Kapitel 7
Mit einem mulmigen Gefühl ging ich wieder zu Timothy.
Wieso reagierte der Vater so abweisend auf ihn?
Was war denn das Problem?
,,Tommy, dein Vater-" ,,Ist ein Arschloch", beendete er meinen Satz und ich sah ihn zustimmend zu.
,,Wieso sagst du sowas?", fragte ich trotzdem nach, obwohl ich ihm ja eigentlich recht gab.
,,Er hasst mich und das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich bin nichts für ihn und ich empfinde dasselbe für ihn."
Ich runzelte die Stirn. ,,Timothy, so etwas solltest du nicht sagen." ,,Ich hasse diesen Namen. Bitte! Nennen Sie mich-" ,,Tommy, tut mir leid. Tommy", entgegnete ich und er nickte zufrieden.
,,Danke!" Er stand auf. ,,Ich muss auf die Toilette. Können Sie mir bitte dann sagen, wieso meine Niere nicht funktionieren und nicht wie sie funktionieren. Das ist mir bewusst."
Er ging auf die Toilette und ich überflog seine Blätter.
Ich fand nichts, was ich Timothy sagen könnte, ausser ein kleiner Hinweis. Es war wohl oder übel erblich bedingt. Das hatte der Arzt notiert.
Timothy kam aus dem Bad und sah mich an. ,,Haben Sie herausgefunden, was die Ursache ist?"
Ich nickte leicht und Timothy setzte sich hin. ,,Was ist es?", fragte er und ich seufzte.
,,Hatte schon einmal einer deiner Eltern eine Nierenkrankheit?" Er schüttelte den Kopf. ,,Nicht das ich wüsste", antwortete er und ich sah ihn an. ,,Grosseltern." Er schüttelte wieder den Kopf. ,,Nein", antwortete er.
Ich runzelte die Stirn. ,,Bist du dir hundert Prozent sicher?", fragte ich nach und er nickte heftig. ,,Nein, aber wieso?" Ich legte die Akte auf seinem Platz und dachte nach.
,,Deine Nieren könnten aber durch erbliche Faktoren krank." Er dachte nach und nickte leicht. ,,Okay, danke für deine Erklärung."
Ich war aber nicht zufrieden, denn der Junge schien etwas zu wissen, was ich nicht wusste. Er verheimlichte mir etwas, was ich aber wissen sollte.
Doch gerade als ich weiter diskutieren wollte, piepte mich ein Patient an und ich nickte leicht. Ich sah mein kleines Gerät an.
332.
Das war dann wohl Amanda.
,,Ich muss zu einer anderen Patientin, aber zu dir komm ich später", entgegnete ich und drehte mich schnell um.
Ich machte mich auf dem Weg zu Amanda, als ich im Lift auf Katrin traf. ,,Wieso bist du Krankenpfleger geworden?", fragte Katrin mal wieder und ich seufzte. ,,Katrin, wieso willst du nicht akzeptieren, dass ich es dir nicht sagen werde?"
Ich drückte auf die Nummer drei und Katrin war wohl nicht begeistert von meiner Antwort. ,,Dylan, bitte", schmollte sie weiter. ,,Ich weiss, dass es wegen deinem Bruder ist. Ist er jünger oder älter?", fragte sie nach und eine Antwort gab ich ihr. ,,Jünger. Ist es nun genug Information für heute?"
Sie nickte leicht und der Lift kam an. Plötzlich stieg sie auch aus. ,,Wie läuft es mit Timothy?" Ich blieb vor dem Zimmer stehen. ,,Ganz okay. Es geht immer besser mit unserer Beziehung", grinste ich und sie lachte. ,,Also baust du mit ihm langsam eine Freundschaft auf?", fragte sie und ich nickte leicht.
,,Timothy und ich werden schon noch gute Freunde", sagte ich zwinkernd und sie lachte wieder.
Katrin hatte ein schönes Lachen und ich hörte es gerne. Es war so harmonisch und richtig echt.
Sie lachte viel. Das mochte ich.
,,Ich muss wieder an die Arbeit", entgegnete ich und Katrin nickte. ,,Essen wir zusammen Mittag?", fragte sie und ich nickte. ,,Versprochen."
Sie ging lächelnd davon. Ich begrüsste meine neue Patientin.
Amanda.
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