♟durchAtmen♟

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"I do think that families are the most beautiful things in all the world!"
-Jo March//Little Women

Ich sitze auf der vertraut knautschenden Couch, höre das Brutzeln der vertraut riechenden Zwiebeln und finde mich langsam wieder in den Gebrauch des vertrauten Spiels Temple Run, was ich auf meinem Handy nur gelassen hatte, damit es mich von meinem plagenden Hunger ablenken konnte, der mich zu diesem bekannten Zeitpunkt immer heimsuchte.

Der Familienabend.

"Glaubst du ich werde irgendwann auch so groß?", kam es nahe der Sofalehne, wo ich mein linkes Ohr platziert hatte. Sobald ich hochsah, erkannte ich, wie eine verdächtige Haarsträhne bis über die Kante hervorragte, aber ansonsten nichts von dem restlichen Kopf meiner kleinen Schwester zu sehen war. Ehe ich mich über das Sofa beugen musste, wählte sie einen anderen Weg. Statt einmal um das Sofa herum zu laufen, streckte sie ihre Arme aus und kletterte voller Mühen über die Sofalehne hinweg, bis hin zu dem freien Kissen neben mir. Sie landete eher unelegant und fiel mir halb auf die Füße.

Sanyeol (wir alle nannten sie jedoch immer Sanny) war recht klein für ihr Alter. Sie hatte noch nicht den Park-typischen Wachstumsschub, der meine große Schwester und mich ereilt hatte. Stattdessen träumte sie noch davon, wie es später wohl wäre, bei den Klassenfotos ganz hinten bei den Jungs zu stehen, wie Yuyeol sich immer hatte da platzieren müssen. Sanny hat kurzgeschorenes schwarzes Haar. Doch was wirklich ein Erkennungsmerkmal meiner kleinen Schwester ist, ist diese eine Haarsträhne an ihrer Stirn. Wenn ihre Haare frischgewaschen sind, dann steht sie ab, wie das Horn eines Einhorns und wenn sie schon seit längerer Zeit getrocknet waren, dann haftet sie an ihrer Stirn, wie eine Superman-Baby-Strähne. Ich liebe diese Strähne an ihr. Meine kleine aufmüpfige Superheldin.

„Wäre schon toll.", träumte sie weiter. Ihren Rücken hatte sie nun komplett gegen meine Beine gelehnt, als sei ich eine Sonnenbank.

„Nahh, das willst du nicht. Nicht wirklich. Verstecken spielen wird dann verdammt anstrengend.", sie drehte sich um, als hätten meine Worte sie gekränkt, da sie mit ihren beinahe 11 Jahren doch bereits viel zu alt fürs Verstecken spielen war. Ich hatte selbst mit 18 Jahren noch alberne Spiele gespielt. Meine beste Ausrede war damals meine kleine Schwester gewesen. Doch, wenn man genau hinsah, war ich eigentlich das innere Kind und nicht sie. Verdrehte Welt. Wir beide waren zusammen das perfekte Beispiel dafür, dass der Schein trügen konnte. Und sehe uns nun an. Sie zu alt fürs Verstecken spielen und ich sitze hier mit meinen 21 Jahren auf der Couch meiner Mutter und lasse mich von einem digitalen Monster durch einen Tempel jagen.

"Und außerdem wird dann ALLES groß", ich begann sie überraschend in die Seite zu zwicken und sobald sie aufschrag, erwischte ich ihren großen Zeh, „Die Füße", ich kniff sie weiter an den besagten Stellen, „die Beine, deine Augen,", die ließ ich beim Kneifen jedoch aus, "die Ohren besonders, siehe dir meine an und deine Naaase.". Ich wollte mit meiner Tortur fortfahren, jedoch ließ sie mir dafür keinen Raum.

"Wenn du mir jetzt sagst, dass du meine Nase gestohlen hast, kannst du dir sicher sein, dass deine Locken bis morgen nicht überleben werden.", sie lächelte mich an wie ein Engel. Obwohl ich unsere Sanny so gut kannte, wie fast kein anderen aus unserer Familie, war ich manchmal überrascht, wie frech sie werden konnte. Empört sah ich sie an. Sanny erwiderte meinen Blick mit Trotz. Sie hätte mich zumindest Mal versuchen lassen können, den Klassiker eines Onkelspruchs vom Besten zu geben. Doch von sowas hielt sie nicht viel. Früher hatte sie geplärt, wenn man ihr etwas weggenommen hatte, besonders wenn es sich dabei um ihre Nase handelte. Später war sie dann beleidigt, da ich ihrer Meinung nach daran zu viel Gefallen fand und dann sowas. Dann ließ sie es mich noch nicht einmal mehr aussprechen. Sowas war wohl ab heute tabu. Manchmal verglich ich sie gerne mit einem Vulkanier, der sich versucht in der Föderation mit seiner allmächtigen Logik bis zur Spitze durchzuargumentieren. Später geht sie bestimmt in die Politik. Egal was, ich würde sie wählen.

