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Am nächsten Morgen werde ich von einer sanften Berührung auf meiner Wange geweckt. Langsam komme ich zu mir und als ich blinzelnd die Augen öffne sehe ich Leons Gesicht über mir schweben: „Guten Morgen, Schlafmütze."
Nach der Wanderung waren wir noch etwas essen und der Abend in der Pizzeria wurde sehr lange. Leon und ich haben dann beschlossen bei ihm zu übernachten, da seine Eltern weiterhin nicht zuhause sind.
„Wie viel Uhr ist denn?"
„Fast zwölf Uhr mittags", grinst Leon und ich schaue ihn mit großen Augen an: „Was?!"
„Scheint wohl sehr gemütlich gewesen zu sein in meinem Bett", grinst Leon und ich verdrehe amüsiert die Augen. Ich kann jedoch nicht bestreiten, dass es sich gut anfühlt neben ihm aufzuwachen. Und ich habe so tief geschlafen, wie schon lange nicht mehr.
Leon beugt sich langsam zu mir herunter und bevor ich reagieren kann, liegen seine Lippen weich auf meinen. Der Kuss ist kurz und nur ein Hauch einer Berührung. Trotzdem breitet sich eine Gänsehaut auf meinem Körper aus und ein Lächeln legt sich auf meine Lippen. Leon ist mein Freund. Das heißt ich kann ihn fortan küssen, so viel ich will und muss niemandem Rechenschaft ablegen. Der Gedanke gefällt mir.
„Du siehst süß aus, wenn du schläfst", meint Leon und streicht mir sanft eine meiner blonden Haarsträhnen aus der Stirn. Hat er gerade gesagt, dass ich süß bin? Röte steigt in meine Wangen auf und ich weiß nicht, was ich erwidern soll. Stattdessen beschließe ich das Thema zu wechseln: „Wo ist eigentlich deine Schwester?"
„Kira ist mit einigen ihrer Freundinnen im Sportcamp. Sie spielt Volleyball und das relativ erfolgreich. Über den Sommer finden immer Trainingscamps statt, auch um die Mädels auf ein Stipendium am College vorzubereiten – wobei sie da ja noch ein Jahr Zeit hat."
„Sportliche Kinder haben deine Eltern bekommen. Einen Football-Star und eine erfolgreiche Volleyballspielerin."
„Dabei haben meine Eltern selbst kaum etwas mit Sport am Hut. Natürlich unterstützen sie uns, so viel es geht, aber mein Vater kennt nicht mal die Regeln von Football."
„Die sollte er vielleicht mal lernen, wenn sein Sohn bald in der NFL spielt", meine ich scherzhaft und Leon lässt sich neben mir auf das Kissen fallen. Wir liegen beide auf dem Rücken, sodass sich unsere Schultern berühren und ich greife mit meiner Hand nach seiner, um unsere Finger miteinander zu verschlingen.
„Ja, dass habe ich ihm auch schon oft genug gesagt. Ich hoffe nur immer, dass er zur richtigen Zeit jubelt und nicht einen Spielzug falsch versteht und denkt das wäre prima gelaufen, obwohl wir etwas verkackt haben."
„Das wird bestimmt nicht passieren", gebe ich zuversichtlich von mir. Zeitgleich muss ich an meinen eigenen Fauxpas denken, als ich für Jannis jubeln wollte und ausversehen Leons Team angefeuert habe. Damals kannten wir uns noch nicht und sein Team ist der erbitterte Rivale und Erzfeind gewesen, was mein lautes Klatschen nur umso peinlicher gemacht hat damals. Inzwischen können Allison und ich darüber lachen. Womöglich war es damals schon ein Zeichen, dass Jannis ein Arschloch ist und ich mich lieber an Leon halten sollte. Alles kommt so, wie es kommen muss - ich glaube fest an das Schicksal und das ein höherer Plan für jeden existiert.
Gedankenverloren fahre ich mit meinem Daumen über Leons Handrücken und genieße einfach nur den Moment. Es ist schön Zeit mit ihm zu verbringen.
