You have to remember!
Pov. Tony
"Mr Stark? Ich fühl mich nicht so gut. Mr. Stark? Sir? Bitte, ich will nicht sterben!", stammelte mein Schützling ängstlich, während er auf mich zu taumelte. Verzweifelt hielt ich ihn in meinen Armen. Ich hatte die Guardians zuvor verwehen sehen und ich konnte nicht glauben, dass es nun auch Peter erwischte. Meinen Schützling. Meinen Sohn.
Er klammerte sich an mich, als würde er ertrinken. "Ich will nicht sterben!", wiederholte er immer und immer wieder. Ich wollte auch nicht, dass er starb, aber was sollte ich tun? Ich war so geschwächt vom Kampf, dass meine Beine wegknickten und ich versuchte Peter möglichst sanft hinzulegen. Ich beugte mich über ihn, versuchte etwas zu sagen, doch die Worte blieben mir im Hals stecken. Ich konnte ihn nicht verlieren! Ich konnte einfach nicht! "Es tut mir leid", entschuldigte er sich leise, bevor auch er zu Staub wurde. Geschockt starrte ich auf meine Hände, durch dessen Finger langsam das rieselte, was von ihm übrige war. Von meinem Schützling. Meinem Sohn.
Schweißgebadet wachte ich auf. Ich konnte diesen Schmerz nicht länger ertragen. Es war meine Schuld. Langsam rannen mir die Tränen über die Wangen und ich konnte sie nicht aufhalten. Ich war müde. Nicht wegen meiner Schlaflosigkeit und der ständigen Albträume, sondern wegen diesen nagenden Schuldgefühlen und dem brennenden Schmerz in meiner Brust. Ich reparierte und erfand Dinge, weil alles um mich herum zerbrach. Ich hatte gedacht, dass ich ihm ein guter Lehrer sein könnte, doch nun war auch er fort. Und es war meine Schuld. Und damit konnte ich nicht länger leben.
Ich schwang meine Beine über die Bettkante und zog mich an, lief zur Haustür und verließ die Wohnung. Natürlich nicht ohne nach der Flasche Wiskey zu greifen, die ich auf dem kleinen Tisch im Wohnzimmer zurückgelassen hatte. Immer wieder nippte ich an ihr, bis sie schließlich leer war. Frustriert warf ich sie gegen irgendeine Hauswand und lief frustriert weiter.
Zum Glück war es nicht weit bis zu Bleeker Street und ich klopfte - nein hämmerte - betrunken an die massive Haustür. Immer und immer wieder, bis sie plötzlich aufgerissen und ich hineingezogen wurde. Ich taumelte vorwärts, unfähig mich auf den Beinen zu halten und fiel geradezu in die Arme des Mannes, der mich hineingelassen hatte. Verstohlen sag ich seinen Duft ein, ehe er mich wieder auf die Beine stellte.
"Sind Sie denn von Sinnen? Es ist drei Uhr in der Früh!", herrschte mich der Doktor an. Wirklich? War es das? Es kümmerte mich nicht. Und wenn ich halb New York aufgeweckt hatte, ich musste zu ihm.
Ich wusste, dass er noch etwas hatte sagen wollen, mich weiter tadeln wollte für mein rücksichtsloses Benehmen, doch er schloss den Mund und seine weichen Lippen trafen wieder aufeinander, noch bevor ein weiteres Wort seinen Körper verlassen hatte. Besorgt musterte er mich. "Du hattest wieder einen Albtraum", stellte er nüchtern fest. Ich hätte schwören können, dass er meine Fahne bis dorthin gerochen haben musste, doch er kam einen Schritt näher, prüfte die Luft um mich herum und verzog die Nase. Er trat wieder zurück, fuchtelte mit seinen Armen herum und entzog mir auf wundersame Weise die erholsame Gleichgültigkeit.
Ich fühlte wieder etwas. Der Alkohol war nie stark genug gewesen, um mich nichts mehr fühlen zu lassen, dafür war mir der Kleine zu sehr ans Herz gewachsen, doch ich versuchte es nach Kräften. Doch nun war die kühle Flüssigkeit nicht mehr da und ich hatte wieder einen klaren Kopf.
Erneut drohten die Tränen aus meinen Augen zu brechen, doch ich hielt sie zurück so gut es ging. Ich wollte nicht weinen. Nicht schon wieder und nicht vor ihm. "Ist schon gut, Tony", versicherte er mir einfühlsam. Meine Augen brannten immer mehr und ein tiefer Schluchzer durchschüttelte mich. Schnell nahm er mich sanft in den Arm. "Es ist meine Schuld!", schniefte ich in seine Brust hinein. Nun, da ich es laut vor jemand anderem ausgesprochen hatte, traf mich diese bittere Wahrheit noch stärker. Sie brach den Damm und die Tränen rannen unaufhaltsam über mein Gesicht geradewegs in die sicherlich teure Kleidung des Doktors.
