1.

Draco's Puls schoss in die Höhe. Mit jeder Sekunde, mit der sein achtes Jahr in Hogwarts näher rückte, wurde er unweigerlich nervöser. Was würden die Anderen sagen? Würden sie ihn verachten? Verübeln konnte er es ihnen nicht. Er hatte grausame Dinge getan. Aus Angst, ja, aber das änderte leider nichts an der Tatsache selbst. Er war ein Todesser und so würde es immer bleiben. Auch wenn er frei und nicht, wie sein Vater, in Askaban steckte.

Kurz zuckte er zusammen, als er die Hand seiner Mutter auf seiner Schulter spürte, die ihn aus mitleidigen Augen ansah. Sie wusste wie es sich anfühlen musste. Obwohl sie keine Todesserin war, trug sie die selbe Last. Wie unfair das Leben doch war.

„Wir müssen los, Draco.", sagte Narzissa irgendwann monoton und reichte dem Slytherin seinen Koffer, den er mit einem unausgesprochenen Dank annahm und sich für das bevorstehende Jahr wappnete.

‚In kleinen Schritten denken. Es ist schon viel gewonnen, wenn du im Zug sitzt. Danach kannst du dir Gedanken über den Rest machen', bläute er sich immer wieder ein und versuchte seine Nervosität irgendwie zu dämmen, was, wie er das Gefühl hatte, eher einen gegenteiligen Effekt erzielte.

„Bereit?", seine Mutter streckte ihm die Hand hin und sah ihn forschend an. Draco holte tief Luft. ‚Es ist schneller vorbei als du denkst.', flüsterte eine innere Stimme bestärkend. Jetzt gab es kein Zurück mehr. „Bereit.", sagte er und griff die Hand seiner Mutter. Sofort durchströmte ihn das altbekannte Gefühl des Apparierens und er fand sich auf Gleis 9 3/4 wieder.
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„HARRY, RON! WIR MÜSSEN LOS!", schrie Mrs. Weasly durchs Treppenhaus und ließ den Schwarzhaarigen aufschrecken.
„Schon so spät?", fragte er Ron, der gerade dabei war noch irgendwelches Zeug in deinen Koffer zu stopfen, da er anscheinend wieder die Hälfte vergessen hatte. „Anscheinend schon.", grunzte dieser mit vollem Mund, ohne mit seiner Tätigkeit aufzuhören.

„WO BLEIBT IHR DENN! IN ZEHN MINUTEN FÄHRT DER ZUG!", schrie nun auch Hermione noch einen ticken lauter als Mrs. Weasly.
„WIR KOMMEN!", antwortete Harry nicht minder laut und schnappte sich einfach Ron's Koffer, ohne notiz davon zu nehmen, dass dieser noch halb offen stand. Und so geschah es, dass die Jungs halb laufend, halb fallend die Treppe runter purzelten, da Ron es anscheinend für schlau hielt, den Koffer beim Laufen zu schließen.
„Und ich habe gedacht der Krieg gegen Voldemort hätte sie erwachsener gemacht.", murmelte Hermione zu Ginny gewand gerade noch so laut, dass die Jungs es ganz genau verstanden.

„Nun kommt aber. Beeilt euch." Mrs Weasly wuselte schon ganz hektisch herum und stupste die Jugendlichen nun aus dem Haus, da sie es aus irgendeinem Grund wohl nicht leiden konnte, wenn im Haus appariert wurde.
„Schnell. Wir haben nur noch fünf Minuten. Harry, Ginny. Geht doch schon mal vor.", wies sie das junge Paar liebevoll an und machte sich weiter an Rons Koffer zu schaffen, der anscheinend nicht zu gehen wollte.

„Wollen wir, Schatz?" Ginny sah den jungen Potter mit verliebtem Blick an, was sofort Schuldgefühle in Harry auslöste. Er hatte schon vor einigen Monaten bemerkt, dass die Liebe zu der Jüngsten der Weaslys nichts Bleibendes war.

Sie war nett, klug, stark und noch so viel mehr und der Auserwählte würde sie wirklich gerne lieben, aber er konnte es nicht. Er mochte sie sehr, aber eher als kleine Schwester. Früher oder später würde er sich wohl entscheiden müssen: Entweder er würde eine Lüge leben, um ihr nicht wehzutun, in der Hoffnung, dass er sie irgendwann wirklich lieben konnte, oder er würde ihr Herz brechen und vielleicht glücklich werden.

Schnell schluckte er den Kloß, der sich bei diesem Gedanken in seinem Hals gebildet hatte, runter und antwortete mit leicht kratziger Stimme: „Ja, lass uns gehen."

Und mit diesen Worten nahm er ihre Hand und empfing das Übelkeit
erregende Gefühl des Apparierens.

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