Elf
"Aber ich kann doch die nackte Samantha nicht alleine in meinem Apartment lassen."
Mit einem genervten Blick schaue ich ihn an "Ich hätte eher gedacht, dass du der Ficken und rausschmeißen Typ bist. Nicht der Frühstückmacher Typ."
Er zuckt mit den Schultern "Bin ich auch nicht, aber ich hab Hunger."
Ich kneife die Augen zusammen, doch er ignoriert mich und geht zum Kühlschrank.
"Na was haben wir denn da? Eier und sogar Speck!"
Laut atme ich aus und schließe die Kühlschranktür vor seinem Gesicht "Hast du nichts besseres zu tun, als die Kühlschränke fremder Leute auszuplündern?"
"Wir sind doch keine Fremde mehr, Sunshine. Immerhin bist du seit gut zwei Monaten das feurige girl next door."
Zuckersüß lächle ich ihn an "Das feurige girl next door schmeißt dich jetzt aus ihrem Apartment." Ich greife seinen Oberarm mit beiden Händen und will ihn bewegen, doch er rührt sich keinen Millimeter vom Fleck.
"Das glaube ich weniger" meint er, macht sich ohne Mühe von meinem Griff los und öffnet einen der Hängeschränke.
"W-Was tust du da?", frage ich verblüfft.
"Ich suche eine-", er holt eine Pfanne aus dem Schrank "Hab schon."
Ohne mich weiter zu beachten, öffnet er wieder den Kühlschrank und holt ein paar Eier raus. Immer noch völlig außer mir beobachte ich, wie er die Eier in der mittlerweile heißen Pfanne aufschlägt und Salz und Pfeffer hinzugibt.
"Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?"
Er schaut mich unschuldig an "Was ist nicht mein Ernst?" Ich verdrehe die Augen.
"Das!", ich zeige auf den Herd "Du kannst doch nicht einfach hier reinmarschieren und dir in meiner Küche Eier zubereiten."
Unbeholfen schaue ich ihm zu, wie er zwei Teller auf die Inseltheke stellt und die Eier darauf verteilt.
"Wie du siehst", sagt er und legt jeweils eine Gabel auf beide Teller "kann ich das doch."
Mit offenem Mund starre ich ihn an. Er setzt sich hin und fängt an zu essen.
"Setz dich doch, Baby."
Verzweifelt gehe ich mir durch die Harre und entscheide mich dafür auf ihn zu hören. Ich setze mich gegenüber von ihm an die Inseltheke "Nenn mich nicht Baby."
"Aber Baby, warum denn nicht?"
Genervt verdrehe ich die Augen und schnaube laut. "Weil ich nicht dein Baby bin", antworte ich ruhig und schiebe mir eine Gabel voll mit Eier in den Mund. Wow, dass schmeckt erstaunlich gut. Er kann echt Eier zubereiten, dass hätte ich nicht erwartet. Er sieht wie ich genüsslich noch eine Gabel zu mir nehme und grinst leicht.
"Waf ift mit deiner Famantha?"
"Man redet nicht mit vollem Mund."
Ich schlucke runter und wiederhole leicht genervt die Frage "Was ist mit deiner Samantha?", bevor ich noch eine Gabel in den Mund schiebe.
"Was soll mit der sein?" Diese verdammten Gegenfragen.
"Die vermisst doch bestimmt die Wärme vom heißen nackten Kerl, der plötzlich verschwunden ist", antworte ich ohne nachzudenken und bereue danach sofort die Worte die aus meinem Mund gekommen sind.
Erschrocken reißt er die Augen auf und ich würde am liebsten im Erdboden versinken. Die Hitze steigt mir ins Gesicht und ich versuche es zu kaschieren indem ich auf meinen fast leeren Teller starre. Es füllt sich an als würde ich in Flammen stehen, so sehr schäme ich mich für meine Worte. Jetzt weiß er, dass ich ihn heiß finde. Super, wirklich toll.
Dylan aber, beachtet meine Worte nicht und steht mit seinem leeren Teller in der Hand auf. Er legt ihn in die Spüle und geht um die Theke hinter mich. Mein Blick immer noch auf den Teller gerichtet, höre ich seine raue Stimme an meinem Hinterkopf.
"Ich wusste schon, dass du mich heiß findest " und mit diesen Worten verlässt er das Apartment.
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