Epilog

Ich lehne mich an Harry an und merke wir er seine Arme von Hinten um mich schlingt und seine Lippen auf meinen rechten Schlüsselbein drückt.

Seit vier Stunden sind wir auf den Bahamas. Kaum waren wir im Hotel und haben unsere Koffer in unserem kleinen Bungalow gehabt, haben wir uns auch schon in unsere Badesachen geschmissen und sind zum Stand, der direkt hinter unserer Unterkunft liegt. Das Hotelpersonal hat uns versichert, dass dieser Teil nur von ausgewählten Gästen benutzt wird und uns so ein Ansturm von Fans oder anderen Störenfrieden erspart bleibt....

Vielleicht schaffen Harry und ich es ja wirklich mal ein paar Tage unbeschwert zu verbringen.

"Es ist echt schön hier.", gebe ich von mir und lege meine Hände auf die von meinem Freund. Seit genau vierundzwanzig Stunden, haben wir uns, nach einer fünf einhalb Wochen Trennung, endlich wieder und genießen unsere wieder gewonnene zweisamkeit in vollen Zügen.

Harry hat es tatsächlich pünktlich zu meiner Abschlussfeier geschafft und saß drei Stunden neben meinen Vater, der ihn laut seiner eigenen Meinung immer wieder durch Blicke versucht hat umzubringen. Mein Vater hingegen streitet alles ab. 'Egal was er dir sagt, es ist gelogen.', hatte mein Vater zu mir gesagt, was ja eigentlich schon ein Schuldeingeständnis ist, trotzdem habe ich Harry bloß ein wenig belustigt angeschaut...

"Ja das stimmt und wir können es drei ganze Wochen genießen.", stimmt Harry mir zu drückt zum wiederholen mal seine Lippen auf mein Schlüsselbein. "Ich mag das.", höre ich mich plötzlich sagen und beiße mir auf die Lippen. "Was? Das?", will Harry wissen und wiederholt es noch ein drittes Mal. Eine Gänsehaut durchzuckt mein Körper.

Ich drehe mich zu ihm um und sehe wie er grinst. "Nein du Dummerchen. Ich meine es im Allgemeinen. Ich mag es Zeit mit dir zu verbringen, ohne das uns jemand stört.", rede ich mich nun ein wenig raus. Ich muss ihm ja nicht gleich auf die Nase binden, welche Auswirkungen er auf mich hat, wobei er das wahrscheinlich schon längst gemerkt hat - doof ist er ja nicht......

"Mhm ist klar.", kommentiert er und drückt seine Lippen diesmal auf die freie Stelle hinter meinem Ohr. "Har-ry.", gebe ich von mir und winde mich ein wenig in seinen Armen, allerdings verfestigt er sein Griff dadurch nur noch mehr. "Ich habe gedacht du genießt es?!", bemerkt er. "Ich habe mich auf das Allgemeine bezogen, was du hier ansetzt sind schon unfaire Mittel. Warst du nicht der jenige, der unsere Wiedergewonnene Zweisamkeit gemütlich am Strand verbringen wollte und nicht im Bett?", gebe ich neckend von mir und schaffe es mich aus seinem Klammergriff zu befreien und aufzustehen.

Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir heute das Zimmer definitiv nicht mehr verlassen, ich hätte die Zeit lieber anderweitig genutzt.....

Mit großen Schritten entferne ich mich ein wenig von ihm und sehe wie er ebenfalls aufsteht und sich den Sand von seiner Badehose abklopft. Als er anfängt zu grinsen, weiß ich direkt das er etwas ausgeheckt hat und kann gar nicht richtig reagieren, da hat er schon zum Sprint angesetzt und ist innerhalb weniger Sekunden bei mir, packt mich und rennt mit mir im Schlepptau geradewegs ins Meer hinein.

Ich gebe ein lautes quitschen von mir und kneife die Augen zusammen. Hustend tauche ich wieder auf, nachdem wir gemeinsam untergetaucht sind. "Du hast doch echt einen Vogel.", informiere ich Harry und streiche meine nassen Haare aus dem Gesicht.

"Ich habe dir eigentlich nur die nötige Abkühlung gegeben, die du brauchtest.", erwidert er und packt meine Hände um mich wieder zurück zu ihm zu ziehen. Ich ziehe die Augenbrauen hoch. "Die ich brauchte?", hake ich nach und bekomme ein nicken als Antwort. Ich schüttel bloß den Kopf und bekomme einen Kuss auf die Lippen gedrückt.

