Kapitel 17.
P.o.V. Paluten:
Ich empfing den Anruf gegen 2 Uhr nachts. Ich hatte versucht zu schlafen, was ich aber nicht geschafft hatte, weshalb mich der Anruf nicht störte. Das änderte sich aber schlagartig, als ich hörte, wer mit mir redete. "Manu!", stieß ich erleichtert hervor. "Woher hast du meine Telefonnummer?"
"Die hast du mir mal gegeben", hörte ich von ihm. Es hörte ich sich an als hätte er Schmerzen.
"Ist alles okay?", fragte ich vorsichtig.
"Nein", sagte er und diesmal hörte man den Schmerz deutlicher. "Ich hatte einen Unfall."
P.o.V. Manu:
Paluten zog scharf die Luft ein.
"Was ist passiert? Ich komme sofort zu dir!", rief er aufgebracht.
In diesem Moment betrat eine Krankenschwester das Zimmer.
"Noch eine Minute", mahnte sie. "Sie sollen sich schonen."
"Ich muss Schluss machen", sagte ich zu Patrick.
"Du musst was?!", fragte er entgeistert.
"Auflegen!", korrigierte ich mich schnell und musste lachen. "Ich soll mich schonen."
P.o.V. Paluten:
Ohne dass Manu wirklich davon wusste, machte ich mich noch in dieser Nacht auf den Weg nach Essen. Auf der Fahrt machte ich mir schreckliche Sorgen um ihn. Ich hatte keine Ahnung, wie es um ihn stand.
Peter hatte ich einen Zettel da gelassen, damit er Bescheid wusste, wo ich war. Er würde Verständnis dafür haben. Schließlich hatte er für alles Verständnis.
Als ich im Krankenhaus war, fragte ich aufgebracht nach Manu und mir wurde eine Zimmernummer gesagt. Vor dem Zimmer angekommen begegnete ich einer Krankenschwester, die gerade aus seinem Zimmer trat.
"Möchten Sie Herrn Büttinger besuchen?", fragte die zierliche Frau höflich.
"Ja", stieß ich hervor und fügte noch ein leises "bitte" hinzu.
"Warten Sie bitte einen Moment. Wenn der Arzt das Zimmer verlässt, dürfen Sie hinein gehen."
Ich nickte zustimmend, auch wenn ich keine Zustimmung spürte.
Während ich so auf dem Krankenhausflur saß und wartete, liefen einige Menschen vorbei. Unter anderem eine Mutter, die ihr Kind liebevoll beruhigte, dass es seiner Schwester gut ginge. Es hatte mich schon immer fasziniert, wie liebevoll Frauen mit Kindern umgehen konnten. Würde ich das jemals können? Und würde Manu das können, wenn wir mal ein Kind adoptieren würden? Patrick, jetzt halt mal die Luft an! 1. Seid ihr nicht zusammen, 2. Werdet ihr das wahrscheinlich nicht sein, 3. Will Manu vielleicht niemals Kinder haben und 4. Solltest du dir jetzt verdammt nochmal Gedanken um ihm machen, nicht um deiner scheiß Zukunft.
Als der Arzt den Korridor betrat, war längst eine halbe Stunde vergangen.
"Wie geht es ihm?", fragte ich sofort. "Kann ich zu ihm?"
Als der Arzt mich sah, lächelte er. Ich schätzte ihn auf Mitte 50, sein Gesicht war schon sehr faltig und beim Lächeln bildeten sich Grübchen.
"Entschuldigen Sie, wenn ich Sie jetzt mit ihrem Vornamen ansprechen, aber sind Sie Patrick?", fragte er höflich.
"Ja, der bin ich", schluckte ich.
"Na dann werden Sie wohl erwartet", sagte er lachend und ich wollte gerade die Tür öffnen, als er noch hinzufügte "Er hatte nicht mit Ihnen gerechnet..."
Manu hatte gedacht, ich würde nicht kommen? Irgendwie versetzte es mir einen Stich ins Herz. Ich dachte, er würde sich immer auf mich verlassen.
"Danke, auf Wiedersehen", sagte ich zum Arzt, der sich übrigens als Herr Kendbach herausstellte.
"Nichts zu danken", sagte dieser und eilte davon.
Hastig öffnete ich die Tür und trat ein.
"Wie konntest du nur denken, ich würde dich im Stich lassen?", fragte ich gespielt vorwurfsvoll und verschränkte die Arme vor der Brust.
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