„Ahh", quälte sich ein Ton aus meiner Kehle, sobald ich mit meiner Gestik versuchte ihr zu zeigen, wie sehr sie mein Herz doch verletzen konnte. Sie drehte sich zufrieden um und lehnte sich an meine Beine, wie zuvor.

"Erzähl Mal was. Wie ist es da so?", fragte sie ernster.

"In meiner Uni?", versuchte ich es zu konkretisieren.

"Ja.", ihr Rücken drückte ein wenig mehr gegen meine Schienbeine, "In deiner Film-Uni.". Ihr Ton klang wie das langsame Spiel eines Cellos. Einsam, wehmütig und alleingelassen. Der melancholische Klang in ihrer Stimme erinnerte mich daran, wann ich sie das letzte Mal habe weinen sehen. Das war nach dem Tag, an welchem ich mich endlich überwunden hatte, ihr zu sagen, dass es allmählig Zeit für mich wurde aus dem Keller meiner Eltern auszuziehen (den ich zu meiner Kindheitslaunch gemacht hatte) und mich auf den neuen Weg des Erwachsen werdens begeben würde. Sobald sie begriffen hatte, was ich sagen wollte, hatte sie den ganzen restlichen Tag nicht mehr mit mir geredet. Ich war für sie gestorben, wie man es so furchtbar harsch sagen konnte. Und dann, sobald ich am nächsten Morgen meine Sachen in mein Auto lud und sie umarmen wollte, hatte sie laut angefangen zu weinen. Als hätte sie begriffen, dass ein Scherz gar kein Scherz gewesen war.

Meine erste längere Autofahrt war also eher mit einem traurigen Abschied verbunden, als mit der Neugier auf einen neuen Lebensabschnitt.

Die Erinnerungen, wie ich die Straßen lang fuhr und an ihr Gesicht gedachte hatte, hatten selbst heutzutage noch ein schweres Gewicht mit sich. Am Lenkrad zu sitzen konnte für mich also meine Freude über meine Freiheit schüren, dass ich wohin auch immer ich wollte, ich hinkönnte oder mein Heimweh verstärken, weil ich dann daran dachte, wie schön es doch gewesen war ein Kind zu sein. Ich konnte mich glücklich schätzen, dass ich so eine enge Bindung zu meiner Familie hatte. Hätte ich das nicht, würde ich sie vielleicht nur halb so viel besuchen kommen. Oder nur ein Viertel. Vielleicht sogar nur fünf mickrige Prozent davon. Die Vorstellung war irgendwie erschreckend und traurig, da es wirklich Menschen auf der Welt gab, die Familienbesuche, wie eine Art Pflichtveranstaltung betrachten mussten. Ich dagegen kam so oft vorbei, wie ich nur konnte. Wahrscheinlich hatten meine Eltern selbst nie geplant gehabt, dass es so normal für mich werden sollte, einfach vorbeizukommen. Wenn ich Mal Lust auf eine meiner Lieblingsgerichte hatte, kam ich vorbei. Wenn ich Sanny sehen wollte, stieg ich in mein Auto und fuhr los. Wenn ich Mal ein Puzzle ausleihen wollte, wusste ich ganz genau wo ich es herkriegen würde. Das war einfach normal. Und dadurch vermisste ich sie nicht so oft. Diese Nähe tut mir einfach gut. Zu wissen, dass ich immer zurückkönnte. Müsste ich einfach Mal flüchten, würde ich in meinen alten Keller gehen und mich in die Schlafhöhle legen, die ich nie abgebaut hatte und wo meine Mutter selbst heutzutage noch die Bettwäsche regelmäßig wechselte. Als hätte sie nie begriffen, dass ich nun ein eigenes Bett in Seoul besaß und eine Wohnung.

„Ach", seufzte ich, „nicht groß anders als hier.". Ich lächelte sie an, doch da sie mir ja immer noch ihren Rücken zugewandt hatte, konnte sie das gar nicht sehen. „Ich kann jetzt einfach mehr schreiben. Und darf Projekte machen, die mir gefallen und die ich kann.". Ich liebte meine Uni. Das war immer das gewesen, was ich machen wollte. Wenn ich nicht durch irgendeine genveränderte Spinnenart auf einmal übernatürliche Kräfte gewinnen würde, hatte ich mir immer vorgenommen an einer Filmuniversität Drehbuchautor*in zu studieren. Und dass ich das in einer Stadt wie Seoul machen würde, war eigentlich auch schon immer für mich offensichtlich gewesen. Als halb Landei und halb Vorstadtkind, war eine Großstadt und Metropole, wie ein wahrgewordener Traum, der direkt vor einem lag. Die Straßen entlang sparzierend, die Spieglungen beobachtend an den großen Fenstern der Hochhäuser, die durch das Glitzern wirkten, wie pure Schneekristalle und die kulturellen Kontroversen, wenn alte Badehäuser mit modernen Fabriken gekreuzt wurden.

