~bored at work~

Yoongi

Gelangweilt wie immer starre ich auf einen mir unbekannten Punkt, einfach strikt nach vorne. Die Tankstelle ist leer, kein Kunde ist hier oder draußen an einer beliebigen Zapfsäule und das seit Stunden.
Auch wenn ich den Vorteil sehe, darum weniger arbeiten zu müssen und meine Glieder nicht überanstrengen muss, ist es doch sehr ermüdend, nicht nur wegen der späten Uhrzeit.

Da ich nach einer Zeit nicht mehr die Notwenigkeit des Stehens an der Kasse nachempfinden konnte, sitze ich vor der Kasse, sobald ein vermeintlicher Kunde aufkreuzen würde kann ich schließlich aufstehen, selbst wenn die Höflichkeit unnötig ist.
Glücklicherweise muss ich lediglich die Kunden an meiner bisherigen Position bedienen, das Einräumen von Ware übernimmt je die Personen, die vor mir Schicht haben.

Genüsslich schmatzend lehne ich weiter auf dem Stuhl zurück, bis das Gestell Geräusche von sich gibt, die aufgrund der Überlastung entstanden. Für das Liegen ist die Sitzgelegenheit wohl nicht geeignet.

Mein von Müdigkeit betrübter Blick schaut auf meine Armbanduhr, die mir beichtet, dass meine Schicht wohl gleich beendet ist. Ich kann es kaum erwarten aus dem Gebäude gehen zu können und mein flauschiges Bett nutzen zu können, müde ist kein Ausdruck mehr für das was ich empfinde.

Weitere Minuten vergehen bis endlich das erlösende Geräusch eines Motors höre, der die Stille unterbricht. Die Person parkt auf dem kleinen Parkplatz, steigt aus, lässt sich aber recht viel Zeit. Somit erhebe ich mich und verfrachte den Stuhl in den Hinterraum, greife vorsorglich nach meinem Smartphone und Portemonnaie.
"Ich will so schnell wie möglich weg hier, ist ja nicht mehr auszuhalten" grummel ich erschöpft, während ich wieder an meinen Arbeitsplatz gehe.

Ein schlanker Junge betritt die Tankstelle und grinst mich breit an. Seine Haare sind blond gefärbt und an seinem Nacken etwas länger, die Frisur sehe ich zur Zeit immer häufiger, wie nennt man es nochmal 'Mullet'? Ich weiß nur, dass Jeongguk  darauf brennt seine Haare so wachsen zu lassen. Außerdem hat er reichlich Sommersproßen auf dem Gesicht, die ihn irgendwie putzig wirken lassen.

"Ah du musst Yoongi sein, ich bin Felix und löse dich ab, mache ich um die Zeit eigentlich jeden zweiten Tag, wir sehen uns also noch öfter." seine tiefe Stimme lässt mich beinahe aus meinem Winterschlaf erwachen, diese hatte ich gar nicht erwartet, nicht bei diesem Jungen.
"Nun gut, ich mach mich dann auf" ignoriere ich seine Absicht ein nettes Kennenlerngespräch zu vertiefen, ich will nur schlafen und auch er wird mich nicht daran hindern.

"Okay, tschüss, schlaf gut"  meine Ignoranz scheint er nicht bemerkt zu haben, denn er strahlt ein wenig mehr. Den müsste man neben Hoseok stellen, die können um die Wette strahlen.

Ehe er noch was sagen kann gehe ich aus dem Gebäude und greife in meine Jackentasche. Während ich mein Handy deutlich spüre, merke ich, dass ich wohl die Kopfhörer Zuhause vergessen habe.
"Das kann doch nicht wahr sein" seufze ich erschöpft.

Trotz meiner inneren Frustration nicht Musik hören zu können mache ich mich auf den Weg nach Hause.
Es laufen verhältnismäßig sehr wenig Menschen auf der Straße und eigentlich interessieren sie mich gar nicht, doch sticht ein knallpinker Schopf ins Auge, der mir gerade entgegen läuft. Schnell erkenne ich, dass es San ist, der zwar müde aussieht, aber trotzdem mit einem Lächeln zu mir kommt.
Wie kann man am Morgen bitte so fröhlich aussehen?

