Vergessen

Von dem Schmieden in der Werkstatt geschafft, geht Lucifer durch das Wohnzimmer in die Küche. Er belächelt Ashuras peinlich berührte Blicke auf seinen Oberkörper, da das Shirt ausgezogen hat durch die Arbeitshitze.  „Was willst du Essen, Ashura? Habe Brot mit Wurst und Käse da, könnte aber auch nen Fisch mit ein paar Kartoffeln Anbraten." ruft Lucifer während er vor dem Kühlschrank steht. Unverzüglich kommt die Antwort zurück: „Fisch!" Leise lacht Lucifer für sich: „Habe ich es mir bei einem Fleischfresser doch gedacht." Aus dem Kühlschrank holt er den Fisch, sowie ein Stück Butter zum Anbraten.
Gerade als er den Herd angeschaltet und etwas von der Butter in eine Pfanne zum schmelzen geschmissen hat, klopft es wie wild an der Tür. „Wer will den jetzt etwas von mir." verdreht Lucifer die Augen und geht zur Haustür. „Ashura, Jacke und schmeiß den Fisch mal in die Pfanne, wenn die Butter sich verteilet hat." „Ok." Lucifer wartet kurz, bis Ashura ihre Kapuze übergezogen hat, bevor er die Tür öffnet.
Noch bevor er die Tür richtig geöffnet hat, fliegt eines seiner Arbeitsshirts durch den Spalt. Mit einem schiefen Lächeln blickt er auf den Stoff. „Da habe ich wohl etwas Vergessen." „Ach wirklich?" kommt es wütend von Ai, die in einer blauen Jacke und Jeans vor ihm steht und finstere Blicke auf ihn wirft. „Ai, ich kann doch auch nicht an alles Denken. Außerdem muss ich mich auch für Übermorgen vorbereiten." „Du bereitest doch eh wieder keine Rede vor." „Ich rede von Waren noch mal auf Vordermann bringen." versucht Lucifer sich herauszureden. „Ach, und alle anderen Müssen das etwa nicht?"
Urplötzlich beginnt es in der Küche zu zischen, wodurch Ai an Lucifer vorbeischaut. „Dein Essen brennt an." „Ashura, wie siehts aus?" ruft Lucifer über die Schulter und ein „Alles gut" kommt zurück. „Wer war das?" kommt es wieder leicht wütend zurück, wobei etwas Eifersucht mit in der Tonlage vertreten ist. „Nur jemand, die mir bei meiner Arbeite aushilft. Im Gegenzug  kann sie bei mir auf dem Dachboden schlafen und Essen." Ai schiebt sich an Lucifer vorbei, der die Augen verdreht.
Mit verwunderten Blick schaut Ai Ashura an und musstert sie. Ashura erwidert den Blick, wobei sie darauf achtet, das der Fisch nicht anbrennt. „Wer bist du." kommt es fragend von der Schneiderstochter, mit einer Tendenz zum Aggressiven. „Ashura. Lucifer lässt mich bei sich wohnen und essen, solange ich ihm bei den Arbeiten helfe."
Lucifer kontrolliert von der Ferne, ob auch Ashuras Kapuze richtig sitzt. „Da hast du die Bestätigung Ai."
„Bist du da, Lucifer." ertönt es auf einmal erneut von der Eingangstür. „Was!" dreht sich Lucifer genervt um und schaut auf Sota, der im Türrahmen steht. Während er sich auf den Bauern konzentrierte, merkt Lucifer wie Ai und Ashura miteinander reden.
„Entschuldige, wenn ich ungelegen komme, doch ich soll dir etwas Ausrichtet von einem Fremden." „Mach hinne, die Weiber in meiner Küche bekriegen sich sonst noch grundlos." Sota versucht an ihm vorbei zu blicken und erkennt dabei Ashura. „Wer ist das." „Komm zum Punkt, Sota!" macht Lucifer auf einmal Stress, was seien Körpersprache noch einmal widerspiegelt. „Während unserer Feldarbeit kamen ein paar Fremde an. Vier von ihnen hatten Schusswaffen bei sich und trugen Armeewesten. Der Fünfte hingegen war unbewaffnet und meinet, er sei der Herrscher eines Landes im Norden von uns. Er wolle morgen früh wiederkommen und dir, dem Dorfvorsteher ein Angebot machen, das man unmöglich ausschlagen können." Auf Lucifers Blick ist etwas Neugier ausgebrochen. „Wie sah der Typ aus und von wo kommt er morgen?" „Er wird vermutlich auch wieder von Norden aus kommen. Er selber Trug eine schwarzen Anzug mit dazu passenden Lederschuhen, wodurch ich es ihm glaube, das er die Wahrheit gesagt hat." „Ok, Sota. Danke fürs überbringen. Sag bitte im Wirtshaus Bescheid, das die für morgen einen Raum für uns bereithalten sollen."
Lucifer dreht sich wieder zu den beiden Mädchen um, die sich schon beginnen gegenseitig anzufauchen, ohne auch nur auf die Antwort von Sota zu warten. „Ai, du verschwindest jetzt auch!" wird Lucifer laut. Erschrocken dreht sich Ai zu ihm um und schaut ihn mit roten Augen an. „Aber sie..." „Ist mir gerade egal was du mir sagen willst. Ich danke dir fürs Nähen meines Shirts, doch gerade kann ich dieses Zickenkrieg nicht gebrauchen. Wir reden morgen wieder, wenn ihr beide euch beruhigt habt." „Nungut." kommt es von Ai zurück und sie stapft geradewegs an Lucifer vorbei zur Tür, in der sie noch einmal stehen bleibt und sich zu Lucifer dreht. „Wir reden dann aber wirklich morgen. Ich warte auf dich." Darauf hin zieht sie die Tür hinter sich zu, was Lucifer dazu veranlasst durch zu atmen.
Mit gesenktem Kopf und einem Schiefen lächeln blickt er zu Ashura, der wieder Tränen über die Wangen laufen. „Mich interessiert nicht, worüber ihr euch angeschrien habt." beginnt er, bevor Ashura irgendetwas sagt. „Mir reicht es, wenn ihr es einfach nicht noch einmal tut." „Ok, Lucifer. Ich kann es aber nicht versprechen." kommt es von ihr zurück, und sie überlässt die Küche wider Lucifer.

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