II

Versammlung

Das Gemurmel in der Halle klang schlagartig ab, als die Zikhanya durch die Tür glitten. Nur vereinzelt war noch das Rascheln von Kleidung oder ein verhaltenes Husten zu hören, wie es immer bei größeren Versammlungen erklingt. Einer der Anwesenden rieb sich verlegen den knurrenden Magen, der lauthals seine Leere verkündete.

Die Zikhanya waren ein strahlendes und altes Volk, der Vorsitz der Versammlung der Völker ging daher wie selbstverständlich in ihre Hand über. Sie schwebten durch den Raum und strahlten eine allumfassende Stille aus, die jeden in ihrer Reichweite ehrfürchtig das Haupt senken ließ. In der Mitte der Ratshalle, die eigentlich nicht mehr als eine sehr große Höhle mit schlichten Wänden und einem leicht feuchten Boden war, stoppten die drei Ältesten. Unisono erklang ihre Stimme.

Wir haben eure Sorgen gehört. Die Kunde der Umchithi eilt ihnen voraus. Doch wir sind vorbereitet. Wir werden nicht zulassen, dass die Umchithi ihr zerstörerisches Werk hier fortsetzen. Seid unbesorgt.

Ein Raunen ging durch die Menge und schwoll zu einem Rauschen an Stimmen an. Rufe wurden laut, Fragen wurden in den Raum geworfen. Sie verfehlten die Zikhanya knapp, die damit gerechnet hatten und entsprechend reagierten.

Ruhe.

Dieses einfache Wort, ausgestrahlt von den Ältesten, brachte die Menge zum Schweigen. Hier und da hatte einer die Anweisung nicht mitbekommen und öffnete und schloss seinen Mund, ohne das ein Laut über seine Lippen kam. Das Wort war mit Macht versehen, gegen Macht war jeder Unbegabte machtlos.

Eure Furcht und eure Sorgen sind erhört. Sie sind nicht an uns vorbei gezogen. Wir berufen den Hohen Rat ein und werden uns beraten. Frieden den Völkern, Frieden Umondli.

„Frieden Umondli!", erklang die Antwort von allen Seiten, dann löste sich die Versammlung unwillig auf. Nur die Mitglieder des Hohen Rates blieben zurück, um mit den Ältesten über das Vorgehen zu beraten. Zwei von jedem Stamm auf Umondli. Es hatte nahezu einen halben Mondlauf gedauert, bis sie alle hier zusammen gekommen waren. 26 Führer saßen nun im Kreis um die drei Zikhanya herum, diskutierten verhalten und tauschten aus, was sie bisher gehört hatten. Eine Zeit lang ließen die Ältesten sie gewähren, dann durchbrachen sie die Gespräche mit einer schlichten Ankündigung.

Wir werden einen Botschafter schicken, um mit den Umchithi zu verhandeln. Wir sollten sie anhören und ihnen eine Rast gewähren. Dann tagen wir erneut.

„Ihr wollt jemanden da rauf schicken? Wie?" Die Vorsitzende der Elben verzog kritisch ihr schmales Gesicht und schenkte den Ältesten einen abschätzenden Blick, der alle um sie herum dazu veranlasste, ein Stück abzurücken. Zu Kritikern sollte man grundsätzlich einen gesunden Abstand wahren, man wusste nie, wann sie etwas übermäßig Kluges sagen und damit eine sehr unkluge Entscheidung trafen.

Die Ältesten nahmen den Zwischenruf würdevoll hin, überraschten die Versammlung sogar mit einer Erklärung. Eine weise Frage, Korinna, Vorsitzende der Elben. Wir projizieren ein Bild zu ihnen hinauf. Es ist so sicher und wir verschwenden nicht unnötig viel Magie.

Noch immer wirkte Korinna nicht zufriedengestellt. „Wenn die Frage erlaubt ist, wie werdet ihr das bewerkstelligen?" Es war unmöglich, Magie über eine so große Entfernung von Umondli weg zu wirken. Die Magie lebte aus dem Ernährer heraus, wie sollte sie über den Wolken noch Kraft haben?

Ihr Schiff ist aus Stahl gebaut. Es ist magnetisch. Die Magie ist dort stark. Wir haben Kommunikationswellen von dort aufgenommen. Es wird keine Hürde sein, auf ihrem Schiff Magie zu wirken und von hier zu steuern.

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