versöhnung | zouis
Zayns p.o.v.
Leise lief eine Träne über mein Gesicht. Ich schloss die Augen, atmete tief durch und wischte sie dann weg.
Es tat so weh. Er ließ es so dastehen, als sei alles meine Schuld. Was es nicht war. Wirklich nicht.
Ja, er hatte Recht. Er hatte mit allen abgemacht, dass wir kommen. Dass wir da sein würden bei dem Auftritt. Und ich wollte ja auch kommen. Ich hatte es ernsthaft gewollt. Ich war auf dem Weg gewesen. Aber ich hatte so Angst davor gehabt ihn wiederzusehen und...die Anderen wiederzusehen, dass ich...ich hatte einen Unfall gebaut. Nichts Großes, aber so, dass ich den Auftritt verpasst hatte.
Ich hatte ihn enttäuscht. Und ich hatte nicht den Mut gehabt es ihm zu sagen. Ihm zu sagen, dass ich da gewesen sein wollte, es aber nicht geschafft hatte.
Die Tatsache, dass Louis' Mutter gestorben war hatte auch mir sehr weh getan. Natürlich war es kein Vergleich gewesen damit, was er fühlen musste, aber es war nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Die ganze Zeit, die wir bei ihnen verbracht hatten. Johannah, wie sie lächelnd Fotos machte und dachte wir merkten es nicht.
Louis war alles für mich gewesen. Die Liebe meines Lebens. Das war er auch immer noch. Man merkt es von Anfang an bei der richtigen Person. Es ist ein Wimpernschlag und du weißt, du willst keine einzige Sekunde deines Lebens mehr ohne diesen Menschen verbringen. So war bei mir sofort gewesen. Louis und ich hatten von Anfang an diese spezielle Chemie gehabt. Es gab Dinge, die die anderen drei einfach nie verstanden hatten. Wir konnten die Dinge zusammen machen, für die uns andere schräg ansahen. Wir verstanden uns einfach. Ich wusste wie er funktionierte, wie er tickte und er wusste genau wer ich war. Und das taten die wenigsten.
Am Anfang hatte ich manchmal noch versucht mich von meinen starken Gefühlen für ihn abzulenken, hatte mich mehr auf beispielsweise Liam konzentriert, aber ich konnte es einfach nicht zurückhalten.
Und dann kamen wir zusammen. Die schönsten und gleichzeitig schlimmsten zwei Jahre meines Lebens.
Louis' und Harrys Freundschaft war schon immer besonders gewesen. Auch bei ihnen hatte irgendetwas Klick gemacht. Ich meine, sie hatten zusammengelebt. Aber es war nunmal nur Freundschaft gewesen. Ich wusste das. Louis auch. Und Harry auch.
Aber man sah Harry an, wie schlecht es ihm damit ging. Er hatte Louis geliebt und zwar sehr offensichtlich. Aber er hatte gewusst, dass Louis nichts in die Richtung für ihn empfand und das hatte ihn zerstört. Auch wenn er versucht hatte es sich nicht anmerken zu lassen. Für mich und Louis. Aber ich hasste es Harry so unglücklich zu sehen. Außerdem lief es zu dieser Zeit eh nicht so prickelnd zwischen mir und Louis und wir beschlossen eine Pause zu machen.
Und dann war Louis die...Sache passiert. Ich hasste es das auszusprechen oder auch nur zu denken. Aber es war die Wahrheit. Er hatte eine Frau geschwängert.
Und das war dann der der Funken gewesen, der alles zum Explodieren gebracht hatte. Ich konnte Louis nicht mehr in die Augen sehen. Auch Harry nicht mehr. Er sah genauso zerstört aus wie ich. Von Liam bekam ich immer nur diesen mitleidigen Blick, mit dem ich so wenig anfangen konnte und Niall war am Boden zerstört, weil er mich und Louis von Anfang an unterstützt hatte.
Ich war aus der Band ausgestiegen. Dann war alles auseinandergebrochen.
Und dann war Louis' Mutter gestorben.
Es hatte mir so ein Loch ins Herz gerissen. Louis' Familie war immer für mich da gewesen und ich liebte seine Geschwister fast wie meine eigenen. Die ganzen Abende an denen wir mit der ganzen Horde im Wohnzimmer gesessen und Activity gespielt hatten, oder wenn Louis und ich einfach nur ungestört einen Film hatten angucken wollen (und vielleicht ein bisschen mehr), Phoebe oder Daisy aber immer bei irgendwas Hilfe gebraucht und Fizzy und Lottie einfach nur anzüglich die Augenbrauen hochgezogen hatten. Das waren die besten Zeiten gewesen.
