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Geweckt wurde ich von Nero, er drückte mir seine Nase ins Gesicht und schleckte mich dann ab. Murrend setzte ich mich auf und sah schnell auf mein Handy um die Uhrzeit zu erfahren, da es draußen noch dunkle zu sein schien, es war gerade mal vier Uhr in der früh.

Nero lief unruhig auf und ab, weswegen ich mir kurz einen Pulli über mein T-Shirt zog und die Short gegen eine Jogginghose eintauschte, dann schlich ich mich nach unten, öffnete die Terrassentür die vom Wohnzimmer direkt in den Garten führte.

Nero schoss an mir vorbei und machte dirkt an die Hecke, die den Garten zur Straße hin abgrenzte und markierte dann ein paar Stellen, ehe er schnüffelnd am Zaun entlang lief.

Ich stand nur gähnend in der Terrassentür und hatte meine Arme vor meiner Brust verschränkt und beobachtet meinen Rüden. Plötzlich blieb er stehen, streckte die Nase in die Luft und begann anschließend das Fell zu sträuben.

Verwirrt runzelte ich die Stirn und sah dann, dass neben an Licht brannte.

Nero begann zu knurren und ich ging langsam zu ihm, er stand angespannt am Zaun. Etwas mulmig war mir schon, als ich mich neben den Rüden stellte und langsam seinen Rücken streichelte.

"Was ist da Nero?" hauchte ich leise.

"Besser gesagt wer" ertönte plötzlich eine Stimme und hob erschrocken den Kopf, ehe ich dann auch die Person in der Tür sah. "Ääääh" mehr brachte ich nicht heraus.

"Und wer bist jetzt du?" wollte er dann wissen und ich runzelte die Stirn.

"Ich wüsste nicht, was dich das angeht" wies ich ihn ab, er war zwar nicht viel größer als ich aber ich wollte gar nicht wissen wer er war.

"Auch gut unbekannter" grinste er dann. "Und woher nimmst du jetzt, dass ich ein unbekannter bin und keine Unbekannte?" wollte ich scharf wissen, ich mocht ihn irgendwie nicht, er war mir zu keine Ahnung was.

"Keine Ahnung, deine Haare sind ziemlich kurz und stehen in alle Richtungen ab, wie bei einem Igel und fast kein Mädchen hat so eine Friesur" meinte er dann.

"Ah ja und nur darauß nimmst du jetzt mein Geschlecht?" murrte ich und trat in den Lichkegel, denn die Lampe an seiner Terrasse warf.

"Oh, tut mir leid, du bist ja wirklich ein Mädchen" entschuldigte er sich sofort und begann mich zu mustern ich msuterte ihn ebenso, aus zusammen gekniffenen Augen.

Er grinste, seine dunklen Haare fielen ihm fast bis über die Augen und er hatte an den Armen Tattoos, was ich sah, da er nur ein T-Shirt trug.

"Und was machst du zu diser unmenschlichen Zeit im Garten?" wollte er dann wissen und ich deutet auf Nero.

"Er musste mal und du?" murrte ich wiederwillig.

"Sie musste mal" damit deutete er auf eine schwarze kleine Hündin neben ihm die ihn an sah.

"Dann geh ich jetzt wieder" meinte ich dann und drehte mich weg.

"Vielleicht sieht man sich mal wieder Unbekannte" rief er mir nach und ich hörte an seiner Stimme, dass er grinste. Ich rollte mit den Augen und schloss dann hinter Nero die Terrassentür und ging zurück in mein Zimmer.

"Komischer Vogel" meinte ich nur zu Nero, ich dachte nicht weiter über den Jungen und seinen Hund nach sonder rollte mich in meinem Bett zusammen, neben mir Nero, dann schlief ich wieder ein.

Am nächsten Morgen wurde ich von meiner Mutter geweckt.

"Aufwachen! Die Sonne scheint!" rief sie mir gut gelaunt entgegen. "Ja und? Was soll ich jetzt machen? Fotosynthese?" wollte ich mürrisch wissen und zog meine Bettdecke über meinen Kopf.

"Komm, raus aus den Federn, wir haben heute noch was zutun" sie klatschte übermotiviert in die Hände, weswegen ich mich doch aus meiner Decke wickelte und ins Bad trottete.

Nach dem ich geduscht hatte und in T-Shirt und Shorts, da es doch recht warm war, nach unten lief, blieb ich abrupt im Wohnzimmer stehen, da saßen drei mir fremde Personen, ich hatte gerade noch 'Like Toy Soldiers' von Eminem gesummt und jetzt stand ich einfach nur wie eine Salzsäule im Raum und wusste nicht was ich von der Situation halten sollte.

"Hallo unbekannte" schleuderte mir der eine von letzter Nacht entgegen.

"Kiara, dass sind unsere neuen Nachbarn, sie waren so freundlich, rüber zu kommen und uns willkommen zu heißen" lächelte meine Mutter fröhlich und stellte Obst auf den Tisch.

Langsam ging ich auch zum Tisch und setzte mich neben einen, dessen Haare eine komsiche Mischung aus blau und grün hatten.

"Ich bin Kiara" meinte ich dann. "Also du doch nicht so unbekannt, ich bin Ardy" grinste der dunkel Haarige, der neben einem Mädchen mit blond-pinken Haaren saß.

Sie musterte mich und ich musterte sie langsam, sie kam mir etwas suspekt vor, aber ich beließ es dabei und nahm mir einen Apfel aus der Obstschale. Meine Mutter wuselte durch die Wohnung und machte mich damit etwas Irre.

"Mom, jetzt setzt dich doch auch her" meinte ich dann seufzend zu ihr und sie setzte sich neben mich.

