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Ehe ich mich versehe, stehe ich im Garten vor dem großen Haus, in dem immer noch kräftig gefeiert wird. Luke hat mich, ohne auf meinen Widerstand zu achten, durch das halbe Haus geschleift und Nalia die kleine Verräterin, hat nichts getan, um mir zu helfen.

„Luke! Was soll der Scheiß?!"

Ich bin sauer. Und zwar richtig sauer. Wie kann er es wagen? Nur, weil ich offensichtlich einen klitzekleinen Crush auf ihn habe, gibt ihm das nicht das Recht, mich von oben herab zu behandeln. Ich bin eine eigenständige Person mit Rechten - und ich kenne meine Rechte: „Lass mich sofort los! Wer glaubst du eigentlich, wer du bist? Schleifst mich wie ein verdammter Neandertaler hinter dir her. Wir leben nicht mehr in der Steinzeit! Du hast absolut kein Recht, dass zu tun."

Butterfly-"

Nenn mich nicht so!", unterbreche ich ihn und gebe Luke keine Chance zu Wort zu kommen, „Du magst zwar der beste Freund von Glen sein und ja verdammt, ich mag auch in dich verknallt sein, aber das gibt dir nicht das Recht dazu, dich so in mein Leben einzumischen!", den letzten Teil meines kleinen Vortrags schreie ich fast schon und merke, wie Lukes Augen tellergroß werden. Schockiert schaut er mich an.

„Du - Du stehst auf mich?"

Oh nein.
Das darf nicht wahr sein.
Habe ich das gerade echt gesagt?
Mein angetrunkenes Ich ist so dämlich!

Jetzt bin ich an der Reihe, geschockt zu schauen: „Oh Gott, äh, du - du hast dich wohl verhört."

Ich setze ein unschuldiges Lächeln auf, das Lukes Gesichtsausdruck nach nicht wirklich überzeugend aussieht und versuche mein wild schlagendes Herz auszublenden.

Ich habe gerade gegenüber Luke zugegeben, dass ich in ihn verknallt bin. Bitte, kann ich im Boden versinken? Ich werde ihm nie wieder in die Augen schauen können, nach diesem Gespräch.
Und dabei ist alles seine Schuld! Hätte er mich heute Abend einfach in Ruhe gelassen, dann hätte ich mich auch nie verplappert ihm gegenüber. Warum taucht Luke auch immer überall da auf, wo ich bin.

„Sag mal, was machst du eigentlich hier? So ganz ohne deine Jungs?"

Normalerweise sind er, Glen und die anderen kaum zu trennen. Die Clique unternimmt alles gemeinsam, also warum taucht er alleine zu dieser Party auf.

Jetzt ist er derjenige, der unangenehm berührt schaut: „Ähm, war durch Zufall in der Nähe."

Wer's glaubt wird selig.

„Stalkst du mich etwa, Luke?"

„Würdest du dir wohl wünschen, hm?"

„Wenn man der Frage mit einer Gegenfrage antwortet, dann nur, weil die Wahrheit zu unangenehm ist, um ausgesprochen zu werden", meine ich grinsend, „Also habe ich meine Antwort, Stalker."

„Ich passe nur auf dich auf."

„Ich brauche keinen Aufpasser."

„Vika, die Typen hier auf der Party sind nicht blind, da könnte sonst was passieren."

„Natürlich sind sie nicht blind? Schon mal einen Blinden auf einer Houseparty gesehen?"

„Du weißt was ich meine."

„Erklär's mir", meine ich leise und schaue zu Luke auf.

Wann sind wir uns eigentlich so nahe gekommen?
Wir stehen keinen Meter auseinander, unsere Fußspitzen berühren sich fast. Ich muss meinen Kopf leicht in den Nacken legen, um weiterhin in seine kristallklaren, blauen Augen sehen zu können. Mein ganzer Körper ist sich Lukes Nähe durchaus bewusst: die Härchen auf meinen Armen haben sich elektrisiert aufgestellt, mein Herz schlägt schnell und mein Atem geht langsam.

