♟007♟
(((([Wattpad mag mich nicht, deswegen hier der Reminder: Kapitel schlabbERhose kommt vor dem Kapitel 007!! Important!! ^^']))))
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"Boy, I Will Say Anything For A Cup Of Coffee!" --Lorelei//Gilmore girls
"Zwei Kaffees bitte.", gab ich an der Theke Bescheid, ehe ich auf einen leeren Platz zeigte und meine Augenbrauen fragend nach oben schob.
Sie nickte daraufhin: „Setzt euch. Euer Kaffee wird gleich zu Ihnen gebracht.". Diese Frau war mir neu. Ich kannte sie noch nicht und ich war beinahe zu jedem Tag hier. Ich hatte noch nie einen anderen Arbeiter oder Arbeiterin, als Josephin gesehen. Merkwürdiger Zufall. Dann habe ich Mal einen Gast und ich kann gar nicht damit prahlen, dass sie mich schon so gut kennen und wissen, bevor sogar ich es weiß, was ich heute essen und trinken möchte.
Genau dieser Gast erhob hektisch seine Stimme, ehe sich die Kellnerin wegbewegen konnte, um unsere Getränke vorzubereiten: „Ahhh. Könnte ich stattdessen eine heiße Schokolade bekommen? Danke.", er verzog entschuldigend seinen Mund. Die Neue sah uns kurz irritiert an, ehe sie schnell und währenddessen nickend verschwand.
„Merkwürdige Frau.", murmelte ich leise, doch ich schien wohl der einzige zu sein, dem das groß aufgefallen war. Baekhyun musterte mich nur, ehe er ohne weiteren Kommentar zum Platz ging, auf welchem ich vor kurzer Zeit gezeigt hatte.
Ehe ich mich ebenfalls dazusetzte, bestellte ich noch zügig zwei Stück Kuchen. Er dürfte sich einen davon aussuchen. Dann bekommt selbst er sicherlich wieder gute Laune. „Mit Zucker geht selbst die traurigste Miene im Sonnenschein baden.". Das hat meine Mutter manchmal gesagt, wenn ich als Kind wieder einmal weinen musste. Wie so fast immer: Sie hatte recht. Genauso wie Tante March aus dem Film „Little Women": „I may not always be right. But I am never wrong."
"Sag Mal? Kommst du dann auch Mal?", riss mich Baekhyun aus meinen Gedanken. Ich nickte hektisch, so wie es die Frau vorhin getan hatte und setzte mich stumm gegenüber von ihm an den kleinen runden Tisch. „Merkwürdiger Mann.", äffte mich auf einmal mein Gegenüber nach.
Ja okay. Das hatte ich verdient. Ich schmunzelte ein wenig, versuchte dies aber durch ein Schmunzeln zu vertuschen. Gelang mir jedoch kaum. Beziehungsweise gelang es mir nicht ein Bisschen.
Ich kramte mein Notizbuch heraus und einen Kugelschreiber, um ganz schnell das Zitat von Tante March aufzuschreiben, ehe ich es vergessen würde. Wieso fielen mir die ganzen Zitate erst danach ein, wenn es bereits einige Tage her war, dass ich diesen Film gesehen hatte. Ich sollte dringend Chaos da oben auf die Reihe bekommen.
„Was machst du?", fragte Baekhyun neugierig, doch ich antwortete nicht sofort. Als ich es eben tun wollte, stockte ich und wurde Gottseitdank von der Neuen unterbrochen:
„Bitte sehr. Eure Bestellung.". Ihre Stimme war freundlich und irgendwie ermunternd. Es tat mir auf einmal leid, dass sie mir so merkwürdig vorgekommen war. Ich war ja selbst nicht ein Fünkchen besser. Vermutliche hatte Rotkäppchen genau das gemeint, als er mich so albern nachgeäfft hatte.
„Äh Entschuldigung, aber wir haben keinen Kuchen bestellt.", antwortete Baekhyun sanft und wollte diesen zurückgeben lassen, doch zum Glück unterbrach ich ihn rechtzeitig bei seinem Tun:
„Dooch haben wir.", ich ergriff die Teller und stellte sie wieder auf den vorgesehenen Platz. Direkt vor Baekhyuns Kakaotasse. „Deine Wahl.", ergänzte ich und sah ihn erwartungsvoll an. „Siehe es als Entschuldigung, dass ich so spät dran war.".
Zum Glück nahm er die Geste an und schmunzelte ein wenig, ehe er den Käsekuchen auswählte. Ich nahm stattdessen den Erdbeerkuchen, der mich sowieso schon von Beginn angelächelt hatte.