Die letzte Zeit musste für Louis so schwer gewesen sein. Und ich war nicht für ihn da gewesen. Ich meine...ich hatte meine Gründe. Ich war immer noch so tief verletzt dadurch, dass er dieses Kind gezeugt hat, aber er...er...ich meine sein Kind ist bestimmt wundervoll das meine ich nicht, aber er hatte einfach...
Ich schlang meine Arme um meine Knie und legte mein Kinn darauf ab.
Die letzten Jahre hatten einiges verbessert. Ich hatte das Gefühl allen ging es besser. Niall hatte riesigen Erfolg, auch im Privatleben wie es schien, er hatte einige richtig gute Freunde gefunden, wie Shawn oder Julia Michaels.
Liam brachte viele Singles raus, bereiste die ganze Welt und setzte sich für viel Soziales ein.
Harry war abgesehen von seiner Zeit am Set, seiner engen Freundschaft zu James Corden und seiner exzellenten Musik wie es schien endlich komplett über Louis hinweg. Dass was dieser mir angetan hatte, hatte auch Harry sehr stark geschockt. Er sah jetzt Mitch mit dieser Liebe im Blick an und schien diese auch endlich zurückzubekommen. Ich hatte keine Ahnung ob es erstmal nur so eine Ich-schlafe-mit-meinem-Gitarristen-Beziehung war, aber Gefühle waren definitiv mit im Spiel. Und Louis?
Ja, Louis schien es endlich wieder besser zu gehen. Seine letzte Single „Two Of Us" hatte mich schwer berührt und schon so viel zum Weinen gebracht. Er war wieder viel präsenter auch im Internet und jetzt hatte ich dieses Interview vor mir auf dem Laptop laufen. Er redete darüber wie es ihm ergangen war und darüber wie enttäuscht er gewesen war als ich nicht da gewesen war.
Ich wusste wie enttäuscht er hatte gewesen sein müssen. Er hatte vermutlich so etwas gedacht wie wenn ich käme hätte ich ihm verziehen oder so. Die Wahrheit war, dass ich das schon längst hatte. Schon als er mich nicht hatte ansehen können, weil es ihm zu sehr wehtat die Trauer in meinen Augen zu sehen, da hatte ich ihm verziehen. Er war außerdem komplett betrunken gewesen und verletzt weil ich unsere Beziehung pausiert hatte.
Seufzend klappte ich den Laptop zu. Das half doch auch nicht Interviews von Louis anzugucken und ihn so sehr zu vermissen, dass ich fast umkam. Dieses Lächeln. Ich vermisste sein Lächeln. Und seine Arme. Seinen Dreitagebart. Seine Hoodies. Seine Stimme. Seine Küsse. Alles. Ich vermisste alles an ihm. Vor allem das Gefühl komplett zu sein, das ich seit damals nicht mehr gespürt hatte.
Ich rollte mich zur Seite und vergrub mein Gesicht in meinen Sofakissen. Ich hatte keine Kraft mehr in mein Zimmer zu gehen. Erschöpft schlief ich mit Tränen auf den Wangen ein.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte war mein kompletter Rücken verspannt und ich fror, weil das Fenster die ganze Zeit über auf gewesen war.
Ich fühlte mich merkwürdig. Eine komische Mischung aus Trauer und Leere füllte mich und ich konnte mich nicht entscheiden was schlimmer war.
Ich ging kurz in die Küche um mir ein Glas Wasser zu holen und setzte mich dann wieder auf die Couch. Ich langte nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein. Es war irgendein Prominews Kanal und eigentlich wollte ich direkt wegschlagen doch dann hörte und sah ich etwas, dass mich das Wasserglas auf meine Füße fallen und das Sofa durchnässen ließ.
„Noch weiß man nicht genau, wie es zu diesem tragischen Tod der 18-jährigem Félicité Tomlinson, genannt Fizzy, kommen konnte. Vermutet wird, dass die Social-Media-Influencerin und Schwester des One Direction Stars Louis Tomlinson an einem Herzinfarkt gestorben ist..."
Den Rest verstand ich nicht mehr in meinem Kopf war nur ein Rauschen. Das musste ein Scherz sein. Ein sehr schlechter Scherz. Fizzy war tot? Nein. Nein, das konnte nicht sein.
Das wunderschöne Mädchen, dem ich immer meinen Nachtisch rübergeschoben habe, wenn es Pudding gab, weil sie ihn eh viel lieber mochte und, die mir in einem privaten Moment erklärt hatte wie glücklich es sie machte Louis meinetwegen so glücklich zu sehen?
