D R E I
🎶Love Maze
Bangtan Sonyeondan🎶

Summer war eine wundervolle Person. Sie war um Einiges hübscher als Jennie und dass ich mich an kaum etwas erinnern konnte, schien kein Hindernis für sie zu sein. Es war so angenehm bei ihr. Sie fragte nicht, was ich träumte, sie interessierte sich für meinen Tag und sie schien mich in- und auswendig zu kennen. Oder auch nicht. Ich konnte sie nicht hundertprozentig einschätzen. Es war.. einfach schön.
"Summer, wie haben wir uns kennengelernt?", es lief mittlerweile die neuste Musik aus ihren Lautsprechern. Sie lag bei mir in ihrem Bett und ich fragte sie über die verschiedensten Ereignisse aus. Ihre Stimme klang so schön in meinen Ohren nach. Und es wunderte mich, wie ich sie nicht vergessen habe. Mir fiel niemand ein, der sie im Traum vertreten hatte. "Wir waren einkaufen. Also eigentlich getrennt. Ich kam neu in die Stadt und kannte mich gar nicht in dem Supermarkt aus. Und weil ich es zu überflüssig fand einen Mitarbeiter nach den ganzen Produkten zu fragen, habe ich dich angesprochen."
Irgendetwas munkelte mir, dass es nicht so war. "Summer.. Ist das die Wahrheit?"
"Nein, wieso?", lächelte sie und fing an, Kreise auf meinem Shirt zu malen, wodurch der Stoff nach und nach etwas hoch rutschte. "Meine Freunde haben mich gezwungen, weil ich eine Wette verloren habe, dich anzusprechen, weil du so süß aussahst. Und immernoch aussiehst.", kicherte sie und verdeckte ihren Mund mit ihrer Hand. "Aber jedenfalls standen wir da im Supermarkt und ich musste es letzendlich machen. Das Problem war, dass deine vielen Freunde um dich herum standen und mit dir irgendeinen Blödsinn anstellten. Gott, es war mir so peinlich. Letzendlich tat ich so, als würde ich etwas aus dem Regal brauchen, an dem du gelehnt hast und hab dann aus Versehen das Produkt auf deine Füße fallen gelassen.", mittlerweile malte sie die Kreise auf meine nackte Haut, was mir manchmal eine leichte Gänsehaut verpasste. "Dann wusste ich nicht weiter, aber du hast es aufgehoben und Hallo gesagt. Irgendwie sind wir dann ins Gespräch verfallen", erzählte sie und ich konnte mir die Situation perfekt vorstellen.
"Und ich sehe nicht süß aus", erinnerte ich Summer an ihre Bemerkung. "Du hast dich überhaupt nicht verändert", grinste sie. Danach schwiegen wir.
Es war einfach nur ruhig, so wie die Musik mittlerweile und nichts war mehr zu besprechen. Sie fuhr nun mit ihrer Fingerspitze die Konturen von meinem Bauch entlang, ohne zu zögern. Waren wir uns wirklich schon so vertraut? Ich war dabei geblieben, meine Hand durch ihre Haare streichen zu lassen. "Oh, ich habe noch etwas für dich gemacht", fiel ihr ein und stand auf. Ein Geschenk? Wofür?
"Ich weiß, du hast schon bald Geburtstag, aber ich wollte es als Wiedersehensgeschenk machen", sie holte etwas verpacktes aus ihrem Regal. "Oh.. du musst schon seit einer halben Stunde zu Hause sein", erschrak sie, als sie kurz auf die Uhr über ihrem Schreibtisch sah. Ich jedoch holte nur mein Handy - schweren Herzens verließ ich ihr gemütliches Bett - und wählte die Nummer von Taehyung. Schnell sagte ich ihm bescheid, dass ich in einer vietelstunde da sein würde und widmete mich erneut Summer. "Hier. Ich bringe dich noch zur Tür.", sie warf ihr Haare auf ihren Rücken und wir gingen zu ihrer Haustür. Mit einer langen Umarmung verabschiedeten wir uns voneinander und letzendlich hing ich mit meinen Gedanken die ganze Zeit bei ihr und die Dunkelheit verschluckte auch meine Trauer. Ich genoss die abendliche Stimmung, die Dunkelheit und landete vor unserer Haustür. Den Weg kannte ich noch.
Anscheinend hatte ich nicht alles vergessen. Doch kein vollständiger Gedächtnisverlust?
Meine Mutter öffnete die Tür und ließ mich mit einem zufriedenen Lächeln in das Haus hinein. "Habe ich bei etwas gestört?", fragte ich nach, da ich hörte, das Fernseher lief und das Lachen zweier Personen ertönte. "Wir gucken Valerian, komm doch gleich zu uns", sie ging zurück und ich schloss die Tür. Meine Schuhe ließ ich einfach mitten im Gang stehen, würde ich einfach später weg räumen. Taehyung beäugte mich interessiert und bedeutet mir mit seinem Kopf, mich neben ihn zu setzen. Das tat ich auch und er flüsterte mir zu: "Jungkook, warst du etwa die ganze Zeit bei Summer?"
