Kapitel 18.
Als Manu mich sah setzte er sich auf und grinste breit.
"Palette", rief er mit Tumorstimme und ich hörte, wie schwer ihm das reden fiel.
P.o.V. Manu:
Es war so unglaublich schön, Patrick wiederzusehen, dass ich mir die Tränen verkneifen musste. Er nahm mich in die Arme.
"Du glaubst gar nicht, was ich mir für Sorgen gemacht habe", flüsterte er in die Unarmung hinein. Ich konnte es nicht verhindern, dass mir nun doch eine Träne die Wange hinunter kullerte. Als er sich von mir löste, sah er mir tief in die Augen und mein Herz begann zu schmelzen. Er hatte mich in der Hand. Egal was er machen würde, ich könnte es nicht verhindern. Zu groß war die Sehnsucht, ihn zu mir herunter zu ziehen und sanft zu küssen.
"Und ich hab dich so vermisst...", sagte ich während ich noch immer im Bann seiner Augen stand.
"Wie geht es dir?", fragte er sorgevoll.
"Nur einige Prellungen, eine leichte Gehirnerschütterung und einen riesen Schreck, den ich erlitten hab. Aber das kann alles nicht so schlimm sein, wenn du jetzt hier bist", murmelte ich und hätte mich im nächsten Moment dafür ohrfeigen können. Du hast es offensichtlich gemacht. Wenn er es jetzt nicht versteht, dann hat er entweder kein Interesse oder ist einfach dumm.
"M-Meinst du da-das ernst?", stotterte Patrick und wurde plötzlich rot. Er sah so süß aus, wenn er rot wurde.
"Vollkommen ernst", versprach ich.
P.o.V. Paluten:
Keine Ahnung, wie es dazu kam, aber ich setzte mich zu Manu aufs Bett und kuschelte mich an ihn. Ich war furchtbar müde, immerhin war es mitten in der Nacht, und es tat gut, endlich wieder seine Wärme zu spüren. Manu roch leicht nach Zimt und Vanille. Ich mochte diesen Geruch. Er war irgendwie... besonders.
P.o.V. Manu:
Paluten fragte nicht, wie es zu dem Unfall gekommen war, vielleicht würde er morgen fragen, wenn seine Gedanken etwas klarer sein würden, aber ich war froh darüber. Schließlich wollte ich ihm nicht erklären, dass es wegen ihm war. Er würde sich schrecklich schuldig fühlen.
Also schlief ich in seinen Armen ein und wachte erst auf, als die Sonnenstrahlen mir direkt ins Gesicht fielen. Ich hatte mich nie so geborgen gefühlt wie in diesem Moment, in dem ich in den Armen jenes Menschens aufwachte, den ich über alles liebte.
Ich spürte, dass auch Patrick schon wach war. Warum war er nicht einfach aufgestanden? Er hätte längst einige wichtige Dinge klären können, die es noch zu klären gab. Aber er blieb still, mit mir in seinen Armen, liegen. 'Ich liebe dich' wollte ich sagen, aber ich traute mich nicht. Ich war zu feige. War ich nicht normalerweise der selbstbewusste, coole Typ, den nichts und niemand verunsichern konnte? Nun, Patrick hatte es geschafft. Das ist Liebe, Manu. Du bist schwul, aber das ist egal. Schwul sein ist nichts schlimmes. Das erste Mal seit langem hatte die Stimme in meinem Kopf mir etwas gutes zu sagen.
Nach einer Weile stand ich auf und ging duschen. Als ich ein paar Sachen zusammen suchte, sah ich, dass Patrick wirklich die ganze Zeit wach gewesen war.
"Gut geschlafen?", fragte ich und lächelte ihn an.
"So gut wie noch nie", grinste er.
Die kalte Dusche tat gut, endlich kam ich aus der ekelhaften Krankenhauskleidung heraus und konnte meine eigenen Sachen anziehen. Als ich mich eingeschäumt und alles wieder abgespült hatte, bemerkte ich, dass vergessen hatte mir meine Kleidung mitzunehmen. Ich trocknete mich ab und schlüpfte ich meine Boxershort. Patrick würde es sicher nicht stören, wenn ich nur eben meine Sachen holen würde.
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