Kapitel 2
Megan's Sicht
"Megan? Megan kannst du mich hören?", hörte ich die Stimme meiner Mutter im Kopf schwirren.
Hatte ich etwas falsches gemacht? Wenn ja, ich war es nicht.
"Oh Gott, bist du dir sicher das sie nur bewusstlos ist?", quiekte meine Mutter jemanden an.
Hallo? Was zur Hölle redeten die da? Bewusstlos? Ich? Meine Augen dürften doch wohl auch mal zu sein.
Augenblicklich schossen alle Bilder vom Ereignis in Schnelldurchlauf durch meinen Kopf. Feuer. Rote Maske.
"Bestimmt war sie auf Drogen. Himmel Herr Gott, so habe ich meine Tochter doch nicht aufgezogen. Kommt vom Vater", motzte sie rum.
So dachte sie von mir? Ich musste ja eine wundervolle Tochter sein.
"Hey", kam mein Vater dazwischen. "Sicher dass sie es nicht von deiner Mutter hat? Die kann wirklich Irre sein", pfiff mein Vater. Ich konnte wetten dass er, wie so oft, ihr den Vogel zeigte.
Bevor die sich beiden die Augen aufkratzten, öffnete ich langsam meine Augen.
Der Raum fühlte sich so an, als ob er von tausenden Scheinwerfern beleuchtet werden würde.
Meine Augen schmerzten und mein Hals fühlte sich wie ein Fisch ohne Wasser an. Also tot.
"Ruhe", krächzte ich, worauf beide sofort verstummten.
Ich setzte mich auf, was nicht gerade angenehm war.
"Sie ist wach", rief mein Bruder Mario, desinteressiert.
Ich liebte ihn auch. Geschwisterliebe...
"Megan!", schrie meine Mutter, weshalb alle im Raum aufschreckten. "Was denkst du dir dabei, dich einfach ins Feuer zu stürzen? Einmal ziehen wir in eine neue Stadt und unsere Tochter denkt gleich, mit dem Feuer spielen zu müssen. Dir könnte etwas passieren!", sagte sie nun fürsorglich.
Mir war langweilig. Fassungslos schüttelte ich den Kopf. Jeder hätte so wie ich gehandelt. Ich wollte helfen. Ob ich das geschafft hatte, weiß ich nicht. Mein Kopf sagte jedoch, das Richtige getan zu haben.
"Danke Mama, mir geht es bestens, wie geht es dir?", versuchte ich so deutlich wie möglich zu reden.
Ich hörte mich bestimmt wie ein Zebra an.
Meine Mutter wollte mir eine Standpauke vorhalten, ich sah es an ihrem Blick. Doch bitte nicht heute.
Mir ging es gut.
"Brauchst du Wasser?", kam mein Vater wieder dazwischen.
Er dachte wenigstens an das Wesentliche.
Lächelnd nickte ich.
Mein liebevoller Vater griff gleich nach der Flasche rechts neben mir und stützte diese auf meinem Mund. Gleich darauf drückte er mir einen Kuss auf die Stirn und stellte sich wieder zu meiner Mutter.
"Also Fräulein, du wirst uns jetzt schön ausführlich erklär-"
"Mom könntet ihr mir meine Ruhe lassen. Ich will mich nur erholen, Bitte", fragte ich sie bittend.
Dies war gerade das erste was ich wollte. Ich verstand sie, sie machten sich sorgen, aber mein Schädel brummte und ich brauchte Antworten. Ich wollte schlafen, aber auch einfach nur nachdenken.
Widerwillig verließ sie dann doch den Raum, gefolgt von meinem Dad und meinem Psychopathen von Bruder.
Meine Gedanken übergingen gleich zu diesem Vorfall. War der Familie etwas zugestoßen?
Meine Gedanken wanderten weiter zu diesen hellbraunen Augen, die ich im Schein der Flammen, kurz erblicken konnte. Wer zur Hölle war dieser Typ?
