12.Trance.
Zuhause angekommen stiegen wir vom Rad.
Ace reichte mir den Helm.
"Danke, Ace. Fürs Stadt zeigen und so. Hat echt Spaß gemacht."
Er lächelte. Nicht spöttisch, nicht angeberisch.
Er lächelte ein ehrliches Lächeln.
Und mit einem Mal fand ich ihn ein bisschen weniger blöd.
"Mir auch."
Wir sahen einander in die Augen.
Und da war es wieder.
Dieses komische Gefühl im Bauch wie beim Achterbahn fahren.
Aufregend als auch angsteinflössend. Diese Trance.
Ich versank in dem beinahe unendlichem Grün.
Wie die Kronen der Bäume im Wald, die durch die grelle Sonne grün gefiltertes Licht auf den Waldboden werfen.
Wie das duftende Gras im Sommer. Wunderschön.
Er kam mir immer näher.
Sein Blick schwankte zwischen meinen Augen und meinen Lippen.
In diesem Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher als seine Lippen auf meinen zu spüren.
Seine Hand umschloss meine Taille und die andere lag warm auf meinem Nacken.
Ich legte meine Hände auf seine Wangen.
Gerade als er die letzte Distanz überbrücken wollte kam Heather aus dem Haus der Blacks gestürmt.
Ace und ich fuhren wie von der Tarantel gestochen auseinander.
"Lucyyy!", lachte sie freudig und fiel mir in die Arme.
Ich hockte mich hin und umarmte das kleine Mädchen etwas holprig.
"Das ist unfair! Warum durfte Acie mit dir in die Stadt und ich nicht?"
Sie schaute böse zu ihrem Bruder.
Ich lachte leise.
Auch dabei sah sie immer noch zuckersüß aus.
"Egal. Jetzt können wir spielen!", strahlte sie.
Schmunzelnd hob ich sie hoch und drehte mich, während sie die Arme ausstreckte und schallend kicherte. "Du bist witzig, Lucy."
Ich ließ sie wieder runter. "Heather?", hörte ich Catherin's besorgte Stimme. "Ich bin hier Mami!", schrie Heather. "Oh Schätzchen hier bist du.
Lucy ist bestimmt müde.
Lass sie erstmal etwas in Ruhe.", ermahnte Cathrin fürsorglich ihre Tochter.
"Na gut..."murmelte Heather etwas niedergeschlagen.
Mit kleinen Schritten kam sie noch einmal zu mir und die kleinen Arme umschlossen meinen Bauch.
Und auch ich ging in die Hocke und umarmte sie noch mal. "Wir können morgen Nachmittag spielen, ja? Dann spielen wir sogar Prinzessin.", flüsterte ich ihr ins Ohr um sie aufzuheitern.
"Echt?"fragte sie ungläubig.
Ich nickte mit einem sanften Lächeln um den Mund spielend.
Fröhlich hüpfte sie zum Haus der Blacks und winkte mir zu.
"Ich geh jetzt schlafen, damit schneller Morgen ist.", verriet sie mir.
Catherin und Ace hatten uns währenddessen schmunzelnd beobachtet.
"Ich bin dann mal..."
Ace umarmte mich kurz und sah mich unsicher an.
Ich lächelte ihn etwas verlegen an.
"Gute Nacht, Ace."
"Gute Nacht, Luna."
Bei meinem Spitznamen Luna schienen seine grünen Augen merkwürdig zu schimmern.
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