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir je so nah zusammen standen und muss mich selbst davon abhalten, meine Hände nach ihm auszustrecken.
Wie gerne würde ich meine Finger in seinem hellbraunen Haar vergraben, seinen Kopf zu mir nach unten ziehen und meine Lippen auf seine super weich aussehenden Lippen legen. Das würde ich so gerne tun. Luke ist bestimmt ein guter Küsser und bei der Vorstellung daran, wird mir ganz warm.

„Vika", flüstert Luke, dem die plötzliche Nähe scheinbar auch aufgefallen ist und ich spüre, wie er seine Hände nach mir ausstreckt.

„Erklär's mir", fordere ich erneut, als seine Hände auf meiner Hüfte zum liegen kommen und ein kleiner Stromstoß durch meinen Körper fährt. Die Schmetterlinge in meinem Bauch erwachen zum Leben und ich bin bemüht darum, meine Atmung ruhig zu halten.

Langsam hebe ich meine eigenen Hände, spreche mir selbst nochmal innerlich Mut zu, bevor ich sie in Richtung seines Gesichts hebe. Als meine Finger mit seiner Wange in Berührung kommen, weiten sich seine Pupillen und kurz blitzt etwas wie Verlangen in seinen Augen auf. Ich fahre über seinen Wangenknochen nach hinten, bis ich endlich seine kurzen braunen Haare spüre. Ich kann nicht glauben, das die Situation real ist, doch Lukes Hände auf meiner Hüfte fühlen sich mehr als real an. Das ist kein Traum.

„Du-", setzt Luke schließlich leise zu einer Erklärung an, „Vika, du bist wunderschön und ich bin bei weitem nicht der einzige Junge, der das bemerkt hat. Die Typen schauen dich an, als wärst du ihre nächste Mahlzeit und das kann ich nicht zulassen."

Gespannt verfolge ich, wie sein Gesicht beim sprechen immer näher kommt, bis ich seinen Atem spüren kann. Seine Hände auf meiner Hüfte verkrampfen sich und ziehen mich näher an seinen harten Oberkörper. Es fehlen nur wenige Zentimeter, bis sich unsere Lippen berühren. Aufgeregt fahre ich durch seine Haare und schließe kurz meine Augen, um mich zu sammeln.

Das hier ist real und ich sollte den Moment verdammt nichtmal genießen.

Kurz bevor seine Lippen auf meine treffen, hält er inne: „Butterfly, ich würde dich jetzt wirklich gerne küssen."

Ein ehrliches Lächeln legt sich auf meine Lippen: „Worauf wartest du, Stalker?"

Endlich schließt er den letzten Abstand zwischen uns und legt seine Lippen auf meine. Im gleichen Atemzug fährt seine Hand von meiner Hüfte hoch, bis zu meinem Hals, um mich an Ort und Stelle zu halten. Eine Gänsehaut bildet sich auf meinem ganzen Körper und ich lasse mich voll und ganz auf den Kuss ein. Es fühlt sich gut und irgendwie auch richtig an. Unsere Lippen bewegen sich im Einklang und ich vergrabe meine Finger in seinen Haaren, um ihn weiter nach unten zu ziehen. Luke seinerseits vertieft den Kuss und ich spüre, wie seine Zunge langsam meinen Mund erkundet.

Jeder Zentimeter unserer Körper berührt sich und ich bin ihm so nah, wie noch keinem Jungen zuvor. Meine Brust ist eng an seinen Oberkörper gepresst und ich spüre seine stahlharten Muskeln. Die Hand, die zuvor auf meiner Hüfte lag, wandert jetzt über meinen Körper und hinterlässt ein prickelndes Gefühl, wo auch immer er mich berührt. Der Kuss ist intensiv und voller Emotionen, als hätten wir beide unser Leben lang auf diesen Moment gewartet.

Nach einer halben Ewigkeit lösen wir uns langsam voneinander. Unsere Blicke treffen sich und wir ringen beide um Atem.

„Fuck, butterfly. Das darf nie wieder passieren."

Als hätte man einen Kübel Eiswasser über mich geschüttet, zucke ich zusammen und löse mich blitzschnell von Luke.

„Das war ein Fehler, Vika."

Ich glaube, mein Herz ist gerade gebrochen.



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Badummm....
Autsch. Arme Vika.

Habt ihr Vorsätze für's neue Jahr?
- definitiv wieder mehr schreiben ^^

Denkt an den ⭐️ my loved ones! <3

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