verletzlich.

Mein Handy vibrierte und signalisierte mir einen Anruf. Ich zog es mit zitternden Händen aus meiner Hosentasche und sah aufs Display, ich drückte den Anruf weg und schaltete mein Handy auf Flugzeugmodus, dann packte ich es zurück in meine Hosentasche.

Ich seufzte und blickte hoch in den Himmel, man sah nur die hellsten Sterne wegen der Lichter.

„Ich wünschte ich wäre dort oben, frei im Weltraum, einfach schweben" flüsterte ich mit leiser Stimme zu mir selbst und streckte meine Hand in Richtung des Himmels aus, sie zitterte immer noch leicht und ehe ich mich versah, liefen wieder Tränen über meine Wangen.

Es war hier gerade so still, nur das Rauschen des Rheins unter mir und vereinzelt Autos in der Ferne waren zu hören.

Immer noch fühlte ich mir einfach nur leer und langsam breitete sich einen Kälte in meinem Körper aus, ich nahm die Hand wieder runter, als sie langsam schwer wurde und begann wieder zu versuchen eine Zigarette zu drehen, da aber meine Hände wieder stärker zitterten, war es wieder eine Doktorarbeit, auch nur das Papier gerade zu halten.

Bis sich jemand neben mich setzte, mir das Papier aus der Hand nahm, den Filter aus meinem Mundwinkel zog und eine perfekte Kippe dreht, mir zwischen die Lippen steckte und anzündete.

Ich nahm einen Zug und sah zu der Person. „D-danke" stammelte ich leise und schob ihm mein Drehzeug rüber.

„Nicht dafür" meinte er zu mir und drehte sich auch eine, dann steckte ich das Zeug wieder ein.

„Was machst du hier so alleine?" wollte er dann wissen. „Noch dazu so traurig?" fügte er hinzu.

Ich holte zitternd tief Luft und sah ihn an. Dann sah ich aufs Wasser.

„Ich wollte mich nicht umbringen falls du das meintest, einer meiner besten Freunde fährt morgen mit einem weitern guten Freund und dessen Freundin weg und sie sind vermutlich am Freitag noch nicht zurück, klingt dumm aber die Freundin des einen guten Freundes hat das eingefädelt, weil sie mich nicht leiden kann, ich mag sie auch nicht aber nur weil ich wegen ihr weniger Kontakt zu meinen so gesehenen Brüdern habe und am Freitag wäre mein Geburtstag" schilderte ich ihm die Situation, obwohl ich ihn nicht kannte, er nickte nur.

„Das ist echt scheiße" gab er zu und zog an seiner Kippe, was ich ihm gleich tat.

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