Kapitel 14.

P.o.V. Manu:
"Es tut mir echt leid, dass sie dich angemacht hat...", betroffen schaute ich zu Boden.
Wir waren die ganze Zeit schweigend nebeneinander her gelaufen. Jetzt wollte ich ein Gespräch anfangen.
"Alles gut", er lächelte mich liebevoll an.
Und da war es wieder: Dieses unerträgliche Kribbeln im Bauch und das Verlangen, ihn zu küssen.
Du kannst ihm ja nicht erzählen, wie wütend es dich gemacht hat, als sie ihn fast geküsst hätte. Du bist ziemlich eifersüchtig, Manu...
Manchmal wollte ich meine Gedanken einfach erschlagen. Aber irgendwie war es ja das, was ich dachte. Nicht irgendeine fremde Stimme, die in meinem Kopf herum schwirrte. Nein, sie entstand in meinen eigenen Gedanken...

"Woran denkst du?", fragte Patrick und riss mich aus meinen Gedanken.
"T-tut mir leid ich war nur so vertieft irgendwie", stotterte ich. "Also in meine Gedanken, weißt du..."
"Schon gut, Manu", der Ältere lachte. Ich lächelte ihn an.
Richtig schön peinlich, Manu...

Sein Handy klingelte. Ich wusste noch nicht, dass dieser Anruf alles verändern würde.

"Hallo?", fragte Patrick in den Lautsprecher. Man hörte Gerede aus dem Handy, aber ich verstand nicht, was diese Person sagte. Sein Gesichtsausdruck war entsetzt und gleichzeitig traurig. Nach ein paar Minuten legte er auf.

"Was ist los?", fragte ich verwundert.
"Ich muss zurück nach Köln...", meinte dieser verbittert.
"Was ist denn los? Hab ich was falsch gemacht?", meine Stimme wurde traurig. Toll Manu, was für ne Schwuchtel geworden bist...
"Nein", widersprach Patrick hektisch. "Auf keinen Fall! Du machst alles richtig! Also... ich meine... dass du nicht Fehler machst, sondern alles eigentlich ganz gut, ähm... also"
Ich lachte. Gut, dass ich nicht der einzige war, der so zerstreut war.

***
Wir packten zusammen seine Sachen und ich brachte ihn an den Bahnhof. Er verletzte mich sehr, dass er schon gehen musste, aber ich zeigte keine Emotionen. Als wir zusammen am Bahnsteig standen, und auf seinen Zug warteten, lief mir eine Träne die Wange hinunter. Ich wollte ihn nicht gehen lassen.

Es wurde eine Durchsage gemacht, in der Patricks Zug angekündigt wurde.

Wenige Minuten später fuhr der Zug am Ende des Bahnhofs ein. Patrick schloss mich in eine Umarmung. Als wir uns voneinander lösten, schauten wir uns noch in die Augen.

Sollte ich...?

Ich konnte nicht anders. Ich legte meine Lippen sanft auf seine. Er wirkte verwundert.

"E-es tut mir leid", stotterte ich entsetzt. "Das... hätte ich nicht tun dürfen..."
Als Antwort küsste er mich noch ein Mal.

Der Zug stand bereits neben uns und Patrick musste sich beeilen, um ihn noch zu erwischen.

Ich hatte ihm nicht einmal sagen können, wie unbeschreiblich ich ihn liebte. Aber zum Glück konnte ich ihn ja später auf seinem Handy anrufen.

P.o.V. Patrick:
Was war das gerade gewesen? War es nicht... viel zu früh für den Kuss gewesen?

Ich schaute aus dem Fenster, an dem Bäume vorbei zogen und dachte nach.

Es würde jetzt eh nichts bringen. Ich konnte nicht zu einem Entschluss kommen. Wohl oder übel musste ich noch einmal mit ihm reden.

Ich holte meine Kopfhörer heraus und suchte nach meinem Handy. Nach einer Ewigkeit fand ich es immer noch nicht. Da fiel mir ein, wo ich es zuletzt gesehen hatte.

Verdammt.

Ich hatte mein Handy vergessen.

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