Sie war so schön, so klug, so ein guter Mensch und jetzt...sollte sie tot sein? Nein. Das war doch nicht möglich.
Und dann kam mir noch ein Gedanke, der wie ein Blitz durch meinen Körper zog und mich zusammenzucken ließ.
Louis.
Oh mein Gott. Wie es ihm gehen musste. Er hatte gerade erst den Tod seiner Mutter einigermaßen überwunden und jetzt das.
Und plötzlich handelte mein Körper ganz von alleine. Ich stand auf, zog Schuhe an und ehe ich mich versah stand ich vor der Tür. Meine Füße trugen mich wie von selbst zur nächsten Taxistation und ich stieg ein.
Nach einer knappen Stunde hielt das Taxi an, ich stieg aus und bezahlte. Und bevor ich richtig realisieren konnte was ich da tat hatte ich schon die Klingel des großen weißen Hauses gedrückt und fuhr mir nervös durch die Haare.
Ewig tat sich nichts und fast schon hätte ich einfach umgedreht und wäre wieder gegangen, da öffnete sich die langsam die Tür.
„Zayn?"
Louis sah schrecklich aus. Also, nein, er sah absolut umwerfend aus, aber man konnte ihm im Gesicht ablesen wie scheiße es ihm gehen musste. Tiefe Augenringe, der Bart unregelmäßig rasiert, die Kapuze seines Pullovers tief ins Gesicht gezogen und seine Augen komplett stumpf, allerdings mit einem Hauch Überraschung darin. Er hätte in hundert Jahren nicht damit gerechnet, dass ich vor seiner Tür stehe.
Wieder reagierte mein Körper ohne mich einzuweihen. Ich trat einen Schritt vor und schlang meine Arme um ihn. Ich drückte ihn so fest an mich, dass ich fast sicher war er bekam nur schwer Luft. Nach einer Schocksekunde hörte ich ihn dann schluchzen und dann klammerte er sich an mich wie ein Ertrinkender.
Er krallte sich in meinem Shirt fest und versteckte seinen Kopf in meiner Halsbeuge. Ich spürte wie langsam seine Beine nachgaben, also hob ich ihn hoch und trug ihn ins Wohnzimmer. Ich setzte mich mit ihm auf meinem Schoß auf das Sofa und strich ihm langsam immer wieder über den Rücken. Er schluchzte immer unkontrollierter und durchnässte mein Shirt mit seinen Tränen.
„E...es tut so weh. Zayn, es tut so weh", flüsterte er gebrochen und ich zog ihn noch enger an mich und atmete langsam aus.
„Ich weiß. Aber jetzt bin ich da", flüsterte ich sanft in sein Ohr. „Ich bin hier Louis. Ich bin hier."
Und auch wenn es unpassend war, in diesem Moment, in dem Louis mir so nah war, seine Wärme mit mir teilte und mir auf den Hals hauchte, spürte ich, wie langsam die Risse in meinem Herzen mit feinen Stichen säuberlich genäht wurden. Mit Louis direkt bei mir fühlte ich mich nach all den Jahren plötzlich wieder ganz.
„Und ich werde nie weder gehen", wisperte ich und fuhr ihm vorsichtig durch die Haare.
Er hob langsam seinen Kopf und sah mich an. Seine Augen waren voller Trauer, aber ein winziger Hauch Hoffnung lag darin.
Ich musste lächeln.
„Ich..." Er senkte den Kopf wieder. „Zayn, es tut mir leid. Es tut mir so leid. Ich...ich hab mir das nie verziehen. Ich-„
„Aber ich habe dir verziehen", unterbrach ich ihn.
Er sah mich sprachlos an und biss sich auf die Unterlippe.
„Louis, ich..." Ich stockte kurz, aber ich musste es einfach sagen. „Ich liebe dich und wir stehen das zusammen durch."
Bei meinen Worten brach Louis erneut in Tränen aus, schluchzte und drückte sich noch fester an mich.
„Ich..." Er lächelte fast schon. „Ich liebe dich auch. So sehr."
Ich zog ihm die Kapuze vom Kopf, fuhr mit meinen Fingern durch seine Haare und strich noch eine Träne weg. Dann beugte ich mich vor und küsste ihn.
Es tat weh, aber wir würden das zusammen durchstehen.
Er und ich.
Für immer.
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r.i.p. angels ❤️
den one shot hab ich tatsächlich so einen tag nach der nachricht von ihrem tod geschrieben.
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