„Ja und bedanken tust du dich mit einem Haufen Geld.", allein an Sannys Unterton konnte ich erkennen, dass sie dabei war wieder frech zu werden. Selbst unsere Mutter bemerkte es, da ich bereits sehen konnte, wie sie eine Augenbraue hochzog und in unsere Richtung sah, während sie die Teller auf dem Esstisch verteilte. „Geld, was noch nicht Mal dir gehört, sondern Mama und Pa-".

„Sanny", ermahnte sie sie vom Esstisch aus. Ihr Gesicht sah aus, als würde sie mit ihrem spitzen Mund sagen wollen, dass wenn noch so eine Bemerkung käme, sie unten im Keller alleine essen dürfte. Ich musste schmunzeln. Disziplin bei Sanny war immer so eine Sache gewesen. Als würde man einer Giraffe sagen wollen, dass sie ihren Hals nicht so langziehen sollte. Es passt einfach nicht. Schien nahezu absurd.

Zum Glück konnte ich mir sicher sein, dass diese Kommentare keinesfalls feindselig gemeint waren, sondern nur ein weiterer Versuch, mich zu überzeugen wieder zurückzukommen. Konnte bestimmt manchmal langweilig werden, als jüngste von drei Geschwistern, wo alle bereits außerhaus waren. Als Yuyeol ausgezogen war, war ich 16 Jahre alt gewesen und Sanny gerade eingeschult worden, so dass ich mich gleich schon wieder auf eine neue Mission schickte. Sanny. Es war wie ein Kennlernspiel und der Gewinn war die Chance, dass Lieblingsgeschwisterkind zu werden. Ich hatte mich keinesfalls gelangweilt oder alleingelassen gefühlt. Es war witzig mit einem Kleinkind an der Seite. Besonders, weil es alles toll fand, was man tat. Von Pantomime bis hin zu alten Onkelwitzen. Man war der lustigste Mensch auf Erden für diese Person. Zumindest für eine kurze Zeit. Nun war ich wohl zu einem geldstehlenden Halsabschneider geworden. So schnell kanns sich ändern. Yuyeol würde sich jetzt bestimmt einen Ablachen, wenn sie nicht wie immer zu spät wäre.

Das Surren der Tür war zu hören. Wenn man vom Teufel sprach.

Während der Autofahrt nachhause musste ich immer noch schmunzeln, wenn ich an meine Familie dachte. Wie Yuyeol darauf bestanden hatte, mir einen neuen Film zu zeigen, da er von Frauenidealen sprach und meiner Mutter sicherlich auch gefallen würde. Es war ungünstig gewählt den Film ‚Little Women' während des Essens abzuspielen, da Yuyeol und Sanny sich immer wieder komisch verrenkten, um den Bildschirm sehen zu können und unsere Mutter uns alle abermals ermahnen musste, die Aufmerksamkeit auf die Tischgespräche zu lenken, obwohl selbst sie ab und zu zum Display hinschielen musste. Die Ästhetik sprach einen einfach so an und besonders die Familienkonstellation. Meine Mutter schmunzelte manchmal kurz verliebt, wenn die Harmonik der March Familie bis hin zu ihr reichte. Sanny fand den Professor komisch und verstand nicht, warum Jo sich immer wieder so nah an dem Karmin stellte, wenn sie doch schonmal Feuer gefangen hatte. Meine große Schwester kannte den Film bereits und musterte eher unsere Gesichter, als dass sie so auf die Zitate achtete wie ich. Viel hatte ich nicht mitbekommen, aber irgendwann müsste ich nach den Zitaten noch einmal suchen. Die klangen so herrlich. Stattdessen war ich eher auf die Gespräche mit meinen Eltern und Yuyeol fokussiert. Das Essen war lecker und wir hatten zur Vorspeise sogar eine Suppe und einen Salat, was mehr als genug für ein komplettes Mahl sein könnte. Doch wir freuten uns umso mehr, dass es noch einen weiteren Gang gab. Nicht ohne Grund war unsere Familie so hochgewachsen.

Ich hätte auch über Nacht bleiben können, hatte meine Mutter angeboten und Sanny war ganz erpicht darauf, mich dazubehalten, doch leider musste ich ablehnen. Ich hatte bei unserem letzten Treffen Baekhyun für heute Abend zugesagt und ich wollte keinesfalls weitere schlechte Eindrücke von mir hinterlassen. Kennengelernt hatte er mich als Witzbold aka Großmütterchen, die so lieb ist, ihm den Weg zu zeigen. Am darauffolgenden Tag hatte er hinter die Fassade geguckt und erkannt, dass dahinter nur ein Goofy-artiger Typ steckte, der verpennt und in seinen Gedanken abdriftet, als seien seine Tagträume die echte Welt und der Rest nur Utopie.
Also hielt ich mich an meinen Plan. Früh nachhause fahren und dann schonmal alles vorbereiten, damit nichts mehr für den Start fehlte, sobald er bei mir klingelte.

