32. Stexpert
PoV Tim
Völlig fassungslos starrte ich auf mein Handy und konnte nicht ganz realisieren, was ich sah. Stegi. Und er küsste einen Fremden. Ich hätte ihn nie alleine auf eine Hausparty lassen sollen! Aber woher hätte ich wissen können, dass er mich betrügen würde? Verzweifelt suchte ich nach irgendwelchen Spuren, die mir sagen würden, dass das hier Photoshop war, nicht echt, ein Fake.
Doch im Gegenteil, es kam noch schlimmer: Mein Kumpel schickte noch ein kurzes Video hinterher, auf dem die Beiden kurz zu sehen waren, wie sie sich wild küssten. Mir wurde schlecht und schwindelig, als ich mir die Stelle noch einmal ansah. Ich konnte nicht glauben, dass Stegi mir das antat. Wie in Trance tippte ich auf seinen Kontakt und versuchte verzweifelt, meinen Freund anzurufen, doch er ging erst nicht ran und schließlich hatte er wohl sein Handy ausgeschaltet, da nur noch die Mailbox abhob. Ich hatte Angst. Angst vor der Wahrheit, Angst davor Stegi zu verlieren und Angst davor, wieder alleine zu sein. Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte, also fragte ich den Kumpel der mir das Video geschickt hatte: >> Wie lange ist das her? <<
Kurz darauf bekam ich eine Antwort: >>Ne dreiviertel Stunde, allerdings sind die Beiden vor 20 Minuten nach oben verschwunden, ich will nicht wissen was die machen... <<
Je länger ich auf diese Nachricht starrte, je öfter ich sie durchlas, desto mehr Tränen liefen mir über die Wangen. Ich weinte nie, das war normalerweise Stegis Part, aber das hier war definitiv eine Ausnahme. Ich saß bestimmt zehn Minuten regungslos da und starrte mein Handy an, als ich eine weitere Nachricht bekam:
>> Stegi is grad wieder runter gekommen und sofort raus gerannt. Und er hat ziemlich zervögelt ausgesehen... <<
Mein Handy fiel mit einem polternden Geräusch zu Boden und ich hatte das Gefühl als hätte mir jemand einen Kübel voll eiskaltem Wasser über den Kopf gekippt und mir danach ins Gesicht geschlagen. Er hatte mir immer gesagt, er wollte noch keinen Sex. Er sei noch nicht bereit dafür. Und dann trieb er es mit irgendeinem wildfremden Typen auf einer Hausparty.
Als die Haustüre klingelte und mich aus meinen Gedanken riss, sprang ich auf. Auch wenn ich eigentlich nicht mit Stegi reden wollte, musste es ja doch irgendwann sein und ein kleiner, naiver Teil von mir hoffte immer noch auf eine anständige Erklärung.
Als ich die Türe aufmachte, sah ich nur etwas auf mich zu stürzen und sofort hatte ich einen weinenden Stegi im Arm. Völlig perplex drückte ich die Türe zu und zog meinen Freund dann an mich. Meine Wut war verraucht, ich machte mir nur noch Sorgen um den Kleinen.
Als ich versuchte, mit Stegi ins Wohnzimmer zu gehen, verzog er unter Schmerzen sein Gesicht, also trug ich ihn im Brautstil bis zur Couch, wo ich ihn vorsichtig absetzte. Dann sah ich mir meinen Freund etwas genauer an und stellte fest, dass er wohl schon länger weinte. Seine Augen waren blutunterlaufen und schwammen immer noch in Tränen, außerdem zitterte er am ganzen Körper und wirkte völlig verängstigt und eingeschüchtert.
Gerade als ich fragen wollte, was passiert war, fing er selbst an zu reden: „Tim, es tut mir so leid! Ich... ich wollte das nicht! Nico war zuerst voll nett, aber dann hat er mich geküsst und ich hab gesagt ich will nicht und dass ich einen Freund habe, aber das war ihm egal, er hat gemeint, dass du ja nichts davon mitbekommen musst. Ich hab ihm dann gesagt, ich mach da nicht mit, aber er... er hat mir gedroht und... ich hatte solche Angst... und plötzlich hat er mich wieder geküsst und dann wollte er in dieses Zimmer und... ich hatte solche Angst!" Von einem erneuten Schluchzer geschüttelt konnte er nicht mehr weiter sprechen, aber das musste er auch nicht. Ich hatte genug gehört. Ich würde Stegi beschützen und alles tun, um zu verhindern, dass so etwas nochmal passieren konnte.
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Hab das beim Frisör geschrieben und erst so ungefähr bei der Hälfte gemerkt, dass meine Mum mitliest. Ich hatte da auch überlegt, stattdessen nen Stexpert Lemon zu schreiben... Gut dass ich mich hierfür entschieden hab xD
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