Vierundzwanzig
Nach getaner Arbeit, bin ich nun auf den Weg nach Hause. Im Aufzug zum zweiten Stock, entscheide ich mich bei Dylan zu klingeln um zu fragen, was heute mit ihm los war.
Die Aufzugtüren öffnen sich mit einem schrillen *Pinggg*.
Ich gehe direkt auf Dylan's Tür zu und werde sofort von der lauten Musik empfangen. Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem kurzen Augenverdreher klingle ich.
Doch als die Tür sich öffnet, verschwindet sofort mein Lächeln und ich schaue geschockt die halbnackte Frau vor mir an.
Mit aufgerissenen Augen mustere ich sie. Lange braune Haare, grüne Augen, groß und schlank, aber nicht zu schlank. Sie könnte glatt als mein Doppelgänger durchgehen.
Mit ihrer schwarzen Spitzenunterwäsche schaut sie mich fragend an "Kann ich dir helfen?"
"Was machst du denn so lange? Wer ist an der Tür?", höre ich Dylan's entfernte Stimme.
Ich, Dylan, ich bin's. Wer klingelt sonst noch so spät bei dir, außer deine Nachbarin, die von der Arbeit kommt und dich fragen will, wie es dir geht, weil du heute in der Bar so niedergeschlagen ausgesehen hast.
"Sch-Schon gut." Ich wende zum gehen, als ich dann wieder seine Stimme höre. Doch dieses mal ist sie sehr nahe. Ich drehe mich zu seiner Tür und sehe ihn nur in Boxershorts bekleidet an der Tür stehen.
"Ich komm gleich wieder ins Bett", sagt er zu dem Mädchen und klatscht ihr auf den Hintern. Sie dreht sich zu ihm, lacht und schaut ihn dann gespielt mahnend an "Hey, macht das nochmal und du-", er unterbricht sie indem er ihr erneut auf den Arsch klatscht.
"Ich freu mich schon auf das was du mit mir machen wirst", raunt er ihr zu und sie geht lachend in sein Schlafzimmer.
Nun wendet er sich zu mir, lehnt sich lässig an den Türrahmen und schaut mich zum ersten mal, seit ich hier stehe, an.
Mit einem hochgradig arrogantem Blick sieht er mich fragend an.
So.Ein.Arschloch.
"Weißt du was? Ich wollte dich eigentlich fragen, was heute mit dir los war. Doch jetzt", ich zeige in sein Apartment "weiß ich was los ist!", sage ich wütend und drehe mich genervt weg.
Doch ich bleibe abrupt stehen, als ich seine wütende Stimme höre.
"Was ist los, Joy?" Er betont meinen Namen so voller Hass, dass mir ein Schauer den Rücken runterläuft. Warum ist er jetzt wütend? Oder sauer? Wieso dieser hasserfüllte Ton?
Ich drehe mich wieder zu Dylan, der nicht mehr lässig dasteht. Im Gegensatz, er wirkt ziemlich verkrampft und sieht wirklich wütend aus.
"Warum kümmert es dich, mit wem ich schlafe? Wenn du selber auch jeden vögelst!"
Mit offenem Mund und einer großen Portion Wut starre ich ihn an.
"Jeden? Ich habe mit dir gevögelt. Mit dir!"
"Das glaubst auch nur du", flüstert er leise.
"Was?" Ich habe gehört was er gesagt hat, doch ich verstehe es nicht. Oder besser gesagt, gebe ich ihm die Möglichkeit seine Antwort zu ändern.
Mit einem Kopfschütteln, das mir signalisieren soll, dass es nun auch egal ist, greift er nach seiner Tür und will sie schließen.
"Das war's also?", frage ich traurig. Denn ohne es zugeben zu wollen, hat es mir sehr gefallen mit ihm zu schlafen. Das war der beste Sex, den ich je hatte. Aber jetzt wirkt er so anders und er verhält sich wie das größte Arschloch, das auf der Erde existiert.
"Ja das war's!", schreit er und schließt die Tür mit einem lauten Knall.
"Das war's", wiederhole ich leise mit feuchten Augen.
Was zum Henker war das eben?
Und warum bin ich eifersüchtig?
Und warum ist er so sauer auf mich?
Und was sollte das Ganze?
Heute Mittag lief es doch so gut...
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