Das Mädchen schien jetzt mit ihrem Scanning, von meinem Körper, fertig zu sein und begann zu lächeln. "Ich bin Luna" meinte sie dann und reichte mir die Hand.

Ich drehte den Kopf etwas seitlich weg und sah dann den blau äugigen neben mir an. "Ich bin Taddl" seine Stimme hatte einen teifen Bass und ich meinte sie schon mal gehört zu haben, was mich aber in diesem Moment kalt ließ. Viel interessanter waren seine ganzen Tattoos in seinem Gesicht, sowie auf Hals und Armen.

"Ich geh ein Stück mit Nero" damit entzog ich mich dem Ganzen.

Nein, ich wollte mich nicht mit den älteren anfreunden, mein Mutter unterhielt sich jetzt mit den dreien und ich verließ mit Nero unser Haus, ich wollte nichts mit denen am Hut haben, ich wollte keine Freunde hier haben, ich wollte diese Stadt hassen, ich wollte hier alles hassen, ich wollte Ardy hassen, ich wollte Taddl hassen und Luna mochte ich eh schon nicht wirklich, ihre Aura war mir suspekt.

Ich lief durch den Wald und setzte mich irgendwann vorne an den Rhein und sah Nero zu, wie er einen Stock mit ins Wasser schleppte.

Ich stöpselte meine Kopfhörer an mein Handy und dann die Kopfhörer in meine Ohren und machte ein Album von den Imagine Dragons an und direkt lief mit Beliver auf den Ohren und ich lehnte mich ins Laub zurück und starrte in den Himmel.

Warum auch immer schweiften meine Gedanken zu meinem Vater, war er jetzt glücklicher mit irgendeiner bescheuerten Bitch? Dachte er manchmal noch an uns oder nicht? Ich wusste es nicht, aber es war mir um ehrlich zu sein irgendwo auch egal. Meine Gedanken kreisten und ich wusste ziemlich genau, dass ich hier keine Freunde finden wollte. Ich wollte mein Einezlgänger da sein weiterhin durch ziehen und mein Leben alleine fristen, ohne irgendwen zu verletzten oder verletzt zu werden.

Deshalb wurde ich auf meiner alten Schule gemieden, ich hatte mich immer alleine durchgeschlagen und ich würde es auch hier tun, früher oder später tat ich jedem weh, dass wusste ich.

Ich schloss für einen Moment meine Augen und inhalierte die Luft, sie roch nach Wasser und schmeckte nach Wald und moder und Bäumen, ich begann leicht zu lächeln, ehe ich mich wieder aufsetzte und ein paar Blätter aus meinen Haaren zupfte.

Die Musik blendet ich etwas aus, bis ich sie abschaltete und dann den Vögeln lauschte und Nero, wie er vesuchte einen Ast aus dem Boden zu ziehen, er zog knurrend daran und als er ihn dann hatte, lief er triumphieremd an mir vorbei, ich schnappte mir ein Ende des Ast und zog daran, er knurrte wieder und wir zerrten beide an dem Ast, bis er los ließ und ich ihm den Ast ins Wasser schmiss und er hinter her rannte.

Am Ufer stehend, beobachtete ich den grauen, wie er durch Wasser paddelte, er kam zurück auf mich zu geschwommen.

Er ließ den Ast vor mir Fallen und dann schüttelte er sich, die Wassertropfen flogen nur so durch die Luft und ich hielt die Arme versucht schützend vor mich, was scheiterte, ich würde trotzdem nass.

Dann lief er freudig um mich herum, als wäre es da tollste und ich sprang mit ihm mit und lachte.

Wir rannten durch den Wald und er sprang vor mir her und ließ sich jagen, dann jagte er mir nach und ich blieb stehen und jagte ihn wieder ich lachte, bis wir am Rand des Waldes ankamen und ich ihn wieder an die Leine nehmen musste, da ab hier auch die Siedlung gleich weiter gehen würde und dann lief ich langsam mit ihm zurück zu unserer Doppelhaushälfte.

Als ich aufgeschlossen hatte und Nero dann fütterte.

"Wir haben nette Nachbarn" stellte meine Mutter fest, als ich ins Wohnzimmer kam. "Schön" meinte ich nur und ging dann in mein Zimmer und räumte weiter mein Zeug ein und alles was ich nicht mehr verwendet, schob ich in einem Kartong unter Bett.

Als ich gerade eine Tasche unters Bett schieben wollte, fiel etwas hinaus und ich hob es auf. Es war ein Zettel, mit Sachen, die wir gut an einem fanden, wir hatten das am letzten Schultag in der achten Klasse gemacht und ich hatte den Zettel nie gelesen. Langsam setzte ich mich auf mein Bett, schon damals hatte ich keine Freunde und wollte auch keine.

Ich faltete den Zettel auf und die krakeligen Schriften meiner ehemaligen Klassen und Kurs Kameraden fielen mir auf. Ich überflog das Blatt, da standen sachen wie, dass ich hübsch sei, dass sie mich näher kennenlernen wollten, dass sie es cool fanden, dass ich meine Meinung so klar vertrat. Ich lächelte leicht, ich hätte nie gedacht, dass meine ehemaligen Klassenkamerade so über mich dachten.

Ich faltete den Zettel wieder zusammen und legte ihn in eines meiner Bücher hinein, welches ich dann im Regal versenkte. Tief atmete ich ein und aus, vielleicht sollte ich doch mal mit Ardy oder so reden? Schnell verscheuchte ich den Gedanken in dem ich den Kopf schüttelte, ich würde nicht mit ihnen reden, ich würde weiter alleine bleiben. Daran würde kein Zettel aus der achten Klasse etwas ändern noch zwei komsiche Vögel mit Tattoos aus der Nachbarhälfte noch ein Mädchen, dass mir suspekt war.

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