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Jungkook

"Alles Gute, Kleiner", höre ich Hoseok zufrieden sagen, während ich ihn glücklich umarme zum Dank und fest an mich drücke. "Wie habt ihr das gewusst?", frage ich begeistert und mustere den Kuchen, den Jimin in den Händen hält und den fünfzehn Kerzen darauf.

Er ist vielleicht nicht besonders gross, doch ich habe nicht einmal mit etwas gerechnet, deshalb macht es die Situation umso schöner. Ich dachte, Taehyung Hyung möchte einfach etwas Gesellschaft im Aufenthaltsraum haben, doch als er mir den Vortritt gelassen hat, um einzutreten, ging auf einmal das Licht an und meine Hyungs standen vor mir und haben gesungen. 

"Wir haben Jin gefragt", erwidert Namjoon mit einem kleinen Lächeln und ich drehe mich freudestrahlend zu ihm um. "Danke", wiederhole ich einmal mehr und mache mich daran, auch noch Yoongi zu umarmen, der das mit einem sanften Lachen erwidert. 

Erst danach nehme ich Jimin den Kuchen auf der weissen Platte ab, stelle ihn auf den Tisch einige Schritte entfernt von mir, ehe ich ein Messer aus der Schublade der Einbauküche nehme und dann beginne, für jeden ein Stück abzuschneiden. Hungrig mustere ich die dunkle Farbe des Schokoladenkuchens, genauso wie der einst flüssige Guss aus Schokolade, der grosszügig darüber verteilt wurde. "Wer hat den gemacht?", will ich wissen und sehe auf, in Hoseoks Gesicht. 

Eine leichte Röte macht sich auf seinen Wangen bemerkbar und er kann das breite Lächeln kaum verstecken, dass seine Lippen einnimmt. "Taehyung und ich", gibt er schliesslich zu, "Unter Jin Hyungs Anleitung. Er hat uns die Zutaten gegeben und das Rezept."

"Da steckt mein ganzes Herz drin, also will ich nur Gutes hören, kapiert, Jungkookie?", meldet Taehyung sich mit tiefer Stimme zu Wort und ich drehe mich grinsend zu ihm um. "Alleine, dass ihr einen Kuchen für mich gebacken habt, ist es wert, dass ihr nur Gutes hört", erwidere ich glücklich und reiche dem Älteren dann auch ein Stück. 

Er lacht sanft, nimmt mir das Stück ab und beugt sich dann runter, um einen sanften, flüchtigen Kuss auf meiner Wange zu hinterlassen, sodass mein Herz einen Moment lang aussetzt. Zufrieden geht er an mir vorbei und lässt sich dann neben Yoongi Hyung auf einen Stuhl fallen, ehe er beginnt das Stück Kuchen zu verputzen. Ich stehe noch eine Sekunde vollkommen erstarrt an Ort und Stelle und starre ihm nach, während ich merke, wie eine verräterische Hitze in meine Wangen steigt, die mir sagt, dass ich rot geworden bin.

Was stellt Taehyung nur mit mir an? Als ich Yoonig Hyung vor Monaten gefragt habe, was es mit diesen Gefühlen auf sich hat und er mir erklärt hat, dass man es als Liebe zusammenfasst, habe ich nicht erwartet, dass diese Gefühle so stark und so chaotisch sind. 

Was mich schliesslich aus meinen Gedanken reisst, ist Namjoons Hand, die sanft auf meiner Schulter zu liegen kommt. "Willst du dich nicht auch hinsetzen?", fragt er mich und nickt zu den noch freien Stühlen. Ich nicke hastig auf seine Frage hin und schnappe mir mein eigenes Stück von dem Schokoladenkuchen, bevor ich mich wieder an Taehyungs Seite geselle und zu essen beginne. Kaum schmecke ich den süssen, leckeren Geschmack auf meiner Zunge, sehe ich mit leuchtenden Augen wieder auf und suche Hoseoks Blick. "Das ist das Beste, was ich in meinem Leben je gegessen habe!", rufe ich glücklich und nehme einen weiteren Biss, während Hoseok auf meine Worte hin nur breit lächelt. 

Einige Minuten vergehen, in denen ich still mein Stück des Kuchens esse, während meine Hyungs laut und wild durcheinander reden. Während ich ihnen zuzuhören versuche, lächle ich nach wie vor glücklich darüber, dass sie mich an meinem Geburtstag mit einem Kuchen überrascht haben. Ich habe nicht einmal erwartet, dass sie meinen Geburtstag kennen, geschweige denn, dass sie irgendetwas machen. Umso schöner finde ich, dass sie etwas getan haben. 

Von allen Geburtstagen, die ich bereits gefeiert habe, ist der hier der schönste von ihnen. 

Ich habe kaum fertig gegessen, als ich allerdings auch bereits wieder spüre, wie Taehyung mich sanft in die Seite piekst. Fragend sehe ich zum Älteren auf, der mir im Gegenzug ein sanftes Lächeln schenkt. "Kommst du mit?", fragt er überraschend, "Ich hab noch was für dich."

