CHAPTER 4
Als ich das knarzen der Trailertüre wahr nehme, stellen sich automatisch meine Nackenhaare auf, ganz zu schweigen von dem schmerzhaften Pochen in meiner Brust.
Um besser lauschen zu können, halte ich den Atem an.
Die schweren Schritte im Flur kommen immer näher und enden direkt vor meiner Zimmertüre.
Sofort strample ich mich aus dem Laken, dass sich wie Tentakel um meinen Körper gewickelt hatte.
Endlich frei vom Laken, tapse ich so leise wie nur möglich zur Tür und halte mein Ohr gegen das dünne Holz.
Ich bin mir sicher, dass wer auch immer da draußen war, unmittelbar vor meiner Türe stand und einzig und allein das dünne Material uns voneinander trennte.
Ich konnte sogar seinen Atem hören, der nicht weniger stoßartig wie der meine war.
Ohne weiter darüber nach zu denken, reiße ich die Türe auf und beginne laut zu kreischen, als eine Blut verschmierte Person mit weit aufgerissenen Augen direkt vor mir stand.
„Was machst du hier?!"
„Was schreist du so?"
„Vielleicht weil du in meinen Trailer eingebrochen bist?!", werfe ich Jack vor und schaue ihn an als wäre er nicht von dieser Erde.
Was zur Hölle hat der eigentlich mit seinem Gesicht gemacht?
„Fahr mal 'nen Gang runter Hazel!"
Dabei spuckt er meinen Namen aus als wär er ein zäher, aufgebrauchter, ungenießbarer Kaugummi den man schnellstens entsorgen sollte.
„Ich soll einen Gang runter fahren?!"
„Ja! Und falls es dir nicht aufgefallen ist, du schreist immer noch!", unbeeindruckt von meinem Aufstand sperrt Jack das verschlossene Zimmer gegenüber von meinem auf und verschwand darin.
Was?
Warum hat er einen Schlüssel für das Zimmer?
Neugierig mache ich einen Schritt nach vorne, als er mir auch schon die Tür vor de Nase zu schmeißt.
Unbeeindruckt von seinem Getue öffne ich die Türe einfach wieder aber noch bevor ich überhaupt irgendetwas im Inneren erkennen kann versperrt Jack's breite Brust bereits meine Sicht.
Er schiebt sich an mir vorbei und läuft die kurze Strecke in Richtung Bad.
Wie ein kleines Kind folge ich jeder seiner Bewegungen bis er mir erneut mit versperren der Badtür die Sicht nimmt.
„Was soll das hier werden wenn du fertig bis?", schnauzt er durch die geschlossene Tür genervt und ausgelaugt.
„Ich warte immer noch auf eine Antwort!"
„Was willst du denn hören?"
„Ähm, wie wärs damit, was du hier machst?"
Rufe ich sarkastisch.
„Ist das nicht offensichtlich?" die Türe öffnet sich und er breitet die Arme aus ehe er wieder zurück in das verschlossene Zimmer geht.
Wieder folge ich ihm bis er abrupt stehen bleibt und sich über die Schulter hinweg zu mir umdreht.
„Ich wohne hier."
Mit diesen Worten lässt er mich mal wieder vor verschlossener Türe stehen und sofort war mir klar was dass zu bedeuten hatte.
Wieder öffnet sich seine Zimmertüre und er läuft zurück in Richtung Bad, nur dass ich ihm diesmal nicht folge, stattdessen stehe ich wie angewurzelt noch immer zwischen unseren Zimmertüren und versuche das gesagte zu verdauen.
„Was soll das heißen, du wohnst hier?"
„Genau das, was es eben bedeutet."
Mit einem genervten Seufzen schlägt er die Badezimmertür hinter seinem Rücken zu und lässt mich vollends verwirrt im Flur zurück.
„Aber Kat hat nie etwas von einem Mitbewohner gesagt!", rufe ich durch die Tür und höre wie er das Wasser anstellt, womöglich in der Hoffnung meinen Fragen so umgehen zu können.
Aber da hat er die Rechnung ohne mich gemacht!
„Müssen sich die anderen auch die Trailer teilen?", siegt meine Neugier.
„So weit ich weis nicht." stöhnt er vom Inneren des Badezimmers.
„Warum dann ausgerechnet wir beide?"
Die Tür ging auf und sofort vielen mir die Hämatome auf seiner Brust ins Auge.
„Glaub mir, ich hab es mir nicht ausgesucht mit dir zusammen zu wohnen."
„Du kennst mich doch garnicht!", gifte ich in seinem abschätzenden Tonfall nach.
„Aber du mich oder was?"
Für einen kurzen Moment halten wir beide inne.
„Nein, aber die zwei Stunden Autofahrt haben mich schon zu einem ziemlich eindeutigen Entschluss kommen lassen!"
„Achja?" herausfordernd funkelt er mich an.
„Und der wäre?"
Für den Bruchteil einer Sekunde überlege ich, was ich sagen sollte, entschied mich aber relativ schnell für die Wahrheit.
„Dass du ein arroganter Arsch bist!" Um meinen Worten mehr Ausdruck zu verleihen, verschränke ich meine Arme vor der Brust.
Nur irgendwie hatte dass nicht den Gewünschten Effekt, stattdessen grinst Jack mich nur frech an, beugt sich zu meinem Ohr und flüstert:
„Ich denke, wir beide werden noch eine Menge Spaß miteinander haben."
Er läuft an mir vorbei wieder in Richtung der Schlafzimmer.
„Das wage ich zu bezweifeln!" rufe ich ihm hinterher und gehe ebenfalls zu meiner Schlafzimmertür.
„Da werden dir meine bisherigen Eroberungen definitiv widersprechen müssen." Sein Grinsen war nicht zu übersehen, wie auch die aufgeplatzte Lippe, aus der noch immer das Blut tropfte.
„Deinem Gesicht nach zu urteilen, war diese Eroberung wohl nicht der gleichen Meinung."
Ich sehe zu wie Jack sich an die Lippe fasst und den Blutstropfen an seinem Finger begutachtet.
Zufrieden grinse ich ihn an, er dreht sich um, murmelt ein:
„Nacht Hazel." und schlägt zum letzten mal die Tür hinter sich und vor meiner Nase zu.
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