Chapter 1.

𝐇𝐞𝐲!

𝐄𝐢𝐧 𝐠𝐚𝐧𝐳 𝐠𝐫𝐨𝐬𝐬𝐞𝐬 𝐒𝐎𝐑𝐑𝐘!! 𝐄𝐢𝐠𝐞𝐧𝐭𝐥𝐢𝐜𝐡 𝐡𝐚̈𝐭𝐭𝐞 𝐝𝐚𝐬 𝟏. 𝐊𝐚𝐩𝐢𝐭𝐞𝐥 𝐬𝐜𝐡𝐨𝐧 𝐥𝐚̈𝐧𝐠𝐬𝐭 𝐞𝐫𝐬𝐜𝐡𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐬𝐨𝐥𝐥𝐞𝐧, 𝐚𝐛𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐬 𝐩𝐫𝐢𝐯𝐚𝐭𝐞𝐧 𝐆𝐫𝐮̈𝐧𝐝𝐞𝐧 𝐰𝐚𝐫 𝐝𝐚𝐬 𝐥𝐞𝐢𝐝𝐞𝐫 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐦𝐨̈𝐠𝐥𝐢𝐜𝐡.

𝐈𝐜𝐡 𝐡𝐨𝐟𝐟𝐞 𝐝𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐚𝐥𝐥𝐳𝐮 𝐬𝐜𝐡𝐥𝐢𝐦𝐦 <𝟑

𝐀𝐛𝐞𝐫 𝐣𝐞𝐭𝐳𝐭 𝐯𝐢𝐞𝐥 𝐒𝐩𝐚𝐬𝐬 𝐛𝐞𝐢𝐦 𝐥𝐞𝐬𝐞𝐧 :𝐃
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Grelle Lichter...diese Schwerelosigkeit..nur für einen kurzen Augenblick... der Schmerz, meine Beine...

•••

Meine Lider flatterten. Als ich meine Augen aufschlug, sah ich als erstes nur weiß.
Es war komisch, denn das letzte woran ich mich erinnerte, war diese allumfassende, Besitz von mir ergreifende Dunkelheit gewesen.

Aber anstatt hartem Beton, spürte ich unter mir jetzt eine weiche Matratze. Wo war ich? Und was zur Hölle war passiert?

Nach und nach kam auch der Schmerz zurück, allerdings war er nicht mehr ganz so stark.
Was ein Glück...
Nur leider wurde mir schlagartig übel, als ich endlich bemerkte, wo ich mich befand.

Um mich herum strahlten blendend helle Wände eine seltsame Leere aus. Generell war der Raum sehr in weiß gehalten, ebenso wie mein Bett und die Matratze.
Na toll, ich war im Krankenhaus. Aber war eigentlich auch nicht anders zu erwarten, oder?

Ich schloss meine Augen und dachte an den Moment zurück, der mir im Gedächtnis geblieben war. Ich lief über die Ampel, meine Freunde vor mir und...dann dieses Auto.
Dieses erschreckend laute Geräusch, das meinen ganzen Körper bis ins Mark erschüttert hatte.

Da klopfte es an der Tür. Ich schreckte auf, das Pochen war in dieser Stille unheimlich laut.
Ich nickte, bis mir einfiel, dass die Person auf der anderen Seite das ja gar nicht sehen konnte. „J-ja." meine Stimme klang seltsam kratzig.

Die Türklinge wurde nach unten gedrückt und ein Arzt in einem weißen Kittel trat ein.
Er lächelte mich freundlich an, aber ich merkte sofort, dass es nicht ganz echt war.
Sein Lächeln war zum Teil nur einfach angestrengt, als bemühte er sich sehr darum, obwohl es eigentlich nichts zum Lächeln gab.

„Guten Tag. Schön, dass Sie wieder wach sind, ich hoffe es geht Ihnen etwas besser?" Er schüttelte mir die Hand.
Wie sollte es mir besser gehen? Meinem Körper zwar schon irgendwie, aber mental war ich gerade echt an der Grenze.

„Ja, passt schon." Ich rang mir ein müdes Lächeln ab. Der Arzt, Dr. Boyali, wie es auf seinem Namensschild stand, betrachtete mich aufmerksam. Seine Miene war undurchschaubar. Leider.
Ich wollte nämlich jetzt wissen, wann ich wieder aus dem Krankenhaus verschwinden durfte.

„Weiß man denn schon, wann ich das Krankenhaus wieder verlassen kann?" fragte ich deshalb.
„Voraussichtlich in drei oder vier Wochen."
Ich atmete aus. Uff, so lange??? Was war denn mit mir passiert, dass ich so lange hierbleiben musste?

„Allerdings gibt es da ein kleines Problem."
Och nö, bitte nicht! War ja klar, dass es keine Schadensbegrenzung gab.
Er seufzte. „Wie mir gesagt wurde, besuchen Sie die Pariser Ballettschule?" Ich nickte.
„Ich habe schon mit den zuständigen Personen dort gesprochen: es ist für sie kein Problem, dass Sie weiterhin das Zimmer dort besetzten. Es sei denn, es wird dringend benötigt, dann bräuchte man eine andere Lösung. Aber fürs erste wird es reichen."

Was genau wollte er mir damit sagen? War es nicht eigentlich selbstverständlich, dass ich mein Zimmer dort besetzte? Jeder dort hatte doch eins.
Mein Gesichtsausdruck sprach anscheinend für sich, denn Dr. Boyali setzte für eine Erklärung an.

„Sie wissen noch, dass Sie von einem Auto angefahren worden sind? Der Fahrer wurde übrigens noch nicht gefunden."
Ich nickte zerstreut. Das alles gerade war so komisch...als wäre es nicht echt.

„Der Autounfall war schwerer als Sie wahrscheinlich wissen. Um es kurz zusammenzufassen: Ihre Beine sind nicht mehr einsatzfähig, das heißt, auch Ballett ist nicht mehr möglich. Sie werden einen Rollstuhl benötigen, andernfalls können Sie sich nicht länger fortbewegen.."

𝐃𝐚𝐬 war seine Vorstellung von einem 𝐤𝐥𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐏𝐫𝐨𝐛𝐥𝐞𝐦?

Hatte er-hatte er gerade gesagt, dass ich...kein Ballett mehr machen konnte...?
Wenn ja, dann..
Nein, nie im Leben.
Eher würde ich sterben.

Ballett war für mich die einzigste Möglichkeit, der Realität für eine Weile zu entkommen.
Es war ein Rückzugsort, wo ich einfach immer glücklich war. Er war fast magisch für mich...und voller Freiheit.
Freiheit, die mir in dem Augenblick genommen worden war, als das Auto mich traf.
Aber die Diagnose traf mich noch um Längen härter als der Unfall selbst...

Einen Moment lang schwieg ich, tausend Gedanken wirbelten laut und ruhelos in meinem Kopf umher und ich merkte garnicht, wie meine Hände zu zittern begannen.
Auch mein Atem hielt an, als die Welt um mich herum zerbrach. In diesem Moment verstand ich zum ersten mal, was es wirklich bedeutete, wenn das eigene Herz brach.
Und ich wollte nichts weniger, als dieses Gefühl nie wieder spüren zu müssen.

Dr. Boyali sah mich mitleidig an. „Ich werde jetzt noch die letzten Sachen mit der Ballettschule klären, aber Sie kriegen bescheid, sobald wir Sie entlassen können."

Ich schaffte gerade so ein Nicken. Dann verließ er den Raum und ließ mich in vollkommener Stille zurück.

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