Ende

In Gedanken war der Veteran an einem weit entfernten Ort. Einem, von dem er nicht gehen müsste.
Seine Hände waren unter seinem Kinn zusammengefaltet. Seine Kleider waren schneeweiß.
Hinter ihm erschallten die Schritte der sich im Schnellschritt nähernden Soldaten. Gekleidet in blutroter Paradeuniform. Auf ihren Häuptern lagen die Barette mit den Emblemen der Nation, die in der Sonne heller strahlten, als die Sterne einer klaren Nacht. Gleichwie die glänzenden Gürtelschnallen und die polierten Stiefel.
Das Tor kreischte in seinen Ohren, das einfallende Licht stach in seine Augen. Dann stieg er, gerade stehend und ohne, dass seine Gesichtsmuskeln auch nur eine Emotion zuließen, aus der Dunkelheit empor ins gleißende Abendlicht.
Gewissenhaft führte er die Soldaten auf seinem letzten Weg.

Er trat auf eine Bühne. Ein Raunen fuhr durch die Menge. Einige von ihnen in dunkle Gewänder gehüllt, jedoch blickten sie alle auf ihn. Der Hoherichter trat an den Rand der Bühne und sprach:
"Im Namen des Volkes, des Gesetzes und des Staates werdet ihr dem Tod gerecht."

Es herrschte vollkommene Stille.

Eine junge Frau rannte nach vorn und umarmte den in Weiß gekleideten Verurteilten. Die Umarmung war innig. Im Angesicht des Todes schämten sich beide keiner Träne, die im Abendrot auf den kalten Boden fielen.
Sie sprach: "Du musst das nicht tun, lass mich an dei-"
"Ich liebe dich." Antwortete er und küsste sie.

Nach diesem letzten Moment wischte er ihr ihre Tränen vom Gesicht.

"Ja..." Sagte sie: "Ich liebe dich auch." Dann verschwand sie in der Menge.

Er nickte dem Hoherichter zu, der geduldig gewartet hatte und drehte sich zu Menge.
Ein Befehl, sieben zeitgleiche Schüsse, ein Leichnam, der zu Boden fällt.

Ihre Tochter, die sie mit ihr vor diesem Anblick verbarg, zog an ihrem schwarzem Kleid: "Mama?" Fragte das Kleinkind verwirrt.
"Ja mein Schatz?" antwortete sie weinerlich bei dem Versuch ihre Tränen zurückzuhalten.
Das kleine Mädchen fragte unsicher: "Ist das Liebe?"

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