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„Was meinst du dazu, Jacob? Sind Football Spieler eine Red Flag?", ermutigt Sophia mich an der Diskussion teilzunehmen und ich muss kurz auflachen. Jeder in diesem Raum kennt meine Vorgeschichte mit Jannis, also ist meine Antwort klar - zumindest zum Teil.

„Kommt auf die Person an. Die Spieler von unserer Schule sind aber definitiv eine Red Flag."

Die Mädels nicken zustimmen, während die Jungs grimmige Gesichter ziehen. Während ich ein Problem mit Jannis habe, ist Reece den anderen ein Dorn im Auge. Der Quarterback unserer Schule hat für einige Auseinandersetzungen gesorgt und sein auftauchen bedeutet selten etwas gutes.

„Zum Glück müssen wir diese Deppen von jetzt an nicht mehr sehen", meint Allison und ich kann ihr nur zustimmen. Der Schulabschluss kommt uns allen gelegen, auch wenn wir uns wahrscheinlich durch das College weniger sehen werden. Ich glaube allerdings fest daran, dass unsere Freundschaft die räumliche Distanz übersteht.

„Bin ich eine Red Flag?", ertönt es leise von Leon, der neben mir sitzt und ich drehe mich überrascht in seine Richtung. Was soll denn jetzt diese Frage? Flirtet er etwa doch mit mir oder warum möchte er das wissen?

„Eigentlich nicht", meine ich ehrlich und beobachte jede seiner Regungen genau. Seine Mundwinkel ziehen sich zu einem kleinen Lächeln nach oben, wodurch sich leichte Lachfalten an seinen Augen bilden. Er sieht ehrlich glücklich aus, was mich etwas aus dem Konzept bringt. Warum gibt er so viel darauf, was ich denke?

„Das höre ich gerne", erwidert Leon und ich beiße mir unsicher auf die Unterlippe. Sein Verhalten verwirrt mich und ich weiß nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Mir wird bewusst, dass unsere Oberschenkel und Schultern sich berühren und Leon keine Anstalten macht, den Körperkontakt zu unterbrechen. Meine Gedanken rasen und ich beginne, mir viel zu viel auf Kleinigkeiten einzubilden. Ich kann nicht davon ausgehen, dass Leon auf mich steht, nur weil er den Körperkontakt nicht unterbricht. Max und ich berühren uns auch andauernd und das hat rein gar nichts zu bedeuten. Das ist nur die rosarote Brille auf meiner Nase, die in diese Situation etwas hineininterpretiert.

„Hat Jannis sich bei dir nochmal gemeldet?"

Huh. Und jetzt fragt er mich über meinen Ex? Sehr seltsam.

„Nein, zum Glück nicht. Ich habe ihn überall blockiert und da wir mit der Schule fertig sind gibt es keinen Ort, an dem wir uns über den Weg laufen könnten."

„Du bist über ihn hinweg?"

„Voll und ganz", sage ich und meine das auch ernst. Dieser Idiot muss mir nicht mehr unter die Augen treten.

„Er war sowieso ein Arschloch. Ich mochte ihn noch nie, du hast was besseres verdient."

Ein humorloses Lachen gleitet mit über die Lippen: „Und wo soll ich etwas besseres finden? Diese Männer wachsen nicht auf Bäumen."

„Das dachten Allison und die Anderen auch und sieh sie dir jetzt an", meint Leon und deutet auf unsere Freunde, die glücklich beieinander sitzen. Jeder von ihnen hat den perfekten Partner gefunden und ich gehe soweit, dass diese Beziehungen ein Leben lang halten werden. Natürlich sind wir noch jung und man kann sowas schwer absehen, aber die Dynamik stimmt.

„Dann hoffen wir mal, dass mein Prince Charming bald auf dem weißen Pferd angeritten kommt", scherze ich, was Leon die Augen verdrehen lässt: „Also bitte, er kommt auf einem schwarzen Pferd."

Durch das Wohnzimmer hinweg trifft mein Blick auf Max, der uns mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck beobachtet. Ich kann fast schon hören, was er denkt und mache mich darauf gefasst, dass er mich später mit Fragen bombardieren wird.

„Kommst du eigentlich morgen mit zur Party? Ein alter Klassenkamerad von uns feiert seinen Geburtstag ziemlich groß, wir sind alle eingeladen."

„Ich denke schon, dass ich mitkomme. Muss nur schauen, wie ich nachhause komme. Ich habe meiner Schwester versprochen, dass sie meinen Audi haben darf und um zu laufen ist es zu weit."

„Du kannst sonst auch bei mir übernachten", schlägt Leon vor und mein Atem stockt, „Ich wohne nicht weit von der Party entfernt. So können wir beide etwas trinken und dann zu mir laufen."

„Wenn das für dich kein Problem ist, dann gerne", stimme ich etwas zögerlich zu und kann kaum glauben, in welche Richtung unser Gespräch abgeschweift ist. Und wieder muss ich mich selbst ermahnen, nicht zu viel in seine Aussagen hineinzuinterpretieren. Leon bietet lediglich einem Kumpel einen Schlafplatz an - nicht mehr und nicht weniger, da ist nichts dabei.

„Absolut kein Problem, dann muss ich schon nicht alleine laufen", grinst er und ich spiegle seinen Gesichtsausdruck. Seine schwarzen Haare fallen ihm locker in die Stirn und ich habe das Bedürfnis, mit meinen Fingern hindurch zu streichen. Zum Glück kann ich diesen Wunsch in letzter Sekunde unterdrücken, dass wäre sonst peinlich geworden.

Warum musste sich meine Wenigkeit ausgerechnet in Leon verlieben? Das macht alles nur unnötig kompliziert. Er gehört zu meinen Freunden und ich sehe ihn so gut wie täglich. Meine Schwärmerei könnte früher oder später wirklich unangenehm werden. Wenn Max es bemerkt hat, ist es nur eine Frage der Zeit bis Allison und Jocelyn auch etwas bemerken.

„Tu nicht so, als hättest du Angst alleine nachhause zu laufen", greife ich das Gespräch mit Leon wieder auf und ignoriere den Blick von Max.

„Nur, weil ich groß und breit bin, darf ich keine Angst im dunkeln haben?", erwidert er und ich kann hören, dass er mich auf den Arm nehmen möchte. Trotzdem bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Meine Aussage war unüberlegt und ich hätte es besser wissen sollen, als mich an Vorurteilen zu bedienen: „So wahr das nicht gemeint, tut mir leid."

„Alles gut, Jake. Ich habe es auch nicht als ernst gemeint aufgefasst", meint Leon und stößt mir sanft seinen Ellenbogen in die Rippen, „Und ich habe keine Angst im dunkeln."

„Ich hätte dich nicht verurteilt, wenn es so wäre."

„Das weiß ich. Du bist einer dieser Menschen, die zu jeder Zeit unvoreingenommen und aufgeschlossen sind. Das schätze ich sehr an dir."

Hitze steigt in meinen Wangen auf und ich unterbreche den Blickkontakt. Das Kompliment aus Leons Mund lässt mich rot werden und ich verschränke meine Hände ineinander. Mein Herz schlägt schneller bei dem Gedanken, dass er mich als Person schätzt. Ziemlich lächerlich eigentlich, aber was soll ich sagen, dieser Mann hat es mir eben angetan.

𐙚˙⋆.˚ ᡣ𐭩

Kommt die Verbindung zwischen Leon und Jacob gut rüber?

Denkt an den Stern! <3

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