"Wäre etwas verwerflich daran?", ich drehte meinen Kopf zu ihm und hob eine Augenbraue. "Wow, ich glaube, das muss ich Jimin sagen. Aber du musst sie uns mal vorstellen. Bald ist da so eine Party. Nur ein paar Leute. Du kannst sie mitnehmen", schlug er vor, wurde aber von meiner Mutter mit einem lauten und langgezogenen 'Sch' unterbrochen. Ich nickte ihm noch als Antwort zu und er fing an böse zu lächeln. Ich konnte mir schon denken, dass ich sonst nie auf Partys ging. Ich war eigentlich auch dagegen, aber was würde Tae schon böses für mich wollen? Er schob mir sein Handy hin und ich las mir durch, was er für mich geschrieben hatte.
Suga will mit dir reden. Ruf ihn mal an, oder schreib ihm.
Erneut nickte ich und stand dann auf. "Ich muss noch ein bisschen 'was für die Schule machen. Gute Nacht", mit diesen Worten, drehte ich ihnen den Rücken zu und verschwand in mein Zimmer. Sofort griff ich nach meinem Handy und schrieb Suga.
Du
Du wolltest reden?
Suga
Ja wollte ich.
Ich wollte dir eigentlich nur
einen Rat geben.
Du
Schieß los!
Suga
Sag es ihr. Sag Summer
was du für sie empfindest. Sie
wird zwar lange warten können,
aber nicht für immer
Du
Danke. Ich werde daran
denken..
Ich legte mein Handy wieder weg und dachte kurz nach. Suga hatte sowasvon recht. Sie könnte warten, aber irgendwann würde sie jemand anderen finden und sich in jemand anderen verlieben. Und mit jemand anderem ihren ersten Kuss erleben. Nicht mit mir. Gefühle konnte man nicht abstellen und das wusste mein Herz wohl zu gut, denn es hat Summer nie vergessen. Das musste doch ein Zeichen sein! Meine Gedanken zogen nicht ohne Grund einfach immer wieder um sie herum. Und ich kannte sie nicht um sonst noch immer so gut.
Vielleicht wollte mein Traum mir nur herlfen, meine Freunde nicht zu vergessen, wie es eigentlich passieren würde. Aber vielleicht war Summer einfach so essentiel für mich gewesen, dass ich sie einfach nicht vergessen konnte?
Mir fiel ein neues Hindernis auf: Was, wenn sich Summer angegriffen fühlen würde. Was, wenn ich ihr am nächsten Tag meine Gefühle gestehen würde, sie mir aber nicht glauben könnte, weil sie sich vorstellte, dass es anders war, als früher. Und erneut fragte ich mich, was genau am Unfall passiert war. Was war davor und was war danach? Wie sah der Unfall aus? War ich alleine, oder waren noch andere Personen involviert?
Da es spät war, stand ich erschöpft von meinen eigenen Gedanken auf und bereitete mich vor, um schlafengehen zu können. Taehyung öffnete leise meine Tür und sah sich nach mir um, als ich in Bad gehen wollte. "Was wollte Suga?"
"Er wollte mir einen Tipp geben."
"Und was für einen?", hakte er ungeduldig nach.
"Mich von dir fernzuhalten, wenn du auf Jiminentzug bist", lachte ich und er bewegte sich schmollend auf mein Bett zu. "Wusstest du, dass ich Jimin bei den Sims-Vier erstellt habe?", er legte seinen Kopf auf meine Kissen und seufzte. "Ich brauche deinen Rat", sagte er dann schüchtern. Was war denn jetzt los? Ich ließ meine Zahnbürste langsam sinken und spuckte die überflüssige Zahnpasta in das Waschbecken. "Wofür denn?"
"Ich will Jimin meine Liebe zeigen. Ich möchte mit ihm schlafen.", er kniff seine Augen zusammen und schien Angst vor meiner Reaktion zu haben. "Wo ist das Problem?"
"Ich weiß nicht, ob.. keine Ahnung. Irgendetwas in mir sagt, dass ich noch warten soll. Was würdest du machen?", er öffnete wieder seine Augen und fixierte die meinen. "Ich würde warten. Es wird sich so ergeben, wie es am besten sein wird. Wenn die Zeit reif ist, seid ihr es auch. Und jetzt geh schlafen, ich muss noch zwei Hausaufgaben erledigen", schmiss ich ihn raus und er trottete in die Richtung seines Zimmers. So setzte ich mich dann an meinen Schreibtisch und machte die zwei Aufgaben (um ehrlich zu sein, waren sie nicht schwer zu erledigen) und legte mich dann wieder in mein weiches Bett.