„Hast du dich eigentlich entschieden an welches College du möchtest?", frage ich nach einer kurzen Stille nach. So viel ich weiß, haben alle Jungs mehrere offene Stipendien und somit freie Wahl bei ihrem College.
„Ja schon, aber ähm", antwortet Leon zaghaft, „Also ich dachte-"
Huh. So schüchtern kenne ich den Schwarzhaarigen ja gar nicht. Neugierig drehe ich meinen Kopf in seine Richtung.
„Ich dachte mir vielleicht gehe ich an die Brown. Dort gibt es ein gutes Football-Programm und ja, also wir könnten dann auch mehr Zeit miteinander verbringen."
Er will mit mir an die Brown University kommen? Ich setze mich ruckartig auf der Matratze auf und starre Leon sprachlos an: „Meinst du das ernst?"
„Ja."
„Du solltest dich in deiner Entscheidung aber nicht von mir beeinflusst fühlen. Es geht um deine Zukunft – deine Karriere. Natürlich freue ich mich, wenn du mit mir auf die Brown kommst, aber bitte entscheide dich nicht wegen mir für dieses College", stelle ich klar und schaue ihn eindringlich an, „Ich möchte nicht, dass du später etwas bereust."
„Jake, ich habe mir das gut überlegt. Ich habe viele Coaches der Universitäten kennengelernt und mir angehört, was ein Stipendium bei ihnen bedeuten würde. Meine Eltern und ich haben tagelang recherchiert und waren bei einigen Colleges auch am Campus vor Ort. Die Brown gehörte von Anfang an zu meinen Favoriten und so kann ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ich habe ein gutes Football-Programm und bin mit meinem Freund an der gleichen Uni."
„Wenn du dir das gut überlegt hast, dann freue ich mich natürlich sehr", lächele ich Leon an und kann es kaum glauben. Wir werden beide auf die gleiche Universität gehen und können uns dort weiterhin jeden Tag sehen. In einer spontanen Eingebung beuge ich mich zu ihm herunter und gebe ihm einen kurzen Kuss auf den Mund.
„Die Entscheidung ist tatsächlich schon gefallen, bevor wir unsere Beziehung offiziell gemacht haben", erklärt Leon, „Die Brown hat bereits meine Zusage und der Coach hat mich eingeladen in zwei Wochen mit dem Team in ein kurzes Trainingscamp zu fahren."
„Dann sind wir beide bald Brown-Studenten."
„Die nächsten Jahre können nur gut werden", ergänzt Leon und ich nicke zustimmend. Glücklich schaue ich ihn an und bekomme das Grinsen gar nicht mehr aus meinem Gesicht. Wir werden beide auf die Brown University gehen. Diese Wendung hätte ich nicht erwartet. Mein Leben ist gerade zu perfekt, um wahr zu sein und ich weiß nicht, mit was ich das verdient habe.
„Damit hast du mich wirklich überrascht", gebe ich zu und lasse mich zurück auf das Kissen sinken. Leon legt seine Arme um mich und zieht mich an seine muskulöse Brust. Sofort geht seine Körperwärme auf mich über und ich sinke in seine Umarmung. Mein Kopf liegt auf seiner Brust, sodass ich seinen Herzschlag hören kann und mit meinen Händen fahre ich auf seinem breiten Oberkörper auf und ab. Leon gibt mir das Gefühl geliebt zu werden und ich sauge jedes bisschen seiner Zuneigung auf.
„Das wird hoffentlich nicht die einzige gute Überraschung sein, die ich dir in unserem Leben machen werde."
THE END
𐙚˙⋆.˚ ᡣ𐭩
Natürlich kommt noch ein Epilog, aber dann ist die Geschichte von Jacob & Leon vollendet.
Ich hatte großen Spaß das Buch zu schreiben und für mich war es auch etwas Neues über zwei Männer, die sich verlieben, zu schreiben.
Denkt an den Stern, ihr Lieben! <3
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