3.


„Oder soll ich doch lieber das rote nehmen?", fragte ich Nele, als ich vor meinem Spiegel im Schlafzimmer stand.

„ Warum denn dieser Aufwand? Nimm das, worin du dich wohlfühlst!"

„ Ich hab dich doch nicht umsonst herbestellt, welches findest du besser?"

„ Das rote finde ich schöner, weil es einfach edler wirkt, aber das schwarze kleine passt besser zur Party."

„ Okay, ich nehme das schwarze. Bist du auch soweit?"

„ Ja, schon längst. Können wir dann los?"

Ich zog mir noch schnell meine Pumps an und kämmte mir meine Haare nochmal.
Wenn Noah wirklich auftauchen würde, wäre ich ganz akzeptabel angezogen.

„ Hast du ein Date auf der Party? Du brauchst sonst nie so lange bei der Kleiderwahl!", lachte Nele als wir im Auto saßen.

„ Nein, aber ich muss die Gäste begrüßen."

Nele nickte nur und konzentrierte sich dann auf den Verkehr.
Kurz darauf kamen wir auch schon an und ich erfuhr, das ich den Job zusammen mit Nicki, einer Freundin von mir machen sollte.

Wir begrüßten ziemlich viele Leute. Ich hielt immer nach Noah ausschau, doch er kam einfach nicht.
Ziemlich frustiert setzte ich mich etwas später an die Bar und Nele gesellte sich zu mir.

„ Du hast nach diesem Noah ausschau gehalten, nicht?"

„ Ja...ich dachte, das er vielleicht kommt da ja ziemlich viele Studenten eingeladen waren."

„ Es sind auch einige Medizinstudenten da, du könntest da ja mal nach Noah fragen."

„ Ne, nachher kennen die ihn nicht mal."

„ Ach Tara, du bist doch sonst nicht so! War dieser Noah wirklich soooo toll?"

„ Ich hätte ihn gerne besser kennengelernt, nicht mehr und nicht weniger."

„ Na los, wir gehen tanzen, jetzt läuft 5 more hours!"

What you wanna do baby
Where you wanna go
I'll take you to the moon baby
I'll take you to the floor
I'll treat you like a real lady
No matter where you go
Just give me some time baby
'Cause you know

Während Chris Brown die ersten Wörter sang zog Nele mich auf die Tanzfläche, wo es ganz schön voll war.

Even when we're apart I know my heart is still there with you
Five more hours
'Till the night is ours
And I am back with you

This right here is my type of party
Five more hours we're just gettin' started
This right here is my type of party
Five more hours we're just gettin' started
Five more hours we're just gettin' started

Alle jubelten, grölten oder sangen mit.
Wir ließen uns einfach von der Menge treiben und vergaßen alles um uns herum. Danach liefen noch etwas langsamere Lieder und alle waren glücklich, da wir Ferien hatten.

Am nächsten Tag wachte ich erst ziemlich spät auf, da es gestern noch spät geworden war. Ich hatte aber nichts getrunken, worüber ich sehr froh war da ich nicht an meinem ersten Ferientag mit einem Kater im Bett liegen wollte.
Ich checkte noch ein paar Social Media Seiten bevor ich aufstand und duschen ging.

Auf dem Weg in die Küche warf ich einen Blick auf meinen Kalender.

10 - Nele Geburtstag

Nele hatte in 2 Tagen Geburtstag, das hatte ich ja komplett vergessen.
Immerhin wusste ich jetzt, was ich zu tun hatte, nämlich einen Ausflug in die Stadt.
Nele wünschte sich nur ein paar Kleinigkeiten, mal sehen was ich kaufen würde.

Ich frühstückte noch etwas und fuhr dann in die Stadt.
Als ich in die Stadt lief verdunkelte sich der Himmel immer mehr und es sah ziemlich nach Regen aus. Außerdem kam ein stürmischer Wind auf, na toll. Die Situation ließ mich an den Tag zurückdenken, als ich Noah kennengelernt habe.

Ich lief ein bisschen schneller, jedoch war ich nicht schnell genug, als die ersten Tropfen runterkamen.
Die ersten Läden kamen in Sicht, jedoch war ich nicht sonderlich angetan in einem Unterwäscheladen oder in einem Wolleladen zu warten.

Der Fotoautomat.

Noah.

Seit ich 15 oder 16 bin wohne ich in dieser Gegend und als wir gerade hergezogen waren stand der Automat schon. Irgendwann habe ich angefangen ihn als Unterschlupf zu benutzen, wie jetzt zum Beispiel. Ich habe nie, wirklich nie einen Schirm dabei. Außerdem habe ich nicht wirklich das Gefühl das hier irgendwer Fotos macht."

Schließlich erreichte ich den Fotoautomaten, riss den Vorhang auf und ein junger Mann namens Noah saß darin.

Er schaute etwas erschrocken von seinem Handy auf, lächelte jedoch, als er mich erkannte

„ Hey Tara, oder? Du hast dir meinen Trick mit dem Automaten wohl gemerkt, was?", lachte er.

„ Hi, ja ich hatte keine Lust in einem Unterwäscheladen zu warten."

Du musst ihn fragen! Entweder nach seiner Nummer oder...

Sein Lachen stoppte meine Gedanken „ Was ist los?"

„ Wir treffen uns jetzt schon zun zweiten Mal hier, das nenn ich Schicksal."

Ich grinste „ Hm, ja schon, vielleicht will es das Schicksal ja so?"

Er schwieg und so saßen wir einfach eine Weile nebeneinander.

„ Ich habe die Chance ein Semester nach Afrika zu gehen um dort den Kindern zu helfen."

„ Das ist ein großer Schritt und bestimmt eine große Bereicherung. "

„Ja, aber ich bin mir nicht sicher, da ich für ein halbes Jahr hier alles zurücklassen müsste. Ich könnte mich allerdings erst nach meinem nächsten Semester bewerben, da ich jetzt zu spät mit einer Bewerbung dran bin."

„ Es ist doch dein Traum, oder? Lebe ihn, mache ihn wahr und habe Spaß an ihm!", meinte ich zu ihm.

Er stand auf „ Ja, du hast Recht. Ich muss los, bis irgendwann!", sagte er nach einem Blick auf sein Handy und hauchte mir einen Kuss auf die Wange. Und schwups war er weg.
Ich saß in dem Automaten und war total verwirrt.
Erst finde ich Noah und dann ist er so schnell wieder weg.
Naja, ich hätte ihn schließlich nach seiner Nummer fragen können.
Ich schob den Vorhang zur Seite und stellte ich fest das es tatsächlich aufgehört hatte zu regen.

Ich stand auf, als neben mir eine Karte auf den Boden fiel.
Bei genauerem hinsehen stellte ich fest, das es sich um einen Personalausweis handelte.
Um den von Noah.

Sollte ich ihn beim Fundamt abgeben, oder einfach hoffen das ich Noah nochmal sah?

Ich entschied mich für das Fundamt.
Da der Ausweis in einer Folie drin war, schrieb ich, als ich im Fundamt war einen Zettel mit meiner Nummer und meinem Namen drauf und steckte ihn in die Folie.

Hoffentlich würde er merken, das er seinen Ausweis verloren hatte, oder in der Zeitung die abgegeben Sachen durchlesen.

Ich machte mich jedenfalls auf den Weg in die Stadt um Neles Geburtstagsgeschenk zu kaufen.

Words: 1131

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