„Magst du keine Erdbeeren?", fragte ich, als ich die erste Gabel voll mit Kuchen in meinen Mund schob.
Er verschluckte sich ein wenig, weswegen er erst vorsichtig ansetzte, um mir zu antworten: „Hm doch. Also ich denke, die wären bestimmt furchtbar lecker, aber ich bin leider gegen die allergisch. Und heute wird sicherlich nicht der Tag sein, wo ich es riskiere.", er lächelte verlegen zum Schluss, obwohl es keinen wirklichen Anlass gab, verlegen zu sein.
Der Arme. Keine Erdbeeren? Das könnte ich nicht. Ich würde sie trotzdem essen und danach direkt Antiallergika schlucken.
Ich trank einer meiner ersten Schlucke meines Kaffees und seufzte erleichtert auf, sobald die warme Flüssigkeit meine Speiseröhre hinunterfloss und ein warmes Gefühl bei mir hinterließ. So ein angenehmes Gefühl.
Baekhyun musterte mich, als überlege er mich etwas zu fragen. Sein Mund kräuselte sich und sein Blick wechselte immer wieder hin und her. Meine Augen, mein Kaffee in der Hand, meine Augen, die Tasse. Offensichtlicher ging es eigentlich gar nicht.
Ich schob ihm die Tasse entgegen, damit er wusste, dass es mich nicht stören würde. Er sah eindeutig gesund aus. Es triefte ihm kein Rotz aus der Nase und genauso wenig sahen seine Lippen so aus, als hätte er eventuell Herpes. Also was sollte es mich kümmern, wenn er auch aus derselben Tasse trank. Ein weiterer logischer Punkt wäre, dass die Hitze sicherlich den Hauptteil an Bakterien abtöten könnte, wenn dies jetzt notwendig sein müsste. Aber dies war zu 99% nicht der Fall. Ansonsten würde Rotkäppchen mein Angebot niemals so und ohne zu zögern annehmen. Er setzte seinen Mund an meine Tasse an, während ich langsam Lust auf seine heiße Schokolade bekam.
„Weißt du. Ich bin auch ein Kakao-Fan, doch erst nach einem Koffeinschuss am Morgen. Verstehst du?", nun wagte ich es auch seine Tasse in meine Richtung zu ziehen, „Man könnte sagen der Kaffee ist meine Vorspeise und der Kakao mein süßer Nachtisch, den es aber nicht jeden Tag gibt.", ich tauchte kurz in die Tasse ein, trank einen Schluck und sah ihn dann auffordernd an, in dem ich meine Augenbrauen kurz springen ließ.
Nun genehmigte auch er sich einen Schluck. Doch seine Reaktion war eine ganz andere als meine. Er zuckte, spannte seinen Körper an, verzog sein Gesicht und streckte mir angewidert seine kleine rosane Zunge entgegen.
Unkontrolliert lachte ich laut auf und hielt meinen eigenen Mund zu, sobald ich bemerkte, wie wir beide angesehen wurden.
„Jaja, ich weiß. Ich benehme mich wirklich sehr erwachsen.", er schob meine Tasse wieder zu mir und entledigte mir seine. Mir fiel auf, wie zierlich doch eigentlich seine Hände waren. Meine Tasse von seinem Zeigefinger zu mir geschoben. Selbst seine Nägel sahen glänzend und gepflegt aus. Dagegen sahen meine Hände, wie die eines Bauern aus, welcher sich bei der schweren Feldarbeit aus Versehen seine Narben immer wieder aufreißt.
Ich räusperte mich und nahm meine eigentliche Tasse wieder an mich: „Okay. Wollen wir nicht lieber wieder auf das Allergiethema zurückkommen?", fragte ich also und sah ihn immer noch mit einem zugepressten Mund an. Meine Ohren wurden wieder ganz warm, so sehr versuchte ich mein Lachen zu unterdrücken.
„Oder über dein Drogenproblem.", er deutete auf meine Kaffeetasse.
„Okay! Hören wir Mal auf uns zu bemitleiden und fangen jetzt an.", wurde er auf einmal lauter und ließ seinen Kugelschreiber enthusiastisch Klicken, ehe er diesen auf seinem nagelneuen Notizblock ansetzte.
Ich nickte zufrieden: „Einverstanden!".
„Also. Wir müssen ja irgendwie einen Kontuinitätsfilm produzieren. Das heißt wir können nichts durch special effects oder im Nachhinein reinbearbeitete Sachen retten, sondern müssen einfach direkte Cuts machen. Und wenn ein Versuch nicht geklappt hat, dann müssen wir nochmal von Vorn beginnen. Zu welchem Thema nochmal?"
