Gemütlicher Abend

Der Abend hatte darin geendet, dass Basti auf meinem Schoß eingeschlafen war und ich ihn planlos nach Hause tragen musste. Hieß ich erfragte mir durch die Leute, die hier noch rum liefen den Weg bis zu Bastis Wohnung. Geklappt hatte das ganz gut. Und die letzten Meter fand ich mich selbst zurecht. Basti allerdings die Treppen hoch zu bekommen, nachdem ich ihn schon so lange trug wurde es echt anstrengend. Am liebsten hätte ich Basti auf der halben Treppe einfach fallen lassen, weil ich gar keine Kraft mehr hatte. Doch ich schaffte es ihm die letzten Treppen im langsamem Tempo hoch zu hieven. Vor der Tür legte ich ihn einfach auf der Fußmatte ab und schüttelte erstmal meine Arme aus. Es tat so unendlich gut. Vorsichtig tastete ich in Bastis Hosentaschen nach dem Schlüssel, doch da schaute er mich bereits aus müden Augen an. „ Na du. Gut geschlafen?", wisperte ich und half ihm sich aufzurichten. Wenigstens hatte ich ihn fast bis nach Hause bekommen, ohne das er aufwachte. Konnten wir wenigstens noch was machen, wenn Basti nicht all zu müde war. Basti holte den Schlüssel aus seiner Hosentasche und schloss uns auf. „ Hättest mich ruhig wecken können. Ich wäre auch gelaufen.", wies er mich friedlich drauf hin. Ja ne is klar. Du hast nur den ganzen Weg hier her gepennt. „ Hab ich gesehen.", neckte ich ihn, gab ihm aber sofort als Friedensangebot einen Kuss. „ Trotzdem. Ich bin viel zu schwer. Nächstes mal." Ganz ehrlich, wer konnte Basti bitte wecken, wenn er so friedlich schlief? Das hätte ich nicht übers Herz gebracht. „ Sag mal. Was hast du den noch geplant? Oder willst du ins Bett?" Ehrlich gesagt wusste ich selbst nicht mal, was wir noch machen könnten. Vor dem Pc hingen wir ja schon den halben Tag. Da konnte man ruhig mal was anderes machen. „ Das gute ist, die ganzen kleinen Kinder haben Schule, heißt in der Stadt rum zu laufen wird einfacher, wenn man nicht erkannt werden will. Andererseits was willst du groß machen? Schwimmen waren wir, spazieren so gesehen auch. Wir könnten Bowlen gehen, wenn du Bock hast. Oder wir hauen uns einfach auf die Couch und schauen einen Film und machen dafür morgen was." Wir hatten es jetzt wie spät. Neun, zehn? Also raus wollte ich da nicht mehr. Faul auf die Couch legen wollte ich mich allerdings auch nicht. Nach Sport stand mir der Sinn allerdings auch nicht. Mein Blick streifte kurz Bastis, der mich geduldig wartend ansah. Ich hatte wirklich keine Idee, was wir machen könnten. Nur Ideen, was ich sicher nicht machen wollte. „ Hast du ne Idee? Ich will weder raus, noch faul rum sitzen." Vielleicht schaffte es Basti ja mit nem guten Vorschlag um die Ecke zu kommen. „ Bettsport fällt da nicht rein.", scherzte er, überlegte allerdings ernsthaft, was wir tun konnten. Wäre es noch nicht so spät, würde ich schon noch mal raus wollen, aber jetzt lohnte es eh nicht mehr. Auch wenn Bowlen sich nicht schlecht anhörte. „ Also das ist echt schwer, wenn man sonst abends immer streamt. Brettspiele oder so wahrscheinlich auch eher weniger. Was machen normale Paare den abends so?" Das fragte er mich? Meine letzte Beziehung war schon ein bisschen länger her. Aber wenn er mich fragte, entweder reden, Filme schauen oder anderweitiges im Bett machen. Und für Derartiges war es einfach zu früh. Also was machte man sonst noch? Waren wir echt beide so unkreativ, dass wir nichts fanden? „ So genug überlegt. Ich schlag vor, wir gehen jetzt ins Wohnzimmer, knutschen dabei noch n bisschen rum und dann schauen wir irgendwas. Sonst kommen wir eh auf keinen grünen Zweig." Damit drückte Basti mir seinen Lippen auf. Dazu sagte ich auf keinen Fall nein. Ich legte meine Hände an Bastis Hüfte und vertiefte den Kuss weiter. Basti schien das jedoch noch nicht nah genug zu sein. Seine Hände legten sich unverhohlen an meinen Hintern und zogen mich dichter an ihn. Okay Basti. Ich ließ ihn dennoch machen und genoss den Kuss einfach. Ihn zu küssen war einfach so anders. Es hatte nichts von den vorsichtigen, zärtlichen Küssen meiner letzten Beziehung, die keinesfalls schlecht gewesen waren. Aber das hier war einfach, ich konnte es mit Worten gar nicht beschreiben. Es war eine Mischung aus dieser süße, Bastis Leidenschaft, diesem wohligen Gefühl von Geborgenheit und ein kleiner Funke von sexuellem. Gerade groß genug um anziehend und sexy zu sein, aber nicht groß genug uns zu intimerem zu bewegen. Basti fing an mich in Richtung des Wohnzimmers zu ziehen und ich folgte ihm, ohne den Kuss zu lösen oder zu wissen, wo ich hin trat. Nur Sekunden später schubste er mich auf die Couch, sodass ich auf dem Rücken lag. Dadurch das meine Hände an seiner Hüfte lagen, zog ich ihn gewissermaßen mit runter und er ließ sich voll auf mich drauf plumpsen. Ich hab einen dumpfen Schmerzenslaut von mir, während Basti sich auf den Armen abstützte, um mich nicht weiter zu erdrücken. Wieder vereinten sich unsere Lippen. Diesmal jedoch fordernder. Meine Augen schlossen sich und ich gewehrte seiner Zunge Einlass. Ließ sie meinem Mund erkunden und mich necken, bevor ich den Spieß umdrehen würde. Basti stützte sich immer noch leicht auf der Couch ab, der Großteil seines Gewichtes lag jedoch auf meinem Körper, was mir keinesfalls etwas ausmachte. Bei klarem Verstand war ich eh nicht mehr, seit er mir das erste mal an diesem Abend seine Lippen aufgedrückt hatte. Da Basti mir langsam zu dominant und neckend wurde, beschloss ich ihm mal die Grenze zu zeigen. Ich verwickelte ihn in einen Zungenkuss, den er überrascht wie er war haushoch verlor und schnappte mir dann meinen Preis. Ein paar Sekunden ließ Basti das mit sich machen, bevor er dagegen ankämpfte und schließlich den Kuss löste. Wir mussten beide nach Luft ringen, während ich mich in seinen Augen verlor. Sie hatten so einen schönen tiefen Ton und in der Mitte wenn man ganz genau hin sah ein paar helle Sprenkel. Auch wenn sie nichts besonderes waren, faszinierten sie mich unheimlich. Ich könnte Stunden damit verbringen mich in diesen Augen zu verlieren, wenn Basti mich nicht in die Seite gekniffen hätte.

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