Baekhyun hatte darauf bestanden eine alte Kamera aus seinem Besitz für den Kurzfilm zu nutzen. Wieso und weshalb war im Endeffekt auch egal. Ich vertraute ihm, warum auch immer, ziemlich schnell. Für den guten Eindruck, hatte ich bereits den fertig geplanten Ablauf vorbereitet und war die ganze Zeit am Handy, um ihm bei seiner Klamottenwahl zu helfen. Ich sah in allem eigentlich kein wirkliches Problem. Stattdessen überlegte ich, ob ich noch Kakaopulver besaß.

<<wir müssen bedenken, dass alles schwarz-weiß sein wird>>
--Baekyhun

<<Ich weiß. Hatte gedacht, besonders dunkle Sachen würden in der Kamera gut rüberkommen, aber aufm Dach wird dann wieder auch der Himmel dunkel sein, dann sieht man dich vielleicht nicht mehr(??)>>

Was mit einer moderneren Kamera widerrum kein Problem darstellen würde. Aber ich sollte mich nicht beklagen. Die Aufgabe geht nunmal so. Die Kamera sei so oder so alt. Ob noch ein Bisschen älter, als alt, macht nun auch keinen Unterschied mehr. Höchstens der Unterschied, der Baekhyun so wichtig war und ich ihm in der Hinsicht vertrauen sollte. Vielleicht brachten diese paar Jährchen noch einen retro-look rein...Mal sehen.

<<stimmt, vielleicht sollten wir schichtenweise denken...>>
--Baekhyun

Schichtenweise? Meinte er eine Art von Zwiebellook? Vielleicht eine Jacke, Pulli oder ein Anzug.

<<Meinst du, einen Anzug zB. mit schwarzem Jackett und dann ziehst du das auf dem Weg nach oben aus??>>

Er tippte fleißg, während ich überprüfte, dass ich genügend Kakaopulver zuhause hatte. Dies schien jedoch glücklicherweise der Fall zu sein.

<<die idee gefällt mir !>>
<<wir könnten damit symbolisieren, dass er mit jedem abgelösten kleidungsstück eine last von sich abwirft und alles hinter sich lässt
vielleicht
was meinst du ?>>
--Baekhyun

Ein Funken von Neugier kam in mir auf, da die Idee so blitzartig ein Bild in meinem Kopf kreierte. Wie Baekhyun mit langsamen schweren Schritten die Treppen hochsteigt, seine Krawatte lockert, dann diese fallenlässt und weitergeht. Immer schneller, bis er oben ankommt, kurz davor ist die Tür aufzustoßen und sich von dem Jackett befreit. Von dem Befangen Sein in das Frei Sein. Und nur ein einziger Schritt ist dafür nötig. Ein Kribbeln schlich sich an meinen Wangen entlang bis hin zu meinen Lippen.

<<Wenn dann aber komplett!! Ich meine Alles. Krawatte, Jackett, Anzughose-sowie Schuhe und Hemd.>>

<<dann legt er also alles ab !
auch die ettikette, verstehe, verstehe
machen wir so, find ich super !
und 'nen anzug kann ich mitbringen, das ist kein problem c;>>
--Baekhyun

<<Na dann!!>> -

-Könnten wir uns wohl auf das Video konzentrieren. Wir hatten bereits ein grobes Storyboard erstellt. Ich versuchte es nochmal sauberer auf Papier zu zeichnen, doch Skizzieren war noch nie sonderlich meine Stärke gewesen.

Ich hatte noch rechtzeitig alles vorbereitet. Die Thermoskanne mit dem Kakao unterm Arm, meine leisesten Pantoffel an den Füßen und einen Pulli auf meiner Haut, da es Draußen viel kälter sein würde, als in meiner Wohnung. Ich hoffte nur, dass Baekhyun es warm genug haben würde, wenn er den Anzug trug, denn ich wollte keineswegs als unhöflich wirken, nur weil ich ihn nicht hereinbitten wollen werde. Ich habe diese Wohnung noch niemanden so richtig gezeigt (wenn man von meiner Familie absah) und ich würde auch nicht einfach so damit beginnen wollen.

Dazu gab es auch ein passendes Zitat von Jean-Paul (ein berühmter europäischer Dichter): "wenn man aus dem fremden heimkehrt in seine eigenen vier Wände! Nur zu Hause ist der Mensch ganz.".