„Ehrlichkeit", antwortete ich, „Krass das ohne viel Technik mir die Aufgabe voll schwer erscheint. Ich könnte so eine coole Explosion einfügen oder Regen, falls es nicht wirklich regnet. Oder-".
„Ja, versteh schon. Du bist anscheinend auch so einer.", schmunzelte er, ehe er das Wort „Ehrlichkeit/offene Karten" auf eine Seite ordentlich niederschrieb. „Also. Was fällt dir so zu dem Thema ein?", fragte er mich auf einmal und kritzelte auch sofort ein Wort darunter, sobald ihm etwas einfiel. „Eingrenzen", als nächstes schrieb er „Streit". Es war nicht wirklich schwer zu verstehen, was er von mir wollte, weswegen ich versuchte mitzuhalten. Denn er hatte bereits ein weiteres: „Freiheit". Das passte auch sehr gut zu meinem ersten Eintrag: „Befreien-loslassen o. abschließen".
Im Endeffekt hatten wir eine nicht gut übersichtliche Wortzusammensetzung, die wir selbst erst einmal verstehen mussten. Jeder Eintrag, der sich doppelte oder beinahe zu das gleiche aussagte, wurde von Baekhyun mit einer anderen Farbe markiert.
„Also was wissen wir? Wir müssen einen Kurzfilm drehen, ohne jegliche Schnittmöglichkeiten und wollen all diese Bereiche abdecken: ‚Neuanfang, Lügen oder sich selbst offenbaren, neue Türen öffnen und Freiheit', richtig? Das kriegen wir doch niemals alles unter einen Hut.", stellte ich unser Können offensichtlich in Frage. Beakhyun hatte so einen Blick manchmal, dass ich die kleinen Rädchen in seinem Kopf schon arbeiten hören. Als würde erst richtig in Fahrt kommen, sobald etwas aussichtslos erscheint.
„Sage niemals nie.", konterte er spitz. Mit so einem Satz erweckte er spätestens jetzt meine Aufmerksamkeit. Vielleicht war es auch der Kaffee, dessen Wirkung sich nun zeigte, aber dieser Spruch war auf jeden Fall der Grund, dass meine Augen anfingen zusätzlich zu meinem Mund mitzulächeln. Solche Sätze waren es einfach Wert zu Zitaten zu werden, die jeder kannte. Auch wenn der Ursprung den meisten vermutlich nicht bekannt war. Einfach einer der Klassiker. Auftritt: Agent 007.
James Bond hatte schon immer seine großen Auftritte gehabt. Wie viele Videos existierten bitte im Internet, wo die Stunts analysiert und nach Aufwand bewertet wurden? Mein liebster Stunt war immer der Sprung mit den Skiern von der Klippe gewesen vom „A spy who loved me". Einfach phänomenal. Er war eine Art Held, aber einen Funken menschlicher, als so manche Comicfiguren und mit dem Beigeschmack von Stil, meist vertreten durch sein Martini, und dem Player Dasein hatte er eine Art von Charakter, wie man sein wollte. Intelligent wie Holmes, attraktiv und männlich wie Brad Pitt, selbstbewusst wie Tony Stark und energetisch und zu riskanten Stunts fähig wie Jackie Chan. Eine Art Mischung aus Indiana Jones und Bruce Banner. Gefährlich. Und alle kennen seinen Namen.
„Chanyeol?", riss mich Beakhyuns Stimme aus meinen Gedanken, „Hast du mir überhaupt zugehört?".
‚Verdammt!', schoss es mir durch meinen Kopf. Das war unhöflich. Ich habe nicht einen Moment aufgepasst. Das war unaufmerksam von mir. Meine Mutter hätte mich jetzt dafür gerügt.
Ich verzog entschuldigend mein Gesicht. Hoffentlich war er mir nicht böse.
Er schloss seufzend seine Augen. Das war wirklich unangenehm. Ich überlegte, ob ich ihm sagen sollte, worüber ich nachgedacht hatte, jedoch stellte ich mir jegliche Art von Konversation aussichtslos in der Hinsicht vor. Das Szenario wäre vermutlich folgendermaßen:
„Tut mir Leid. Ich hab nur- Naja- Über deinen Spruch vorhin".
Er runzelt die Stirn „Hm?"
„Naja. James Bond.", versuche ich es noch einmal.
Es ziehen sich noch mehr Falten über sein Gesicht: „Was?"