"Haare gefärbt?" frage ich ihn direkt.
Sofort erschrickt er, zwar habe ich ihn identifiziert, er mich allerdings bis jetzt nicht, er wusste zwar er kennt mich, aber das war es dann auch. Verlegen fährt er sich durch die Haare bis er nickt.
"Ja habe ich, guten Morgen übrigens" entgegnet er, noch immer lächelnd
Ich rolle nur meine Augen und schüttel meinen Kopf anschließend.

"Wie sieht Hobi übrigens aus?" erkundigt er sich über den Zustand meines Mitbewohners, was mich ein wenig aus dem Konzept bringt. Ich hatte nichts bemerkt, war etwa was passiert von dem ich nicht wusste oder ist ihm etwas bei Hobi aufgefallen und fragt deswegen?

"Was meinst du? Ist etwas mit ihm?" hake ich skeptisch nach, die Augenbrauen verzogen, ein Gähnen überkommt mich und ich reibe meine Augen um möglichst wach zu sein. Jetzt sieht es beinahe so aus, als wolle der Bunthaarige eine Wutrede halten, reißt sich aber zusammen nachdem er tief durch geatmet hat.
"Dir ist wirklich nichts aufgefallen. Er war bei uns und ist zu euch gekommen, ihm ging es nicht gut." erklärt er.

"Achso," murmel ich verschlafen was ihn wohl weiter aufheizen lässt ",ich war nicht da und bin noch immer ein wenig mit Betäubungsmittel zugedröhnt, deswegen habe ich wohl nichts mitbekommen"
Vielleicht hätte ich den letzten Teil nicht erwähnen sollen, doch bin ich nicht ganz bei Sinnen.
Wieder will er etwas sagen, das verrät seine verwirrte Miene, doch winke ich schlicht ab, schicke ihn mit den Worten "Grüß deinem Freund von mir" weiter, beziehungsweise bewege mich selbst von ihm weg.

Meine Füße schmerzen und die kühle Luft ist unangenehm, in meinem Bett beanspruche ich meine Glieder nicht mehr und es ist warm, also will ich da hin.

Ganz automatisch laufe ich Schritt für Schritt zu meinem getrauten Heim, welches ich für die Stunden verlassen musste.
Zwar will ich Geld beitragen, aber jetzt bemerke ich erst den Luxus des 'Nichts-Machens' so richtig, aber einen Rückzieher werde ich nicht durchziehen.
'Es ist sicher Gewöhnungssache' denke ich mir ein wenig zu optimistisch.

Endlich an der Türschwelle angekommen öffne ich die Sperre um endlich die Wärme zu empfangen. Direkt fühle ich mich geborgen, die Schuhe ziehe ich aus ohne darauf zu achten wie ordentlich oder unordentlich ich sie platziere.
Später wird mir Seokjin sicher noch eine Präsentation darüber halten, doch alles was für mich zählt ist Schlaf.

Stück für Stück trete ich weiter ein, näher mich meinem Zimmer an. Es ist alles ruhig, bis auf meine Wenigkeit schlafen die Jungs.
Mein Raum steht offen und ohne überhaupt die Tür hinter mir zu schließen oder die Gegenstände aus meinen Taschen zu kramen schmeiße ich mich ins Daunenbeet, welches stundenlang nach mir rief.

Anders als sonst fällt mir das Einschlafen gar nicht schwer, meine Augenlider schließen sich ganz schnell und ich falle in die befreiende Bewusstlosigkeit.

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Ich musste Sans Haare ändern, sie sind toll :)
Außerdem wollte ich Felix einbringen, er wird zwar nicht eine Rolle spielen in der FF (klingt voll böse man), aber er ist toll und ich wollte ihn dabei haben

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