Und meine "ganze" Seite zu zeigen, liegt auch "ganz" in meiner eigenen Entscheidung. Wenn ich fair bleiben möchte und ich meinen Freunden nicht alles zeige, wie sollte ich es dann bei einem nahezu Fremden tun? Auch wenn ich das Gefühl habe, dass man ihm trauen kann. Deswegen ist er noch lange kein Mensch der mir nahesteht. Zugegeben, es ist wiederum auch nicht so leicht, mir nahezustehen. Wer tut das schon, abgesehen von meiner Familie, in die ich hineingeboren wurde? Aber er ist schnell- das muss ich ihm lassen. Wann haben wir uns das erste Mal gesehen? Und jetzt arbeiten wir zusammen und er kommt meinem Zuhause näher, als jeder andere. Ohne es zu wissen, geht er einen großen Schritt auf mich zu. In meine Richtung.

Bei dem Gedanken musste ich schmunzeln. Ohne es zu wissen kommt er mir entgegen. Ohne es zu wissen, sieht er schon Seiten, die Kai oder Soo noch nie sonderlich von mir gesehen haben. Aber das könnte sehr gut daranliegen, dass meine Freunde kaum dieselben Kurse wie ich besuchen. Die einzigen Kurse, die Soo und ich zusammen haben, sind praktische Filmkunst (wovon ich jetzt auch mit Baekyhun das Projekt her habe) und Filmtheorie mit Herrn Kim, der leider auch Filmhistorik unterrichtet und daher immer abschweift. Herr Kim Nummer 4 hatte es noch nie leicht gehabt, mich konzentriert am Haken zu behalten. Seine Erzählweise war immer so friedlich, wie wenn die Mutter einem zum Schlafen gehen eine Geschichte vorgelesen hatte. Kein Wunder, dass ich dann immer anfing in meinen Tagträumen zu versinken. Mit Kai widerrum hatte ich gar keinen Kurs zusammen. Zumindest keinen weiteren. Er ist nur in dem Kurs praktische Filmkunst dabei, weil (wie es schon im Titel steht) der den größten praktischen Anteil hat. Abgesehen davon kenne ich seine Kurse noch nicht einmal wirklich. Selbst den richtigen Flügel weiß ich nicht. Wir treffen uns immer in der Kantine oder draußen am Steintisch. Entweder allein, dann schreibe ich oder sie warten dort schon auf mich. Über unsere Kurse reden wir auch nicht viel. Unsere Interessen gehen nunmal in ganz andere Richtungen. Selber Ursprung, aber eindeutige Abzweigungen.

Ich will die Geschichten schreiben und sie später auf der Leinwand sehen können. Das Gefühl haben, dass meine Geschichten so wahrhaftig sind, dass sie der Realität, durch die Verfilmung, näherkommen. Nicht nur von mir auf Papier geschrieben, sondern auch als Bild fürs Auge geschaffen. Kyungsoo ist lieber der, der die Rolle selbst verkörpert. Als Schauspieler will er die Geschichten mit sich selbst richtig rüberbringen und verwirklichen. Er will die einzelnen Geschehnisse und die Personen in den Geschichten verstehen. Er will es leben und nicht nur sehen. Kai dagegen will es fühlen. Er will als Stuntman Leben in den Film bringen. Das Feuer. Die Action. Er will nicht stillstehen, in die Kamera sehen und die Zuschauer zum Weinen bringen. Er will mit seinen Stunts die Zuschauer erzittern lassen, schockieren. Sie sollen denken, der Stunt könne niemals in Wirklichkeit vollbracht worden sein. Sie sollen nach ihm googlen und selbst erfahren, zu was er alles im Stande war. Das er nicht die Hauptrolle sein wollte, war ihm schon sehr früh, durch seine Werbekampagnen, bewusst. Sexy Bilder sind okay, aber die Verantwortung eines kompletten Filmes oder einer Serie, ohne dass ihm der Job zu langweilig wird, ist ihm zu riskant. Von Klippen springen ist normal, aber der Job von Soo ist ihm zu gefährlich. Seine Logik war schon immer die Interessanteste. Er war der coole Typ mit dem Motorrad und der Lederjacke, der selbst die Russin noch für sich gewinnen könnte, wenn er nur wollte. Kyungsoo war dagegen der gebildete Typ mit der Brille. Der Seriöse, der Lyrik mag und durch sein geheimnisvolles Ich so cool wirkt. Beide so unterschiedlich und trotzdem so anziehend. Die hatten bereits in der ersten Woche meine Aufmerksamkeit für sich gewonnen.

Es klingelte.
Ich hatte wohl keine Zeit mehr, um weiter zu Grübeln.

"Hi, du bist früh!", sagte ich lächeln in den Hörer. Ich konnte Baekyun schon in dem kleinen Bildschirm meiner Türsprechanlage sehen. Leider Schnitt das Bild schon ab den Hals ab, so dass ich nur ein ganz kleines Bisschen der Krawatte sehen konnte. Aber seine Haare und alles sahen sehr durchdacht aus. Als hätte er jede einzelne Strähne mit einem genauen Plan an die gewisse Stelle platziert. Perfekt. So sahen sie aus.
Wie lange er wohl dafür gebraucht hatte? Ich hatte heute auch versucht meine Haare irgendwie zu bändigen. Ich hatte sogar Yuyeol gefragt, ob sie meine Haare kämmen wollen würde. Aber wie es sich für meine Locken gehört, sind sie wie immer widerspenstig. Aber zumindest sahen sie heute gewollt wirr aus. Irgendwie. Mit ein Bisschen Fantasie zumindest.