„Das war ein Zitat. ‚Sage niemals nie.' Und du-" und ich gäbe inständig auf, sobald ich seinen angewiderten Blick sehen würde, „Egal.".
Aussichtlos. Stattdessen versuchte ich es mit Schweigen.
„Okay. Dann nochmal.", seufzte Baekhyun, „Ich hatte jetzt nicht wirklich eine grandiose Idee oder so,", mit seiner Gestik warnte er mich vor, in dem er seine Arme in die Luft warf und dazu bescheiden die Augen rollte, „aber ich hatte mir zu dem Stichpunkt ‚Freiheit' und ähm ‚sich offenbaren'", er schmunzelte leicht, als könnte er in meinem Gesicht erkennen, dass ich in diesem Moment alles gab, ihm mit seinen Ideen folgen zu können und nicht abzudriften, „irgendwie auch an etwas Moderneres gedacht. Sich selbst finden und eingestehen wer man ist. Identitäten, dem vorgegebenen widersprechen...blablabla vielleicht auch mit dem falschen Körper...oder so... sich nicht wie man selbst fühlen oder gefangen in seiner eigenen Haut sein. Woraus man sich dann wiederum befreien will- die neuen ‚Türen'", er zeichnete mit seinen Fingern Gänsefüßchen in der Luft, „öffnen will, sozusagen. Wir könnten viel mit Symbolik arbeiten.".
"Oh! Und wir sollten keine Kamera von der Uni nehmen. Ich habe eine eigene. Die ist besser.", ergänzte er. Sobald er an seine Kamera dachte, schien er wie auf Knopfdruck nostalgisch zu werden.
Ich nickte langsam. Bisher klang doch alles ziemlich gut. Mir gefällt besonders die Idee mit den ‚Türen öffnen'. Aber das mit der Kamera war mir ein Rätsel.
„Was denkst du dazu?", versuchte er mich mit ins Boot zu holen. Seine Augen waren groß und seine Lippen aufeinander zu einem schmalen Strich gepresst. Es sah beinahe so aus, als würde er sich die Sahne vom Kakao heimlich von seinen Lippen lecken.
Einer meiner Mundwinkel zog sich wie aus einem Reflex in die Höhe. „Für ein Bisschen Symbolik bin ich immer zu haben", antwortete ich mit einem leichten Murmeln, „und das mit den Türen-", der Gedanke ließ mich einfach nicht los. Doch ich kam nicht auf den Punkt, wie als würde die Idee an der falschen Bushaltestelle auf mich warten. Es lag mir auf der Zunge, wie man so schön sagte, doch es wollte mir einfach nicht über meine Lippen kommen. "Äh, aber das mit deiner Kamera?".
"Vertrau mir.", kam es schnell von ihm. Ich hatte so das Gefühl als seien weitere Fragen diesbezüglich nicht wirklich mehr vom schätzbaren Wert. "Vertrau mir.". Das altbekannte Thema 'Vertrauen'. Mal sehen wohin dieses Vertrauen uns nun hinführt.
Baekhyun nickte zufrieden. Ich fragte mich ob er sich schon Gedanken um mögliche Filmfrequenzen, Szenenausschnitte und die Umsetzung machte. Allein der Gedanke, dass das ganze Projekt in einer perfekten Reihenfolge geschehen musste, ohne jegliche Möglichkeiten nachträglich mit dem Schnitt und der Bearbeitung zu tricksen, bereitete mir Bauchschmerzen. Eine Art von Unzufriedenheit, da ich genauso effizient, wie der Neue sein wollte. Er hatte sicherlich diese typische Energie eines Neuzuwachses, wie es dem Rest meines Jahrganges leider schon wieder fehlte. Meine Wenigkeit, dass dachte ich zumindest, hatte diese Motivation nie verloren. Viel mehr wuchs sie jeden Tag mehr und mehr. Doch wenn ich diesen Jungen hier vor mir sah, kam ich ins Grübeln. Vielleicht war ich mittlerweile genauso inspirations- und nutzlos. Alles sträubte sich in mir, wegen diesem Gedanken. Von ganz allein, rümpfte sich meine Nase, als würde der Gedanke einen furchtbaren Gestank verursachen.
„Es muss simpel sein.", grübelte ich. Mein Zeigefinger strich dem Henkel der Tasse entlang. Nicht zu kompliziert. Einfach gestrickt und trotzdem muss es einen Sinn haben, über welchen man stolpert und diskutieren will. Ich will nicht, dass dieses Projekt aus meiner Reihe der guten Noten fällt.