Weil mir noch eine Rache bleibt, schubse ich ihn urplötzlich von mir weg, wodurch er einen Moment sein Gleichgewicht verliert und nach hinten weg kippt.

"Joyce du hast doch echt einen Vogel.", zitiert er mich. Ich ziehe die Augenbrauen hoch. "Ich habe dir eigentlich nur die nötige Abkühlung gegeben, die du brauchtest.", äffe ich ihn nun nach. Er schüttelt bloß mit den Kopf und zieht mich zu sich, als ich er seine Arme um mich schlingt, lege ich meine Arme um sein Hals und lehne mich gegen ihn.

"Ich bin echt froh, dass es zwischen uns nach diesem ganzen hin und her doch noch geklappt hat.", lässt Harry mich wissen und streicht mir eine Strähne hinters Ohr. "Und ich erst. Wobei wir das viel früher hätten haben können.", gebe ich von mir. "Stimmt, du hättest nur offen über deine Gefühle sprechen müssen.", stimmt er mit zu.

Sein ernst?

"Ernsthaft Harry? Ich könnte das selbe von dir behaupten und außerdem, wenn du nicht dauernd diesen Spruch von wegen Wir führen eben nur eine Fakebeziehung los gelassen hätte, wer weiß vielleicht hätte ich dann ja sogar etwas gesagt.", erwidere ich nun in einem leicht zickigen Ton. "Okay, okay, einigen wir uns vielleicht darauf, dass wir beide ziemlich Blind durch die Gegend gelaufen sind? Ich mein rein theoretisch müsste es doch offensichtlich gewesen sein, immerhin haben uns das alle abgekauft.", schlägt er nun vor und da ich überhaupt keine Lust habe, gleich am Anfang unseres ersten gemeinsamen Pärchenurlaubes zu streiten, nicke ich einfach und drücke ihm ein kurzen Kuss auf die Lippen.

Wenn mir vor acht Monaten jemand gesagt hätte, dass aus Harrys und meiner zu Fake Beziehung etwas echtes wird hätte ich dem jenigen wahrscheinlich für total verrückt gehalten.

"Hast du nach der Mary Sache dran geglaubt, dass wir das doch noch hin bekommen?", will mein Freund von mir wissen. Ich zucke mit den Schultern. "Keine Ahnung, aber du hast ja relativ schnell dafür gesorgt, dass ich auch über deine Gefühle Bescheid weiß.", gebe ich ehrlich von mir.

Wir haben beide unsere Gefühle so gut füreinander versteckt, dass der andere nicht ein bisschen etwas gemerkt hat, aber wer weiß, vielleicht haben wir es auch gar nicht so gut versteckt, denn andere haben es ja durchaus mitbekommen, vielleicht waren wir einfach so darauf bedacht es zu verdrängen, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen haben.

Einen Augenblick schauen wir uns einfach nur an. "Was hältst du davon, wenn wir unseren Strandaufenthalt doch in unser Zimmer verschieben?", schlägt Harry vor.

Aus einmal?

"Nee, deine gezwungende Abkühlung, hat mir sämtliche Lust auf irgendwas verdorben.", flunkere ich ihn an und glaube diesmal durchschaut er mich. Statt etwas zu erwidern, legt er seine Lippen auf meine und verwickelt mich prompt in einen Leidenschaftlichen Kuss.

"Ich liebe dich.", geben wir beide gleichzeitig von uns.

Es ist mal wieder total typisch für uns, aber ich bin froh, dass es auf beiden Seiten gleich aus sieht.

Grade als ich mich ein Stückchen zu ihm strecken will, um ihn nach unserer doofen grinserei noch einmal in einen Kuss zu verwickelt, greift Harry mich und wirft mich über seine Schulter.

"Har-ry, was hast du vor?", gebe ich etwas erschrocken von mir, weswegen ich vor allem seinen Namen etwas quitschig von mir gebe. "Auf meine Freundin hören und unsere Wiedergewonnene Zweisamkeit in unserem Zimmer verlegen.", höre ich ihn sagen.

"Ich habe dir doch vorhin gesagt, da..." - "Das glaube ich dir nicht und falls es doch stimmen sollte, dann können wir daran sicherlich etwas ändern.", unterbricht er mich.

Oh und wie wir das können.

Es fing alles mit einer absurde Idee und einer daraus folgenden total idiotischen Bitte an und hat unsere Freundschaft gehörig auf die Probe gestellt und obwohl alles ziemlich kompliziert und definitiv nicht einfach war, wir kurz davor waren uns zu verlieren, haben wir es hin bekommen und haben, hoffentlich, nun eine gemeinsame Zukunft als Pärchen vor uns.

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top