Egal wer es war, ich dankte ihm. Wäre er nicht da, wäre ich jetzt nur noch ein Haufen Asche.
-
Gestern wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Der Arzt meinte, ich hätte eine kleine Rauchvergiftung, aber sonst wäre ich stabil.
Nun stand ich vor dem Knast namens Schule. Seit einer Woche war ich hier, da ich die Schule gewechselt hatte und ich hatte jetzt schon keine Lust mehr.
Im Schulgebäude wurde ich gleich von Lena empfangen, die ich letzte Woche kennengelernt hatte.
Sie war eine tolle Person. Innerlich, sowie äußerlich mit ihren langen blonden Haaren. Wenn sie einmal anfing zu reden, konnte man sie nicht mehr stoppen. Sie war ein kleines Gossip Girl und mir jetzt schon ans Herz gewachsen.
"Geht es dir gut? Bist du verletzt?", bombardierte sie mich gleich mit Fragen voll.
Verwirrt starrte ich sie an.
"Von wo weißt du es?", fragte ich irritiert.
"Ach Megan, es weiß schon die ganze Schule. Du warst in den Nachrichten, hast du es nicht gesehen?", fragte sie mich mit gefalteter Stirn.
Nein, tat mir leid, ich lag nur im Krankenhaus und hatte dafür gesorgt, dass ich da lebend wieder raus komme.
"Nein", gab ich knapp von mir.
"Weißt du überhaupt in wessen Armen du lagst?", kreischte sie auf.
Ich schüttelte langsam meinen Kopf.
"Du lagst in den Armen vom Anführer von Sightless", schaute sie verträumt in die Gegend.
Fassungslos starrte ich sie an. Niemals konnte ich in seinen Armen sein. Nein, wieso sollte er mir überhaupt helfen?
Als ich das erste Mal in der Stadt war, wurde mir gleich von einer Rebellengruppe berichtet. Hier in der Schule war es auch nicht besser. Jedes verdammte Mädchen schwärmte von ihnen. Das war ja das gleiche, wie wenn man für einen Stein schwärmte. Ein Stein hatte bestimmt sogar mehr Gefühle als diese Gruppe. Wieso sonst verwüsteten sie die Stadt?
"Der mit der roten Maske. Oh mein Gott, in den Nachrichten sah er so kräftig aus mit dir in seinen Armen", plapperte sie gleich wieder darauf los.
"Halt. Warte. Kannst du mir bitte erzählen, was du alles in den Nachrichten gesehen hast? Langsam und deutlich."
Ich verstand gerade nur Bahnhof und hatte das Gefühl, gleich wieder umzukippen, wenn das stimmen sollte.
"Naja, erst zeigten sie eine Frau und ein kleines Kind, die er raus gebracht hat. Dann wollte er wieder rein, wurde aber von einem Polizisten aufgehalten. Er hat sich aber von seinem Griff gelöst und ist wieder rein gerast, kam aber mit schmerzen und dir auf den Armen zurück. Du solltest sein Gesichtsausdruck sehen und sein beinahe verbranntes Shirt. Ich sage nur Aua!", verzog sie das Gesicht.
Er hätte sein Leben für meins geopfert? Wieso? Wieso hatte er mir geholfen? Er hatte Schmerzen wegen mir.
"Weiter."
"Er hat dich auf die Liege getragen und ist dann weggerannt", sagte sie schulterzuckend.
"Oh", sagte ich nur.
Noch mehr Fragen kamen in mir auf. Er war doch ein Rebell oder nicht?
Ein Klatschen führte mich wieder in die Realität.
Ich fasste mir an die Wange.
"Du hast mir gerade nicht wirklich eine geklatscht oder?", fragte ich fassungslos.
"Und wie", grinste sie. "Der hat ziemlich geknallt", lachte sie mich aus.
Mit offenem Mund stand ich im Schulflur da, während sie schon ins Zimmer lief.
"Kommst du?", rief sie nach mir.