Ich sprang eilig in meiner Wohnung umher, um alles wichtige unter meine Arme zu kriegen. Schlauer wäre es gewesen einen Rucksack zu nehmen. Ach- das könnte ich doch noch schaffen, wenn er nicht zu schnell die Treppen hocheilt. Die Stufen in diesem Haus sind ungewöhnlich hoch. Für seine kurzen Beine bestimmt ein Unterschied. Vielleicht braucht er ja länger.
Ich eilte in mein quaotisches Schlafzimmer, und kramte unter meinem Bett nach meinem dunkelblauen Rucksack, doch ich fand ihn nicht. Natürlich hatte ich genau in diesem Moment vergessen, dass ich den noch in meinem Auto liegen hatte. Ich hätte vielleicht sogar geflucht, hätte ich nicht meine Ohren gespitzt und die Schritte von Baekhyun erahnt. Mit großen Schritten hetzte ich zur Tür und nahm die Thermoskanne, mein A4 Notizbuch und meinen Schlüssel, um noch gerade so rechtzeitig in den Hausflur zu hüpfen. Ich glaube ich hatte vergessen mein Licht im Wohn- und Schlafzimmer aus zu machen, aber dafür war es nun auch zu spät. Baekhyun kam gerade so um die letzte Treppenkurve zu mir und lächelte mich begrüßend an, so dass mir auffiel, dass seine Schritte nicht die gewesen sein konnten, die ich dachte gehört zu haben, da seine kaum zu hören waren, obwohl er direkt vor mir stand. War das vorhin ein kleiner Anfall vom Paranoia gewesen?

"Hi", lächelte ich und stieß mich von der Wand ab, an der ich mich gelehnt hatte, um meine Atmung wieder zu kontrollieren.

"Hallo. Schönen Tag gehabt?", antwortete Baekhyun mir fröhlich. Er sah wirklich gut gelaunt aus. Das stimmte mich direkt in dieselbe Heiterkeit.

"Ready?", fragte ich und hielt meine Arme entgegen, sobald er seinen Mantel auszog. Darunter verbarg sich der Anzug, den er schon vorweg angekündigt hatte. Makellos. Genau so wie die Haare. Der Mantel eher moderner und darunter der Anzug, der noch aus der Industriezeit stammen könnte. Als hätte es einem werten Arbeiter selbst gehört. Man konnte sich wirklich bildlich vorstellen, wie dieser Anzug von ihm jeden Tag auf dem Weg zur seiner Arbeit getragen wurde. Unglaublich akkurat saß der Anzug an ihm. Das Jackett machte ihm eine schmale Taille und die Beine wirkten durch diese gerade gebügelte Hose irgendwie länger. Ein Wunder, dass diese glänzenden schwarzen Schuhe nicht wie Steppschuhe in diesem Treppenhaus geklungen haben.

Er nickte auf meine Frage, ob er bereit sei und wartete auf weitere Aufforderungen, doch meine Aufmerksamkeit war noch immer auf sein Outfit gerichtet.

"Du wirkst größer.", murmelte ich leicht, doch Baekhyun schmunzelte nur und konterte mit seinem Zeigefinger Richtung Schuhe.

"Absatz. Hatte keine anderen.".
Ich nickte verwirrt. Was genau nun mich nicht losließ war mir ein Rätsel. Vielleicht sponn ich mir da auch nur etwas zusammen. Er sah einfach anders aus.
"Wollen wir die ganzen Treppen filmen oder ab hier? Das hier ist der vierte Stock oder?".

"Ja ist es.", antwortete ich. Der Hall unserer Stimmen ließ mich vergessen, dass es ja eigentlich schon spät war und wir leiser sein sollten. "Also von hier aus wären es noch zwei Stockwerke. Ich würde sagen, wir gehen eins weiter runter und drehen ab dem Dritten. Dann wirkt es zumindest nicht wie ein ganz kurzer Weg bis nach Oben.".

Und wieder. Ein Nicken. Wir hatten uns wohl ziemlich gut abgesprochen. Mittlerweile war bei uns gar nicht mehr so viel zu sagen. Bestimmt könnten wir bald einfach mit "hm?", "ja oder?" und "ja, dachte ich mir auch" das Projekt noch zuende führen. Wer brauchte denn schon Worte, wenn man ein klares Storyboard hatte?
Ich liebe solche genauen Vorstellungen. Wenn man in seinem Kopf einfach schon alles im Kasten hat. Wie abgedreht.

