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Minho PoV

"Han Jisung! Jetzt hör auf, die Schokolade zu futtern, sonst haben wir keine Glasur mehr!", meckerte ich meinen Freund an, der seelenruhig ein Stück von der Schokolade aß, mit der wir später den Kuchen dekorieren wollten, während ich die Form einfettete.

"Du lässt mich die Schüssel nicht auskratzen, du lässt mich nicht die Schokolade essen... Darf ich überhaupt irgendwas?", fragte er.

"Baby, du darfst die Schüssel nicht auskratzen, weil da noch der ganze Teig drin ist und ich nicht will, dass dir schlecht wird."

"Wenn du das isst und ich dir danach einen blase... Schmeckt das dann nach Kuchen?", fragte er nachdenklich und steckte sich ein weiteres Stück Schokolade in den Mund.

"Woher soll ich das wissen?", lachte ich. "Und jetzt hör auf die Schokolade zu essen. Googel lieber deine Frage.
Und sag mir die Antwort. Jetzt hast du mich neugierig gemacht."

Er sagte nichts und tippte eine Weile auf seinem Handy herum.

"Okay, also es kann sein, dass das durch den Zucker süßer schmeckt. Aber es schmeckt dann nicht nach Kuchen. Das klärt meine Frage. Schade eigentlich."

"Wäre bestimmt praktisch. Obwohl... Stell dir mal vor, wie das wäre, wenn ich mich mit etwas vollstopfe, das du nicht magst. Dann wäre es wirklich scheiße für dich."

"Für uns beide."

"Wieso für uns beide? Ich hatte meinen Blowjob dann schon."

"Weil ich immer einen Weg finde, um mich zu rächen."

"Dann, mein König der Rache, füllen Sie einmal den Teig in die Form."

Jisung nahm die Schüssel und einen Teigscharber, doch anstatt sich neben mich zu stellen, stellte er sich hinter mich und griff an mir vorbei, sodass er den Teig in die Form packen konnte. Ich streckte mich ein Stück nach hinten, sodass mein Hinterkopf fast an seine Lippen kam, weshalb er mir einen Kuss auf den Hinterkopf hauchte.

"Was haben wir denn da?", fragte Hayoon, die anscheinend gerade nach Hause gekommen war.

"Schokokuchen.", antwortete Jisung begeistert mit einem so breiten Lächeln auf den Lippen, dass man eigentlich nicht anders konnte, als ihn küssen zu wollen.

Ich legte meinen Kopf in den Nacken und spitzte meine Lippen, damit er verstand, was ich von ihm wollte. Natürlich verstand Jisung, was er machen sollte und gab mir einen Kuss. Dann ließ er wieder von mir ab und stellte den Kuchen in den Ofen.

"Wo habt ihr Namgi gelassen?", fragte Hayoon.

"Der sollte oben im Zimmer sein und seine Hausaufgaben machen.", antwortete ich.

"Okay, gut. Könntet ihr mir vielleicht schon mal anfangen das Zeug aus den Schränken im Arbeitszimmer zu sortieren? Das geht zu dritt vermutlich schneller als alleine, aber ich muss jetzt erstmal was essen. Die Arbeit war wirklich anstrengend."

"Klar. Wo soll das denn dann hin?"

"Auf den Dachboden am besten."

"Machen wir. Oder Ji?"

"Jap. Aber danach kuschelst du mit mir."

"Natürlich, Baby."

"Dann los.", grinste er und wir gingen ins Arbeitszimmer.

Eine ganze Weile lang durchsuchten wir die Schränke nach allem, was weg konnte und dem, was wir behalten würden, damit Namgi Platz für seine Sachen hatte. Irgendwann quietschte Jisung jedoch auf.

"Nawww Minho. Du warst so ein süßes Kind. Schau mal, wie niedlich du aussahst.", meinte er und sah sich den Bilderrahmen an, den er gefunden hatte.

"'Aussahst'? Sehe ich etwa nicht mehr gut aus?", fragte ich und ging zu ihm, um mich auf seinen Schoß zu setzten.

"Doch, du siehst klasse aus, Babe. Aber eben anders. Das hier...", er zeigte auf das Bild. "ist süß. Und das hier...", er tippte auf meine Brust. "ist heiß."

Ich lächelte einfach und lehnte mich dann vor, um ihn zu küssen. Er erwiderte meinen Kuss, doch kam leider viel zu schnell zu dem Schluss, dass wir weiter aufräumen mussten.

"Minho, geh wieder runter. Wir sind schließlich nicht zum Knutschen hier auf dem Boden."

"Darf ich dann auch einen Baby-Jisung sehen?"

"Ich hab zwar nicht viele Babyfotos von mir, aber vielleicht finde ich ja was.", antwortete er und zog sein Handy raus, während ich aufstand und mich wieder ans Aufräumen machte.

"Hab was! Sind keine Babybilder, aber trotzdem."


"Nein, wie knuffig... Auf dem letzten siehst du ja aus wie ein verschrecktes Eichhörnchen...", fanboyte ich über meinen Freund. "Das ist so süß."

"Hör auf...", nuschelte er schüchtern.

"Hast du noch mehr?"

Zu meinem Bedauern schüttelte er den Kopf.

"Das meiste hab ich vor ein paar Jahren gelöscht, als ich ein richtiges Tief hatte. Ich wollte einfach nicht mehr daran erinnert werden, wie mein Körper aussah, verstehst du? Ich habe so einen Hass auf unsere Spiegel bekommen... Du weißt ja, dass ich mich immer noch nicht besonders mag, aber das war echt... Es war eine wirklich schwere Zeit für mich."

"Aber du hast es trotzdem geschafft und deshalb bin ich sehr stolz auf dich, Sungie."

"Danke, Minho."

"Komm her, Squirrelcheeks.", lächelte ich und breitete meine Arme aus, weshalb er aufstand und sich von mir umarmen ließ. "Jetzt wird alles besser. Das verspreche ich dir."

"Jungs?! Der Kuchen ist fertig!", rief Hayoon uns alle.

"Siehst du? Das muss ein gutes Zeichen sein."

"Ja, das muss es wohl. Und jetzt lass uns essen gehen. Ich warte da schon lange genug drauf."
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