Kapitel 6.
Manu wohnte in einem großem Haus. Es wirkte etwas amerikanisch von innen, da die Wände alle endweder weiß oder mit orange-gelbem Gestein gepflastert waren. Die Fenster waren riesig, jedoch waren die Jalousien überall herunter gezogen.
"Warum machst du hier drinnen das Licht an, wobei es draußen doch hell ist?", lachte ich erstaunt.
"Ich will nicht, dass die Leute hier herein schauen können", meinte Manu schulterzuckend.
"Und ich will gar nicht wissen, was du hier so anstellst...", sagte ich mit gespielt verführerischer Stimme, woraufhin Manu prompt rot wurde.
Ich lächelte in mich hinein. Punkt für mich.
"Komm", rief Manu, der schon an der Treppe stand.
"Ich dachte, du wohnst mit deiner Mutter zusammen?", fragte ich während ich mich umsah und zur Treppe lief.
"Pah", antworte dieser in Tumorstimme. "Ich brauch keine Mama..." Ich kicherte, weil seine Tumorstimme im Reallife noch süßer klang.
Manus Zimmer war groß. Er schlief in einem Doppelbett und unter dem Fenster stand ein weiteres Bett.
"Hab sogar dafür gesorgt, dass du ein Bett hast", grinste er.
Ich schmiss mich lachend auf sein Bett.
"Ey!", rief er. "Palette!" Sofort sprang er auf mich und kitzelte mich, bis ich auf dem Boden lag.
"Hör auf", brachte ich knapp hervor vor lachen. "Ich kann nicht mehr!"
Sofort hörte er auf und sah mir in die Augen. Eine unangenehm Stille entstand.
"Ich wollte dich übrigens fragen, ob wir heute feiern gehen wollen", meinte er einfach und stieg von mir herunter. Einfach so, als hätte er diese Stille nie bemerkt. Ich hatte so gebannt in seine wunderschönen Augen gestarrt, dass es jetzt fast weh tat, zu merken, dass es Manu wenig berührt hatte.
"Wirst du dann nicht erkannt?", fragte ich, während ich mich aufsetzte.
"Wurde ich noch nie", sagte er schulterzuckend. "Ich gehe immer so spät dahin, dass die schon alle betrunken sind und mehr auf andere Dinge achten. Außerdem lasse ich immer meine Kapuze auf..." Er grinste etwas.
"Na gut", meinte ich entschlossen. "Wann?"
"Jetzt", erwiderte er immer noch lächelnd.
"Okay..."
Als ich im Bad stand, meine Sachen auspackte, und mich fertig machte, starrte ich Ewigkeiten in den Spiegel. Manu würde mich niemals lieben. Er war einfach so perfekt. Wunderschön, doch er vertraute nicht in sein Aussehen. Sonst hätte er sich schon längst gezeigt. Die perfekten braunen Haare, die ihm in kleinen Strähnchen ins Gesicht hingen und seine Haut blass wirken ließen. Dann diese roten Lippen, die ständig meine volle Aufmerksamkeit hatten. Wenn er redete, oder einfach lachte. Wie gerne hätte ich... Jetzt hör endlich auf Patrick! Du bist nicht schwul. Und wenn schon, dann wird Manu es nicht sein und dich vor allem nie lieben.
Als ich mich umdrehte, um das Bad zu verlassen, kullerte eine Träne meine Wange hinunter.
P.o.V Manu:
Während er sich im Bad fertig machte, wartete ich im Wohnzimmer auf ihn. Ich hatte mir lediglich einen anderen Kapuzenpulli angezogen.
Als sich die Tür des Badezimmers öffnete, pochte mein Herz. Ok Manuel. Sei nervös, wenn du unbedingt willst, aber lass es dir nicht anmerken, verstanden?! Ich seufzte und stand vom Sofa auf.
***
Wir gingen zu Fuß und unterhielten uns über alles mögliche, nur nicht über uns. Jedes Mal, wenn ich etwas in der Art sagen wollte, lenkte Patrick gleich vom Thema ab. Er schien nervös. Seine Wangen färbten sich leicht rötlich und er biss sich ständig auf die Unterlippe. Aber er sah so verdammt süß aus.
Schon wieder biss er sich auf seine Unterlippe, als ich gerade von unserer letzten Aufnahme Smash zu reden begann.
"Jetzt hör auf, sonst kann ich mich nicht mehr beherrschen", murmelte ich und zuckte gleich wieder zusammen. Verdammt. Hoffentlich hat er nichts gehört...
"Was hast du gesagt?", fragte er und schaute mich verwundert an.
"Nichts... Alles gut...", meinte ich und meine Augen wanderten sofort wieder zu seiner Lippe, auf die er sich auch direkt wieder biss. "Glaube ich jedenfalls..."
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