"Warte, kann ich den Kram hier in deinen Rucksack tun?", ich deutete mit meinem Kinn auf die Sachen unter meinem Arm, "Ich will keine unnötigen Hintergrundgeräusche, die da nicht hingehören.". Er reichte mir sofort seinen kleinen Rucksack den er dabei hatte, sobald er die Kameratasche vorsichtig schonmal rausholte. Ich platzierte den Kakao und seine Jacke alles eng gestopft beieinander. So würde wirklich nichts mehr überraschend klimpern können.

"Ahh", kam es von Baekhyun amüsiert, "deswegen auch die Pantoffel?". Ich sah zu meinen Füßen. Ich trug wirklich selten Pantoffel. Das war nun ein Manko, was ich doch für dieses Projekt gerne trug. Auch wenn ich trotzdem errötete. Ein wenig peinlich waren diese pelzigen Schuhe schon. Dafür waren sie aber auch sehr weich.

"Ja. Barfuß wäre es zu kalt, aber ich wollte ja auch nicht, dass man meine Schritte hört.". Ich hoffte inständig, dass er mir das glauben würde. Schließlich war es sogar Mal die Wahrheit.

"Verstehe.", lachte er leicht, "Ich will ja nicht, dass du frierst.".

Sobald ich den Rucksack auf meinen Rücken geworfen hatte, begaben wir uns ein Stockwerk weiter runter. Baekhyun passte bei jeder Stufe genauestens auf die Kamera in seiner Hand auf.

"Obwohl wir natürlich deine Schritte hätten auch als symbolisches "Verfolgen"/ "verfolgt werden" hätten nutzen können.", scherzte er weiter.

"Na, irgendwann ist auch Schluss mit der Symbolik. Bestimmt würden sowieso die meisten es eher als ein Versehen abstempeln und zack hat man ne Viertelnote schlechter abgeschlossen.", ich klatschte mit meiner flachen Hand gegen meinen Oberschenkel.

"Kommt ganz auf deine Verteidigung an.", verschmitzt sah er zu mir, während ich ihm nachging. Er stand bereits im 3. Stock. Das war ein perfekter Anwaltsspruch. Ein wahrer Werbeslogan.

'Wollen Sie auch Jura studieren? Dann bewerben Sie sich jetzt. Hier bei...'.

Er reichte mir vorsichtig die Kamera, damit ich ihm das neue Storyboard geben konnte. Ich konnte in seinen Augen die Überraschung sehen, dass er nicht mit einem saubereren Storyboard gerechnet hatte. Irgendwie konnte ich sogar ein 'Danke' in ihnen lesen. Seine Augen waren wirklich schön. Schmaler als die Meinen oder die meiner Geschwister. Nicht so rund oder glasig. Nicht so viel weiß, wie bei mir oder Soo. Sie wirkten irgendwie von Natur aus verschmitzt. Frech und glücklich. Und irgendwie klug. Wie Holz. Ja. Von einem Ginkgo. Die sahen fast zu jeder Jahreszeit anders aus. Waren unglaublich wandelbar. Und jedes Mal überwältigend. Der Kontrast zwischen dem dunklen Holz und den farbigen Blättern. Einzigartig. Ich liebe sie besonders zur Herbstzeit.
Sie sahen aus wie die Augen eines zwar Realisten, der aber seiner Zeit voraus war. Kreativ und realistisch. Optimistisch, sowie pessimistisch. Bestimmt hatte Da Vinci damals solche Augen gehabt. Wirklich schön.
Der Junge mit den Ginkgo-Augen. Oder Ginkgo-Laub in seinen Augen? In seinen Tränen? Aus dieser Idee könnte man einen tollen Titel basteln. Schade nur, dass ich mein Notizbuch auf meinem Schreibtisch liegengelassen hatte. Ich wollte jetzt nicht nach einem Stift kramen und auf die Rückseite des Storyboards kritzeln. Dann wäre mein versuchter guter Eindruck gleich wieder dahin.

"Okay.", murmelte Baekhyun ernst, "Ja. Sagen muss ich ja gar nichts.". In meinen Augen schien er irgendwie nervös. "Ist auf dem Dach ein Zaun oder so?".

Ich schüttelte den Kopf. Dieses Haus stammte noch aus den 90ern oder ähnlich, wo alle noch nicht sonderlich viel von Sicherungen gehalten hatten. Die ganzen Sicherheitsmaßnahmen kamen erst ab 2015, da es derzeit ungewöhnlich viele Unglücksfälle gegeben hatte.
Baekhyun presste erneut seine Lippen zusammen, so dass ich an den Kakao in der Tasche denken musste, da er das letzte Mal es getan hatte, als wir mit Kaffee und Kuchen (und Kakao) gebrainstormed hatten. Vielleicht war das seine Art und Weise sich zu konzentrieren. Manche massieren ihre Schläfen und andere kauen an deren Unterlippe. Jeder hat da so seinen eigenen Tick, so wie es sich gehört.

"Wollen wir?", begann ich, doch Baekhyun fiel direkt in eine Art von Gestottere:

"Äh- H- hast du dich denn schon mhm mit der Kamera vertraut gemacht?", fragte er. Sichtlich um seine wertvolle Kamera in meinen Händen besorgt.

