Kapitel 20.

P.o.V. Paluten:

Ein paar Tage später durfte Manu dann endlich wieder nach Hause. Der Arzt hatte gesagt, dass es wichtig war, dass Manu sich nun schonte, aber er wollte gar nichts davon wissen. Ich beschloss also, noch einige Tage bei ihm zu bleiben.

"Wir sollten unbedingt ein Video aufnehmen...", sagte Manu, als er seine Haustür aufschloss. Es war kühl draußen und ich vermutete, dass es bald schneien würde.
"Während ich im Krankenhaus lag, konnte ich nur ein Video am Tag hochladen", sagte er.
"Du hast Recht, ich habe auch schon länger keine zwei Videos am Tag mehr hochgeladen...", meinte ich und schaute ihn an. "Es gab schließlich wichtigeres."

P.o.V. Manu:

Es kribbelte in meinem Bauch, als er das sagte. Doch es stimmte: Paluten war mir so viel wichtiger als YouTube. Selbstverständlich liebte ich meine Abonnenten und alle, die mich unterstützten, aber es gab nichts, was ich über Patrick stellen würde. Er bedeutete für mich die Welt.

Als wir beide geduscht hatten (schließlich fühlten wir uns vom Krankenhaus noch furchtbar ekelhaft), ließ ich mich vor meinem PC nieder und startete die Aufnahme. Patrick saß die ganze Zeit neben mir und schien mich zu beobachten.

"Hi, und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Skywars. Ihr fragt euch bestimmt, warum ich alleine aufnehme. Das hat einen ganz einfachen Grund: Ich habe nämlich keine Freunde." Ich wusste, dass die Leute in Kommentare schreiben würden, dass ich doch Paluten hätte oder Maudado.

Nach einer Weile sprach ich ein ernsteres Thema an. "Ich konnte in letzter Zeit ja nur ein Video am Tag hochladen und das lag einfach daran, dass ich im Krankenhaus war. Keine allzu große Sache, ich hatte einen Unfall." Ich bemerkte, wie Patrick mich von der Seite kritisch musterte, drehte mich zu ihm um und zuckte leicht mit den Schultern. "Aber zum Glück war der Pdizzle ja bei mir." Jetzt lächelte er.

Nachdem ich die Aufnahme beendet hatte, begann ich, sie zu bearbeiten.
Einige Male hatte ich kurz mit Paluten gesprochen oder etwas gefragt. Diese Stellen Schnitt ich heraus. Die Zuschauer wussten nicht, dass er jetzt noch hier war und ich war mir auch nicht sicher, ob ich es ihnen sagen würde.

Irgendwann nahm Patrick an meinem PC eine Folge Murderer mit Maudado und Zombey auf. Er hatte mich mehrmals gefragt, ob es okay wäre und ich hatte Ja gesagt. Trotzdem machte es mich irgendwie etwas eifersüchtig.

In der Zwischenzeit machte ich Abendessen und telefonierte mit meiner Mutter, die abgerufen hatte, weil sie sich vergewissern wollte, dass es mir gut ging. Ich versicherte, dass alles gut war und sie nicht kommen musste.
"Ist Patrick bei dir?", fragte sie irgendwann und ich hörte aus ihrer Stimme heraus, dass sie grinsen musste. Schlagartig wurde ich rot.
"J-ja", sagte ich schnell. "Warum?"
"Ach, nur so", antwortete meine Mutter. "Ich komme in den nächsten Tagen mal vorbei, um nach euch zu sehen..."
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, kam Patrick auch schon die Treppe hinunter gelaufen. Da waren sie wieder, die Schmetterlinge in meinem Bauch.

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