Wie von selbst breitet sich ein aufgeregtes Lächeln auf meinen Lippen aus. "Was denn?"

Taehyung lacht und lässt eine seiner Hände durch meine Haare wandern. "Das wirst du wissen, wenn ich's dir gegeben hab." Mit diesen Worten schiebt er seinen Stuhl zurück und steht auf. Ich tue es ihm gleich und wende mich kurz den anderen zu. "Wir sind gleich wieder da!", verkünde ich und bemerke, wie Namjoon Hyung mich einen Moment lang mustert, ehe sein Blick zu Taehyung schweift.

"Braucht aber nicht zu lange", meint er mit einem kleinen Grinsen auf den Lippen. Etwas darauf erwidern kann ich nicht, denn mein Begleiter dreht mich im nächsten Augenblick auch bereits sanft um und übernimmt die Führung aus dem Aufenthaltsraum hinaus, raus in den Trakt. 

Neugierig folge ich ihm. "Wohin gehen wir?", frage ich gespannt und hole wieder zu ihm auf. Taehyung grinst etwas und dreht seinen Kopf zu mir. "In den zweiten Stock."

Mein Lächeln wird breiter und ich schlinge meine Arme um Taehyungs. Der Ältere lacht sanft und sieht abermals zu mir hinunter.

Gemeinsam setzen wir unseren Weg fort, durch Trakt C, bis wir vor der eigentlich verschlossenen Tür stehen. Taehyung greift in seine Hosentasche, zieht einen silbernen Schlüssel, den ich inzwischen gut kenne, hervor und schliesst auf. Hastig trete ich ins Treppenhaus und der Blondschopf folgt mir, ehe er die Tür wieder ins Schloss zieht.

Wir laufen die Stufen hoch in den zweiten Stock und dann in Richtung des verlassenen Zimmers. Nach den vielen Malen, die ich bereits hier gewesen bin, kenne ich den Weg gut und es dauert nicht lange, bis wir vor dem Zimmer ankommmen. Ich stosse die Tür auf und trete in das geräumige, wenn auch etwas chaotische, Zimmer.

"Was wolltest du mir geben?", frage ich neugierig nach und drehe mich zu meinem Begleiter um, der allerdings bereits an mir vorbeigelaufen ist, zum Schreibtisch. Gespannt beobachte ich ihn dabei, wie er davor stehen bleibt und sich dann auf der Platte abstützt. Erst denke ich, er holt etwas aus einer der Schubladen, doch als er sich nach einigen Sekunden immer noch nicht regt, steigt Verwirrung in mir auf.

"Tae?", hake ich nach und mache einen Schritt auf ihn zu, "Alles in Ordnung?"

Er richtet sich wieder auf, nachdem ich gesprochen habe und nickt, bevor er sich zu mir umdreht. "Jungkook, ich denke, du bist jetzt alt genug...", meint er vage und während mich dieser Satz nur noch mehr verwirrt, kommt Tae wieder auf mich zu und ergreift meine Hände, zieht mich näher, sodass ich dicht vor ihm stehe und wieder merke, wie mich die Nähe rot werden lässt.

"Wofür?", will ich unsicher wissen, sehe in seine blauen Augen und spüre im nächsten Augenblick, wie er meine Hände loslässt, seine allerdings an meine Wangen legt und sich zu mir runterbeugt.

"Dafür", ist das Einzige, was er noch murmelt, bevor er seine Lippen sachte auf meine drückt. Überrascht will ich zurückzucken, doch seine Hände an meinen Wangen verhindern das, während er seine Lippen sanft gegen meine bewegt.

Es dauert einen kleinen Moment, bis ich realisiere, dass es sich nicht einmal schlecht anfühlt - im Gegenteil, es fühlt sich toll an.
Unsicher und mit beinahe schmerzhaftem Herzklopfen versuche ich, seine Bewegungen zu immitieren und finde meine Hände nur wenig später in sein T-Shirt gekrallt wieder.

Taehyungs hingegen, finden ihren Weg von meinen Gesicht zu meiner Hüfte, wo er mich noch etwas näher zieht und den Kuss vertieft, indem er den Kopf leicht neigt.

Wieder tue ich es ihm gleich, bis er sich langsam von mir löst. Meine Beine fühlen sich butterweich an und instinktiv schlinge ich beide Arme um Taehyungs Oberkörper und verstecke mein Gesicht verlegen an seiner Brust.

Sein sanftes, tiefes Lachen erklingt, sodass ich erschaudere und ich merke, wie er meine Umarmung erwidert und mich an sich drückt. "Hat es dir gefallen?", höre ich ihn leise sagen und kaum hat er ausgesprochen, nicke ich auch schon eifrig gegen seine Brust.

Sein Griff um mich wird noch etwas fester. "Also machen wir das ab jetzt öfter?"

Ein freudiges Lächeln bildet sich auf meinen Lippen und langsam sehe ich auf, in seine Augen, während mir warm wird. Yoongi hat damals nicht erwähnt, wie glücklich Liebe machen kann. Jetzt gerade fühle ich mich so glücklich wie nie zuvor in meinem Leben.

"Klingt nach einem guten Vorschlag."

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