"Nein Tony, das ist es nicht! Du hast dein bestes gegeben! Keiner hätte mehr tun können! Du kannst nicht immer die Last des ganzen Planeten auf dir tragen, schon gar nicht die des ganzen Universums! Es ist okay. Du hast dein bestes gegeben und das weiß er." Beruhigend strich er mir über den Rücken.
"Es ist alles meine Schuld!", murmelte ich, als hätte ich ihn nicht gehört. Doch das hatte ich. Seine Worte waren wie Balsam für meine Seele, das war allein seine Nähe, doch es reichte nicht. Ich liebte ihn nicht so sehr, wie ich mich verantwortlich fühlte. Verantwortlich für die größte Katastrophe in der Geschichte des Universums.
"Ich will das alles nicht mehr! Ich will diesen Schmerz nicht mehr fühlen, den Verlust täglich spüren und die Last weiterleben zu dürfen, während er es nicht kann. Er war sechzehn, Strange, sechzehn! Er hatte sein ganzes Leben noch vor sich!", stammelte ich vor mich hin. Ich löste mich aus den führsogrlichen Armen des Mannes und sah ihm in die Augen. "Sechzehn!", flüsterte ich fassungslos. Erneut brach eine Flut der Tränen über mich herein und aus mir heraus. Frustriert versuchte ich sie wegzuwischen. Ich wollte das nicht länger! Ich wollte mich nicht länger so elend fühlen. Immer wieder strich ich sie weg, doch es brachte nichts. Stumm schloss mich der Doktor wieder in seine Arme. Geborgenheit überkam mich und umhüllte mich wie eine Decke. Die Tränen versorgten allmählich, doch nachdem sie mich komplett durchgespült hatten, fühlte ich mich leer und kraftlos.
Ich weiß nicht, wie lange wir so dastanden, aber es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Wie eine ruhige tröstende Ewigkeit. Als ich mich langsam wieder von ihm löste hatte ich einen Entschluss gefasst. Verzweifelt fuhr ich mir durch die Haare. Es musste sein. Es ging nicht anders!
"Ich danke dir, für all das, was du für mich getan hast! Aber kann ich dich um einen letzten Gefallen bitten?", hoffnungsvoll sah ich ihn an. Er musste mich bestimmt verabscheuen, nachdem er meine Schwäche gesehen hatte. Ich versteckte sie immer tief in mir drin, baute mir eine Mauer aus sarkastischen Sprüchen, doch er riss sie einfach ein, als wäre sie nie da gewesen.
Zu meiner Erleichterung nickte er. "Was auch immer du willst." Ich atmete einmal tief durch. Jetzt würde er mich bestimmt für den größten Feigling der Geschichte halten, aber ich konnte einfach nicht mehr so weiter leben. "Kannst du mein Gedächtnis löschen? Ich will nicht mehr ständig an ihn denken müssen. An mein Versagen. Ich-" Ich verstummte.
Fassungslos sah mich der Magier an. "Ich soll dich vergessen lassen?", fragte er atemlos. "Ich kann mit diesem Schmerz nicht mehr leben. Die Schuld erdrückt mich!" Noch nie war mir etwas so wichtig gewesen, wie dass er mich verstand. "Tony, ich- Du würdest einfach alles vergessen! Du würdest alle Erinnerungen verlieren. An deine Eltern, an deine Freunde, deine Familie. An all die wichtigen Ereignisse, an all die Heldentaten, die Glücksmomente. Du würdest alles und jeden vergessen. Du würdest dich selbst vergessen." Ich schüttelte den Kopf. "Strange, bitte!", flehte ich.
"Tut mir leid, das kann ich nicht zulassen!", weigerte er sich und verschränkte die Arme vor der Brust. Entschlossen sah er mich an, versuchte mich klein zu kriegen, doch da unterschätzte er mich. Er hatte jetzt vielleicht den falschen Eindruck nach meinem Schwächeanfall, aber ich würde kämpfen, um zu bekommen, was ich wollte. "Warum nicht, Strange? Was kümmert es dich? Für dich ist es doch blöß ein Wehen mit der Föhnlocke!" "Du würdest alles vergessen!" Verständnislos sah ich ihn an. Das war doch genau das, was sich wollte!
Seufzend sah er zu Boden, ehe er einen Schritt auf mich zu kam. Schüchtern sah er mir in die Augen. "Du würdest mich vergessen." Verwirrt sah ich ihn an. Warum war es ihm so wichtig, dass ich wusste, wer er war? Ich war doch bloß irgendein verzweifelter Mann, der mit seinen Schuldgefühlen nicht länger Leben konnte. "Verdammt Tony!" Erschrocken fuhr ich zusammen. "Du bist eben nicht nur irgendein Mann für mich! Du bist der Mann für mich! Wer sagt denn, dass andere ohne dich leben könnten? Ich jedenfalls könnte das nicht! Also verzeih mir, wenn mir meine Gefühle dabei im Weg stehen, dich vollkommen auszulöschen!"