Ich nickte eifrig: "Ich habe mir echt viele Tutorials angeguckt oder ist die hier besonders eigen?", mein Zeigefinger berührte das äußere Gehäuse.

Baekhyun überlegte kurz, doch dann verneinte er meine Frage mit einem deutlichen, doch schüchternen Kopfschütteln.

Bis auf kleine Patzer, verlief alles wie am Schnürchen. Mir war einmal die schwere Metalltür vor der Nase zugeknallt und ein anderes Mal mussten wir nur aus der Erinnerung heraus lachen, da ich das Lied "Eye of the Tiger" ausversehen weitergesummt hatte, welches Baekhyun zur Beruhigung vorher gebraucht hatte, da er wahrscheinlich unter Höhenangst litt und die Idee auf ein Dach ohne Zaun zu steigen ihm eher missfiel. Doch sobald wir das Lied abschütteln konnten und ich einen Trick mit dem Fuß versuchte die Tür nicht mehr ganz so stark zufallen zu lassen, verlief alles reibungslos. Naja. Fast.

Sobald wir die letzte Kurve des Treppenhauses erreicht hatten, also den Bereich betraten, wo jeder Schritt so klang, als würde man auf dünnen Blechen laufen, da die letzten Stufen metallisch waren, so wie die Tür zum Dach, wurde ich starr von den Bemühungen den Film ohne Fehler ablaufen zu lassen. Es wäre die letzte Aufnahme und alles andere vorher verlief genau wie geplant. Also spannte sich mein ganzer Körper an. Ich sah vermutlich aus wie Chihiro aus "Chihiros Reise ins Zauberland", in dem Moment, wo sie auf Zenibas Siegel trat (bzw. auf den wurmartigen Parasiten). Meine Haare selbst fühlten sich elektrisiert an. Wir standen genau an der Stufe, wo uns fast immer all die Versuche zuvor misslungen waren. Doch dieses Mal warf Baekhyun das Jackett zur Seite und stieß die Metalltür voller Kraft auf. Seine Schritte knirschten leicht durch das schwarze Streusalz auf dem Dach (für ein Bisschen "mehr" Sicherheit) und dann fiel die Tür wieder zu. Zwar knallte sie dieses Mal nicht und man sah auch meine Hand nicht dabei, wie ich die Türklinke runterdrückte, stattdessen sah man Baekyhun, wie er mit Tränen gefüllten Augen zur Kamera blickte und an einer Stelle mitten auf dem Dach verharrte. Das Bild brachte mich zum staunen. Es sah aus wie eine weit entfernte Erinnerung, die einen das Herz in mehrere Wege zerreißen könnte. Ich kam nah an sein Gesicht ran, drehte mich allmählig um, so dass erneut die Tür zu sehen war und ging. Die Tür fällt zu. Ein Schrei.

Noch bevor mein Schreck auf der Aufnahme zu hören sein konnte, drückte ich schnell auf "beenden". Mein Atmen stockte bei der Vorstellung, was ihm passiert sein könnte. Wäre die Kamera nicht so wertvoll hätte ich sie vor Schreck sicherlich fallenlassen. Ich stürmte zurück aufs Dach und sah zum Glück Baekhyun immer noch an derselben Stelle stehen, wie zuvor.

"Alles okay?", rief ich so energisch, dass er beinahe zu meinetwegen zusammenzuckte.

Er schaute verdutzt, als hätte er das Geschehen selbst noch nicht so wirklich realisiert: "Ja. So ziemlich.".

Ich war bei ihm angekommen und meine Blicke huschten von seinem Haarspitzen bis hin zu seinen Füßen, die ein paar Steinchen zum Knirschen brachten. "Hast du dir wehgetan? Ich habe dich schreien gehört.".

"Oh.", er lachte leicht auf, "Ja ne. Nein das war nur- musste irgendwie raus.".
"Ich hab Höhenangst.", ergänzte er schnell, "Hat der Schrei jetzt alles kaputt gemacht?".

Er hat Höhenangst. Natürlich hat er das. Oh Gott. Jetzt konnte ich gleich versuchen, mein Herz wiederzufinden, welches mir gerade eben noch in die Hose gerutscht war.
"Nein nein nein. Ich fand den Klasse! Ich hab mich nur erschrocken. Aber ich glaube wir haben alles im Kasten.".
Und ich glaube allmählig, dass dieser Schrei für unser Projekt genau richtig kam. Keine Stimmen, nur hallende, metallische, knirschende Schritte und dann dieser Schrei. Erleichterung.

Ich reichte ihm mit einem breiten Lächeln meine Hand entgegen. Wir sollten nun endlich runter von diesem Dach.

"Vielen Dank für die Zusammenarbeit, Herr Baekhyun.".
Er erwiderte mein Lächeln und ergriff sie.

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