Mein Wecker erledigte seine Aufgabe mal wieder perfekt und ließ mich nicht lange schlafen, ich riss meine Augen müde auf und nahm kaum etwas wahr, bis ich dann fertig angezogen, unausgeschlafen unten an der Haustür stand und auf Tae wartete. "Fuck, verdammte Scheiße, Sheiße, scheiße, scheiße!", rief seine Stimme von oben und ich schmunzelte bei seiner weisen Wortwahl und er rannte die Treppe gehetzt runte, wobei er eben seine Krawatte einfach nur um seinen Hals legte. Wir hatten doch noch genügend Zeit. "Renn Jungkook. Jimin hasst es, wenn ich ihn warten lasse, ich habe ihm zwar geschrieben, aber er wird den ganzen Tag richtig schlecht gelaunt sein", verzweifete er fast. Wir rannten aus der Tür heraus und hetzten um die Ecken, wobei wir fast alle Passanten umrannten. Gerade als Jimin aus der Haustür trat und sich umschaute, wobei ein leicht gekränkter Blick über sein Gesicht huschte, weil er uns nicht auf Anhieb entdeckte, kamen wir hechelnd bei ihm an und er strahlte wieder. Taehyung drückte ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen.
"Ich will dich aber länger küssen", beschwerte sich der etwas Ältere und hob zum Spaß arrogant den Kopf etwas an. "Sorry, ich- habe.. gerade keinen Atem. Warte kurz", Taehyung stützte sich auf seinen Knien ab und ließ seinen Kopf hängen. Jimin dagegen beugte sich langsam zu ihm tunter, nahm das Kinn seines Freundes in die Finger und küsste ihn innig, was ich nur mit einem leicht angewiedertem Blick quittierte. Ich wusste, dass das völlig.. süß oder so war, aber ich war nicht der Typ Mensch, der es genoss, soetwas zu sehen. "Ich gehe weiter", murmelte ich und ging einfach die Straße entlang. Ich hatte ein Déjà-vu. Diesen Weg kannte ich doch...
Ich blieb erschrocken stehen, als mir das unpersönliche Gebäude vor den Augen erschien. Die Psychatrie symbolisierte meine Schule? Ernsthaft? War mein Hirn noch ganz dicht? Ich grinste über mich selbst und kam in das Gebäude rein, wo mich manche anstarrten oder auch begrüßten. War ich beliebt? So, wie am Tag zuvor, versuchte ich, unauffällig in den Raum zu gehen und mich zu setzen. Doch Jennie machte mir, wie am Tag zuvor, einen Strich durch die Rechnung und kam mit einem eleganten Hüftschwund auf mich zu. "Hey Jungkookie", sie lehnte sich zu meinem Tisch runter, stützte sich darauf ab und erst als sie anfing zu reden, sah ich von ihrem Ausschnitt weg, schluckte und richtete meine Aufmerksamkeit auf ihre Augen. "Was machst du in den Ferien?", sie klimperte zwei Mal mit ihren Wimpern. "Keine Ahnung", ich ließ meine Blick kurz wieder runter wandern. "Ich mache wahrscheinlich gar nichts. Mich mit Freunden treffen und so", murmelte ich. Gott! Wieso lenkte mich das so sehr ab! Immer wieder glitt mein Blick hinunter und ich konnte mich einfach nicht abhalten.
"Ach schööön, dann können wir uns ja mal sehen", grinste sie und ich nickte überfordert. Konnte sie sich nicht ein wenig von mir entfernen? "Dann bis irgendwann", mit langsamen Schritten ging Jennie zu ihren Freundinen und ich starrte nur geschockt vor mich hin. War das nicht total oberflächlich eben von mir? War ich immer so? Ich hoffte, dass Summer nicht so jemanden in mir sah. Vielleicht sollte ich noch ein bisschen warten und ihr erst wann anders von meinen Gefühlen sagen?
"Jungkook, guten Morgen", riss mich Jiwoo aus meinen Gedanken und ich drehte meinen Kopf zu ihr hin. "Guten Morgen, Jiwoo", begrüßte ich sie zurück. "Alles okay? Du wirkst so in Gedanken. Aber du warst schon immer so", lächelte sie und ich seufzte. "Ja alles gut.."
"Ich soll dich von Hobi fragen, wie es einer gewissen Summer geht?", sie zwinkerte mir zu. "Alter, was will Hoseok von mir, das hat ihn nicht zu interessieren. Und niemand anderen!", ich atmete genervt aus und beendete somit das Gespräch. Die ganze Zeit über hörte Jennie uns zu, ihr Blick wurde giftig, was mir ein wenig Angst bereitete. Es klingelte und wieder begann ein anstrengender Tag in dieser unpersönlichen Schule. Ich würde mich wohl heute noch mit Summer treffen müssen, so sehr, wie ich sie vermisste...
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