Baekhyuns Blick hatte sich auf meine Tasse gerichtet, als würde er darauf warten, dass ich diese allmählig dem Tischrand zuschob, bis sie fallen würde. Als würde seine Aufmerksamkeit mich nervös machen, änderte ich das Streicheln zu einem Klopfen, indem meine Fingerkuppe in einem langsamen 4/4 Takt die Tasse stumpf klingen ließ. Das jedoch machte mich keineswegs weniger nervös.
Wie überbrückt man den einfachen Akt der Offenbarung mit dem Überschreiten von Grenzen? Schlichtweg eine Decke oder ein Laken beiseite werfen, um das „Offenlegen" darzustellen, ist zu wenig. Man könnte Vorhänge öffnen oder eine Art Gemälde abdecken und dann die Bedeckung abziehen- ein Bisschen wie in einem Musikvideo, aber ob das genug ist? Das gibt mir irgendwie nicht so das gewisse Etwas. Es fehlt der Struggle, das Überbrücken, Überwinden, das Übertreten der Türschwelle-
Das stumpfe Klopfen hörte auf.
Die Türschwelle übertreten. „Die Türen öffnen.", flüsterte ich.
Meine Augen reagierten schneller, als dass sich meine Gedanken richtig ordnen konnten. Die Augen rund, mein Mund offen und beinahe genauso rundförmig, wie meine Augen. Doch bevor ich ein Wort herausbekam, sah mich Baekhyun schon irritiert an. Es war, als würde sein Hals ein Stück länger werden, sobald er verstand, dass ich vielleicht eine Idee haben könnte.
„Äh- wah-wie-", begann ich vorschnell, „Wie konnte ich das nicht sofort sehen.". Ich schlug mir mit der flachen Hand gegen die Stirn. „Wir reden von ‚Türen öffnen' und ich komme nicht auf die Idee die Türen zu öffnen.", in meinem Kopf war alles so klar, wie reinstes Eis, doch mein Gegenüber konnte zu seinem Pech ja nicht so einfach in mich hineinsehen. Naja. Das ist wahrscheinlich auch ganz gut so.
„Was ist denn so offensichtlich?", fragte er vorsichtig.
Ich versuchte es noch einmal: „Du warst ja noch nie bei mir zuhause, aber oben, ganz oben meine ich, habe ich eine Tür", verständnislos runzelte er leicht seine Stirn, „zum Dach.", ergänzte ich. Baekhyun neigte seinen Kopf. „Damit du mir vielleicht besser folgen kannst- wir könnten egal was, Beispielsweise deine Idee mit dem falschen Körper und Freiheit und diesen ‚in die Freiheit schreiten' darstellen, indem wir-", ich zeigte mit meiner Hand Richtung Ausgang, die Glastür wo genau in diesem Moment ein Kunde das Cafe verließ, „die Tüüür-", ich unterbrach mich selbst, „-Nein- nicht nur ‚Türen öffnen', sondern Tüüüren ÖFFnen".
Baekhyun ließ alle Ideen vorerst noch sickern, während ich mich weiter und weiter in meinen Gedanken verlor:
„Also öffnet sich meine alte Dach-Tür in dem Moment, wo der Charakter aus seiner Welt ausbricht. Höhe, Wind, Freiheit- Boom- Man könnte sogar den Part mit dem Dach in die Richtung interpretieren, dass er den Tod als Ausweg und Befreiung sieht. Und dann könnte man diskutieren, ob es für ihn Freiheit bedeutet oder sogar eher Kapitulation, weil er statt sich gegen die Gegner zu stellen, den ‚einfachsten' Weg genommen hat. Nicht, dass ich es als einfach bezeichnen würde, aber vielleicht geben wir unserem Charakter eine starke Hintergrundgeschichte, so dass alles logischer erscheint. Ich könnte ein paar Ideen ausarbeiten, was Gründe sein könnten. Vielleicht ja in Hinblick auf seine Familie, Geschwister, Vater, Mutter, Oma etc. oder ist das zu viel Klischee? Und dann nach der Vorstellung könnte man nach Ideen der Zuschauer fragen und je nach Ausgang könnten wir es in kurz und knapp argumentieren, inwiefern die Handlung dann verändert wäre. Es gäbe bestimmt einige Punkte, über die man streiten könnte. Ob der Professor mit einer solchen Unruhe in Ordnung ist?", ich guckte äußerst motiviert in die Runde.
Und seine schmunzelnde Antwort gab mir alles, was ich hören wollte:
„Ich würde sagen, wir gehen Treppen steigen."
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