Geführt


Elben? Was hatte das jetzt zu bedeuten? Ich hatte zwar schon von Elben gehört, aber nur in den Märchen die mir meine Mutter als kleines Kind erzählt hatte. Bei ihr waren Elben immer anmutige Geschöpfe, die versteckt in Wäldern lebten. Sie waren mutig und beschützten alle Bewohner eines Dorfes vor Unheil. Doch wenn ein Kind ungehorsam war, so erzählte sie mir immer, kamen die Elben und nahmen dich mit.

Doch es sah ganz so aus, als sein diese Wesen aus ihrem Märchen zur Wirklichkeit geworden. Denn mit ihren spitzen Ohren, der ungewöhnlichen Kleidung und ihrer eigenartigen Sprache konnten sie keine Menschen sein. Aber warum hatte ich noch nie außerhalb von Märchen von ihnen gehört? Und warum gab es hier den Magier?

Meine Fragen mussten warten, der unheimliche Elb sprach mit dem Anführer der Elbentruppe. Dann machte der Anführer eine galante Verbeugung und gab Befehle an die Gruppe. Daraufhin marschierten alle, bis auf drei geordnet ab. Die drei verbliebenen Elben stellten sich weiterhin um uns herum auf.

„Folgt mir! Und wehe ihr versucht abzuhauen, es hätte keinen Sinn", befahl der Unheimliche und stellte sich an die Spitze der Gruppe. Dann lief er in einem zügigen Tempo los. Wir überquerten einen Haufen weiter Brücken. Plötzlich blieben die Elben stehen, kurz darauf erkannte ich aus welchem Grund. Vor und lag ein riesiges Dorf. Eine Stadt musste man schon fast sagen.

Sie sah einfach beeindruckend aus, kunstvoll verzierte Häuserfassaden waren in einen riesigen Fels gemeißelt. Musterungen die ich zuvor noch nie gesehen hatte zogen sich um kleine Eingänge im Fels und ließen trotzdem alles natürlich wirken. Nach meiner ersten Musterung stachen mir die Baumhäuser ins Auge. An jeder Seite dieses Felsens, erkannte ich Holzhütten, ähnlich der wo wir übergeben worden waren. Sie waren in und zwischen die Bäume gebaut und mithilfe von Leitern verbunden. Am Boden, umgeben der anderen Häuser, standen weitere Hütten. Doch dort vermochte ich Unterkünfte zu erahnen, die schräg standen oder denen einige Holzbretter fehlten. Hier war offensichtlich nicht so viel Arbeit in den Bau investiert worden, wie in die Steinbauden. Trotzdem liefen auch dort einige Personen umher, die ich aber nur schemenhaft erkennen konnte.

Noch während ich das Dorf beobachtete, erlosch auf einmal mein Augenlicht und alles was ich soeben noch bestaunt hatte wurde schwarz. Panisch stieß ich einen kleinen Schreckenslaut aus. Doch dann spürte ich warmen Atem an meinem Nacken, gefolgt von einem ziepen an meinen Haaren.

„Ab hier werdet ihr ohne Verlass auf eure Augen weiter gehen müssen", wurde uns barsch mitgeteilt.

Kurz darauf schubste eine Hand auf meinem Rücken mich vorwärts. Ohne zu wissen wo ich hintrat, stolperte ich weiter. Wir liefen nicht lange, und auch der Weg war nicht so schwer mit blinden Augen zu begehen.

„Achtung, kleine Stufe nach unten", wurde uns mitgeteilt.

Dankbar für diesen kleinen Hinweis tastete ich mit meinem Fuß vorsichtig den Boden vor mir ab. Ich setzte vorsichtig meinen Fuß nach unten. Ich erschrak, als der Boden leicht nach unten sackte. Kurzzeitig dachte ich, ich würde fallen und sterben. Doch dann stand ich mit beiden Beinen sicher und meine Panik verflog für den Moment.

Doch sie kehrte wieder, als sich der Boden unter mir in Bewegung setzte. Ich schaffte es ein überraschtes Aufrufen zu unterdrücken. Zu meiner Befriedigung übernahm das diesmal Thalin, wie ich an der Stimme erkannte. Ich wusste nicht wohin wir uns bewegten, was ein Gefühl der Unsicherheit in mir auslöste. Erst jetzt, wo ich nichts als schwarz sah, wurde mir bewusst wie sehr ich mich eigentlich auf meine Augen verlies. Ich wollte wissen, was um mich herum geschah. Aber da ich momentan nichts ändern konnte, akzeptierte ich diesen Umstand und versuchte stattdessen durch meine anderen Sinne herauszufinden was um mich herum passierte. Wind wehte mir ins Gesicht, trotzdem konnte ich eine leichte Wärme auf meiner Haut spüren, sie musste von der Sonne stammen. Der Gedanke von Sonne lies Freude in mir aufkommen, ich hatte sie im Wald vermisst.

Zudem konnte ich das leichte Sprudeln von Wasser und vermehrtes Stimmengewirr vernehmen. Dennoch hatte ich immer noch keine Idee, wo ich mich befinden könnte. Enttäuscht gab ich den Versuch auf, heraus zu finden wo ich war. Kurz nach meinen gescheiterten Versuch kam der Boden mit einem kleinen Ruck zum Stehen. Ich wurde weiter geschubst, öfter nach rechts oder links so dass meine Orientierung noch mehr durcheinander gebracht wurde. Irgendwann spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, die mich zum Stehen bleiben zwang. Dann folgte wieder ein ziepen an meinen Haaren. Ich jubelte innerlich auf.

-------------------------------------------------------------------------

Auf Bitten von fWRITERzi habe ich einen neuen teil geschrieben, ich hatte leider viel zu tun und kam nicht dazu. Aber ich habe einen neuen Teil geschrieben! Und doof wie ich war habe ich eine ganze Woche lang vergessen es hochzulanden...

Das Kapitel widme ich Firnien, danke für die vielen unterstützenden Votes.

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top