The Devil's Queen

Matt, wenn...
du ihn verdächtigst Daredevil zu sein.
~∆*∆*∆~
"Matthew, kann ich dich Mal was fragen?", erkundigst du dich vorsichtig beim Mittagessen in seiner Wohnung.
"Klar", antwortet er knapp und hebt aufmerksam den Kopf. Er wird misstrauisch, als du unruhig auf dem Stuhl hin- und her rutschst.
"Jetzt spuck's schon aus!", lacht er. Er kann sich nicht einmal ansatzweise etwas wirklich Schlimmes vorstellen.
"Matt, du weiß, ich stehe immer hinter dir", beginnst du, "Gibt es da also etwas, das ich wissen sollte?"
Verwirrt runzelt er die Stirn, doch verneint. Diese mühelose Lüge versetzt dir einen Stich mitten in dein verliebtes Herz. Doch du kannst sein Geheimnis auch ein wenig verstehen. Trotzdem wünschst du dir, dass er dir vertrauen würde. Aber wenn er das von selbst nicht tut, dann musst du eben etwas nachhelfen.
"Auch nicht, dass du... Keine Ahnung, vielleicht als nachtaktiver Superheld durch Hells Kitchen unterwegs bist?", hakst du nach.
Für eine Sekunde erkennst du die Überraschung in seinem Gesicht. So schnell wie sie aufgetaucht ist, so schnell ist sie auch wieder unter einem Lachen versteckt.
"Ich bin ein stinknormaler Anwalt. Ich habe ja kaum genug Zeit, um mein Leben mit dir zu teilen, wie soll ich da Zeit finden um eine ganze Stadt zu schützen?", streitet er ab. Doch er spürt deine Skepsis, auch wenn er deine verschränkten Arme nicht sehen kann.
"Und nur so ganz nebenbei, falls du es nicht bemerkt haben solltest, ich bin blind", lacht er, doch ihr beide merkt, wie aufgesetzt es ist. Hättest du seine geschärften Sinne, würdest du seinen Schweiß riechen, der sich langsam aber sicher durch sein Hemd frisst und seine Panik aufdeckt.
"Dafür kommst du aber sagenhaft gut zurecht", hältst du daneben.
Freudlos lacht Matthew erneut auf. "Ja, meine zahlreichen blauen Flecken erzählen dieselbe Geschichte", stimmt er dir sarkastisch zu. Dann verstummt er. Vielleicht war das nicht gerade das beste Argument. Das merkt er nun auch.
Seufzend stehst du auf, läufst um den Tisch herum und setzt dich auf den Schoß deines Freundes. Liebevoll streichst du ihm einige Haarsträhnen aus dem Gesicht. Du bemerkst die verwirrte Falte auf seiner Stirn, aber auch die warmen Hände, die sich automatisch an deinen Rücken legen.
"Matthew, ich kenne dich. Ich weiß, dass du Daredevil bist!"
Dein Freund will einen letzten Protest erheben, doch du erstickst seine Ausflüchte mit einem Kuss.
"Und es stört mich nicht. Ich bitte dich nur um zwei Dinge: Du kannst mir etwas verheimlichen, wenn du es für unvermeidbar hältst, aber lüg mich nie wieder an! Und zweitens", du machst eine Pause. Bisher war deine Stimme eher streng und bestimmt, doch nun wird sie ganz weich. "Pass auf dich auf, Matthew. Komm zu mir zurück, denn wenn du stirbst, kannst du dir verdammt sicher sein, dass ich deine verrottete Leiche aus der stinkenden Gasse schleife, deine Seele zurück in deinen Körper befördre, weil ich ganz sicher weiß, wie ich dem Teufel Beine machen kann und dich dann eigenhändig umbringe!"
Sprachlos sitzt Matt vor dir. Er hat mit einigem gerechnet, aber nicht damit.
"Ich liebe dich, Matthew", erinnerst du ihn an euer Versprechen. "Ich liebe dich mit jeder Faser meines Körpers und ich werde immer an deiner Seite stehen. Immer."
"Immer", bestätigt Matthew, zieht dich an sich heran und küsst dich, als wolle er seine Seele aus deinem Körper vertreiben. Und genauso küsst du ihn zurück.
Der Teufel von Hells Kitchen hat seine Königin gefunden.
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