Erschrocken sah ich ihn an. Mein Kopf war wie leer gefegt, doch dann brach ein Sturm an Gedanken aus. Hatte ich das gerade laut gesagt? Was wollte er mir damit sagen? War ich ihm denn wirklich so wichtig? Welche Gefühle meinte er? Fühlt er etwa eben so, wie ich es tat? Die letzte Frage verharrte in meinem Kopf, bis ich dachte, dass sie mir auf der Stirn geschrieben steht. Ist Stephen Strange etwa in mich verliebt?
Schnell schüttelte ich den Kopf. Das könnte nicht wahr sein. Das war unmöglich! Ich durfte mich jetzt nicht ablenken lassen. Ich war mit einem Ziel hierher gekommen und ohne es erreicht zu haben, würde ich auch nicht wieder gehen!
Sanft legte er eine Hand an meine Wange. "Doch Tony, es ist möglich. Ich liebe dich!" Sanft sah er in meine vor Überraschung aufgerissenen Augen. Dann küsste er mich zärtlich, brachte mich nun endgültig aus dem Gleichgewicht. Ich war unfähig zu reagieren, doch als er sich wieder zurückziehen wollte, schaltete das einen Schalter um und ich zog ihn eng an mich heran und vertiefte den Kuss. Ich würde ihn nicht gehen lassen. Nicht auch noch ihn. Niemals!
Atemlos lösten wir uns schließlich doch von den Lippen des anderen. "Also hab ich dich überzeugt, dass dein Leben lebenswert ist?", erkundigte er sich mit einem schiefen, leicht besorgten Lächeln. Ich grinste. "Ja das hast du!" Gleich darauf legte ich meine Lippen wieder auf die seinen, doch noch bevor wir uns berührten, hauchte er noch: "Gut!" Dann gab er sich mir vollkommen hin und ich ihm.
Gegen Mittag öffnete ich meine Augen. Orientierungslos sah ich mich um, bis ich den Tempel des Zauberers erkannte. Ein glückliches Lächeln stahl sich auf mein Gesicht, als die Erinnerungen an die letzte Nacht wieder auftauchten. Verliebt sah ich hoch zu meinem festen Freund und stellst fest, dass er noch immer freundlich schlief. Also machte ich es mir wieder gemütlich und strich gedankenverloren in kleinen Kreisen über seine nackte Brust.
Es dauerte eine Weile, doch auch er wachte schließlich auf. Ohne etwas zu sagen blieben wir liegen und genossen einfach unsere gemeinsame Zeit. Eine Frage schlich sich in meinen Kopf. "Woher hast du eigentlich gewusst, was ich gedacht habe?" Fragend sah ich zu ihm auf. Leicht lächelte er. "Ich hatte mit dem Ring der Gedanken trainiert, als du an meine Tür gehämmert hast. Ich hatte ihn noch immer an, als du in meine Arme gefallen bist und auch, als sich die Gedanksn in deinem Kopf nur so jagten." Ich lachte auf. Das erklärte wirklich einiges.
Eine Weile legte sich wieder angenehmes Schweigen zwischen uns. "Tony?" "Mmh?" "Wir werden einen Weg finden, ihn zurückzuholen. Sie alle. Ich verspreche es!" Dankbar drückte ich seine Hand, unfähig etwas zu sagen. Ich wusste, dass ich mich immer auf ihn verlassen konnte.
Hey ^^
Ja, ich bin's schon wieder.
Dieser Oneshot würde von eisbaerfeder angefragt. Ich hoffe, er gefällt dir! Ich war echt froh darüber, dass ich noch (viel zu viele, es tut mir wirklich soooo unglaublich leid) Anfragen habe, denn ich bin gerade echt unkreativ + ich bin im Urlaub und habe fast gar keine Zeit zum Schreiben, geschweige denn, mir selbst etwas auszudenken. Bitte seid nicht sauer, aber ich fürchte auch die Kapitel für What will it cost müssen diese Woche leider ausfallen. Ich hab mich noch nicht ganz entschieden, wie es jetzt weitergeht und ich habe leider wirklich keine Zeit zum Schreiben, weil wir von morgens bis abends unterwegs sind. Gleich sind wir zum Beispiel auf dem Weg zum Loch Ness. Es tut mir wirklich unglaublich leid! Ich hoffe, ihr könnt es mir verzeihen. Ich gebe mein bestes, dass es doch noch klappt, aber seid nicht allzu enttäuscht, wenn nicht. I'm so sorry!
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