Und wie dieses Mädchen mir ans Herz gewachsen war.
-
In der Pause saß ich zusammen mit Lena, Olli und anderen aus unserer Klasse, draußen auf der Bank.
Oliver, unser Klassenclown, war mir auch sehr ans Herz gewachsen. Meistens waren seine Witze nicht lustig, sondern nur seine Lache.
Von jeder Seite wurde ich wegen dem Vorfall angesprochen, sodass ich mir nur wünschte, Asche zu sein.
Augenblicklich wurde es draußen ruhig und alle Blicke hafteten am Schultor.
Verwirrt folgte ich den Blicken und sah eine Gruppe Jungs. Von wo kamen die denn jetzt? Letzte Woche waren die doch gar nicht da?
Ich stupste Lena an die jeden einzelnen verträumt ansah. Sie schwärmte eindeutig zu viel.
"Hmm", murmelte sie.
"Wer sind die?", fragte ich und deutete auf die Jungs.
Geschockt starrte sie nun mich an.
"Darf ich dir vorstellen, die heißen Bad Boys unserer Schule", zeigte sie auf die Truppe Jungs.
"Wo waren sie letzte Woche?"
"Keine Ahnung. Sie sind einmal da und einmal weg, wie vom Erdboden verschluckt. Aber sie sind heiß", grinste sie breit.
Ich verdrehte nur lachend die Augen. Erinnerte mich irgendwie an Twilight.
"Oh mein Gott da ist Killian", hörte ich ein Mädchen leise kreischen und folgte ihrem Finger.
Ein gutgebauter Junge, mit haselnussbraunen Haaren und markanten Gesichtszügen, lief in der Front der sechs Jungs. Seine Lippen, seine Mundwinkel, sowie seine Augenlider und seine hellbraune Augenfarbe, kamen mir so bekannt vor. Das war verstörend. Seit wann dachte ich an die Mundwinkel und die Augenlider eines Typen? Wer dachte schon an sowas?
Ich beobachtete jede einzelne Bewegung seinerseits. Seine Haltung war locker, doch man würde sich nicht in seine Nähe trauen. Sein Blick scannte den Schulhof ab und blieb bei mir stehen.
Intensiv schaute er mir in die Augen und guckte etwas... verschreckend?
Wieso kam er mir so vertraut rüber?
Kein einziges Mal wendete er seinen Blick von mir ab, bis ich es tat.
Lena die das ganze beobachtete, schaute mich verstörend an.
Ich hatte selber keine Ahnung, was das gerade war.
Die Bank links von uns, wurde von Schülern besetzt. Ein Blick reichte mir um zu sehen, dass es die Gruppe von Killian war, die dort den Platz einnahm.
Bitte nicht.
Die Gespräche nahmen wieder ihren Lauf. Lena konnte sich kaum konzentrieren, da sie wusste, dass die Jungs nicht mal drei Meter von uns entfernt saßen.
Mir ging es dabei auch nicht besser. Dieser Killian hatte gerade meine Gedanken beraubt.
"Wieso bist du da überhaupt reingerannt?", fragte mich ein Mädchen aus meiner Klasse und sorgte dafür, mich aus meinen Gedanken zu lösen.
"Ich wollte helfen. Ich denke jeder hätte so gehandelt", sagte ich schulterzuckend.
Ein Auflachen ertönte von links, woraufhin alle Blicke nach links wanderten. Dort saß ein lässig sitzender Killian, der mich durchforschend anguckte.
Jeder einzelne Blick seiner Truppe lag auf ihm und mir. Es machte mir Angst.
Meine Klasse verstummte und schaute geschockt zu Killian.
"Guter Witz. Nicht jeder hätte so wie du gehandelt. Andere würden draußen nur blöd dastehen und das 'wunderschöne' Feuer betrachten", sagte er kalt.
"Hat man ja gesehen", nuschelte er so leise, dass ich es fast nicht zu hören bekam.
Ich bin Map, ich bin Map, Map heißt Karte.
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